Die Negativschlagzeilen über Nebenwirkungen von Schmerzmitteln wollen Experten jetzt entkräften und Patienten beruhigen – so die DSSG.
Den Zyklooxygenasehemmern wie Celecoxib und Refecoxib wurde kürzlich eine Steigerung des Herzinfarktrisikos bescheinigt und sie sollen zudem für einen früheren Ausbruch von Alzheimer sorgen. Eine überzogene und unhaltbare Unterstellung ist dies nach Meinung von Professor Kay Brune von der Kommission für Forschungsfragen der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS). Die von den Medien zitierte Arbeit zum Infarktrisiko sei laut Brune „wissenschaftlicher Unfug, da die Autoren unterschiedliche Gruppen ganz unterschiedlichen Alters miteinander vergleichen und dadurch zu vollkommen falschen Schlüssen kamen.“ Auch die neuen Meldungen zum Alzheimerrisiko sollten kein Anlass zur Sorge für Patienten und Therapeuten sein. „Eine erhöhte Erkrankungszahl im späten Leben trat nur bei denjenigen auf, die in den zehn Jahren vorher sehr intensiv Zyklooxygenasehemmer genommen hatten“, erklärt Brune. Dennoch lasse sich nicht ausschließen, dass die Einnahme der Medikamente das Auftreten der Krankheit in jüngeren Jahren verzögere. Intensiv Zyklooxygenasehemmer benötigende Patienten haben typischerweise rheumatische Erkrankungen, bewegen sich weniger und leben ungesünder als solche ohne Gelenkschmerzen. Nach Meinung Brunes schützen Schmerzmittel weder vor Alzheimer noch beschleunigen sie das Auftreten wesentlich. „Eine gute Schmerztherapie kann weiterhin ohne Angst vor der Alzheimer’schen Krankheit durchgeführt werden – vorausgesetzt, dass nicht unnötig hohe Dosen über unnötig lange Zeit verabreicht werden.“
Schlagworte: Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS), Zyklooxygenasehemmern wie Celecoxib und Refecoxib