Archive for April, 2007

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-McZahn-Zahnarzt

April 27, 2007

…schreibt die Net-tribune:

Ex-McZahn-Zahnarzt unter Betrugsverdacht

“Bielefeld – Gegen einen ehemaligen Zahnarzt der Discounter-Kette McZahn ist ein Ermittlungsverfahren wegen Betruges eingeleitet worden. Es bestehe der Anfangsverdacht, dass der Zahnmediziner aus Bünde im Kreis Herford überhöhte Rechnungen ausgestellt habe, sagte ein Sprecher der Bielefelder Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Außerdem soll er bei Patienten mit Behandlungen angefangen haben, obwohl der Heil- und Kostenplan von der Krankenkasse noch nicht genehmigt worden sei.” (weiterlesen siehe oben)

So so, die Staatsanwaltschaft. Woher die das alles weiß und überhaupt, wer da wohl wieder dahinter steckt.  Man kämpft also mit allen Waffen. Ach ja, undMcZahn hat sich von dem Zahnarzt getrennt, weil es soviel Beschwerden gab. War dies vor kurzem (siehe auch in diesem Blog) nicht anders herum zu lesen.

Naja, wenn man seit dem 1.12.2006 1200 Patienten behandeln musste, kann es ja doch hin und wieder zu “Kollateralschäden” kommen, wie gesagt, hin und wieder.

Und 800 Fehler in einer Abrechnung? Wie, the heck, kann man so etwas schaffen?

Ach so, und schmutzige Wäsche wolle man auch keine in der Öffentlichkeit waschen!

Neeeeeein, niemals, nur alle Zahlen werden offen gelegt, dazu alle Fehler  genau beschrieben. Wirklich, keine einzige Interna gelangte an die Öffentlichkeit?!

Also, vielleicht sollte sich doch der eine oder andere hier mitlesende Patient in einer stillen Minute überlegen, wie er  sich die Sache mit Diskretion und Schweigepflicht vorstellt – billich hin und billich her.

 

 

Arbeitgeber haftet bei Verlusten bei Betriebsrenten

April 27, 2007

eine interessante Verlinkung zu diversen juristisch angehauchten Blogs bringt das dentjournal -blog, wer es genau wissen will, klickt hier drauf: http://dentjournal.wordpress.com/

Lebenslang für Zahnarztwitwe

April 26, 2007

Habgier lohnt sich wohl doch nicht?

Habgier lohnt sich wohl doch nicht,meint zumindest das Essener Schwurgericht, wie die WAZ berichtet:

Dass Essener Schwurgericht ist überzeugt, dass die heute 61-Jährige ihren Mann aus Habgier umbrachte.

Der 63-Jährige ertrank im März 2006 durch ein Schlafmittel betäubt im eigenen Swimmingpool

“Lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes” – Zunächst nimmt die 61 Jahre alte Zahnarztwitwe Malvina I. den Urteilsspruch des Essener Schwurgerichtes fast ungerührt entgegen. Doch langsam realisiert sie, was er bedeutet, sackt in sich zusammen. Mehrfach erleidet die studierte Mathematikerin am Montag während der Urteilsbegründung einen Weinkrampf, trommelt später mit den Händen auf die Anklagebank oder gegen ihren Verteidiger Axel Nagler. “Das stimmt nicht”, ruft sie laut. Doch das Gericht ist sicher, dass sie ihren Mann mit einem Schlafmittel betäubte und er deshalb im eigenen Swimmingpool ertrank.

Zahnärzte auch als Mundmediziner gefordert

April 23, 2007

ORALE MEDIZIN ETABLIEREN – schreibt das ORF:  

Zahnärzte auch als Mundmediziner gefordert
Zahnärzte sollen stärker als Mundmediziner tätig sein und ihrer Bezeichnung als Fachärzte für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde gerechter werden, das hat eine internationale Tagung für Mundmedizin am Samstag in Salzburg gefordert. 

Kein Facharzt speziell zuständig
Bei schmerzhaftem Mundbrennen, kleinen Geschwüren, Krebs an der Mundschleimhaut, Erkrankungen im Zusammenhang mit AIDS oder Veränderungen im Mund durch das Rauchen ist derzeit im deutschsprachigen Raum kein Facharzt speziell zuständig. 

“Jeder Zahnarzt sollte sich auskennen”
Ärzte, die sich dafür interessieren, bearbeiten dieses Gebiet als HNO-Arzt, als Dermatologe oder als Zahnarzt.

“Es sollte sich aber jeder Zahnarzt damit auskennen”, fordert Peter Reichart, Präsident der Europäischen Gesellschaft für Mundmedizin von der Berliner Universitätsklinik Charité. 

Mundmedizin in England bereits Standard
Patienten mit Erkrankungen der Mundhöhle und Mundschleimhaut sollen nicht länger zwischen allen Facharztsesseln sitzen, sondern im Zahnarzt einen kompetenten Ansprechpartner finden.

In England etwa ist Mundmedizin schon lange etabliert. Im restlichen Europa müsse neben Weiterbildungen und auch die Ausbildung ergänzt werden, so Reichart.

Ein erster Schritt dazu passiert in Österreich bereits heute in Graz. In zehn Jahren sollen jedoch alle Zahnärzte auch als Mundmediziner ausgebildet sein

Born to be wild oder Zahnarzt mit Cholesterinproblemen

April 23, 2007

und so schreibt MoviGod über den neuen Travolta-Film:

Doug (Tim Allen) ist ein leidenschaftloser Zahnarzt mit Cholesterinproblemen und einem Sohn, der ihn alles andere als cool findet. Bobby (Martin Lawrence) steht unter dem Pantofffel seiner resoluten Frau Karen. Nach einer einjährigen Auszeit, in der er einen Roman schreiben wollte, muss der unwillige Klempner wieder zurück in den verhassten Job, um verstopfte Toiletten zu reparieren. Auch Ex-Playboy Woody (John Travolta) hat schon bessere Zeiten gesehen. Wurde er doch von seiner bildhübschen Frau, einem Bademodenmodel, verlassen und ist völlig pleite. Programmierer Dudley (William H. Macy) kommt gar nicht erst in die Verlegenheit einer Beziehung. Dem Computer-Geek fehlen im Beisein holder Weiblichkeit grundsätzlich die richtigen Worte. Das ungleiche Quartett entschließt sich, der zermürbenden Midlife-Crisis zu entfliehen und begibt sich auf einen Harley-Road-Trip zum Pazifik. Was als lustiger Ausflug mit allerlei Pannen beginnt, wird jedoch schnell zum gefährlichen Spiel mit dem beinharten Biker Jack (Ray Liotta) und dessen übellauniger “Del Fuegos” Gang.

Ost-Block(ade?)

April 22, 2007

Heute schreibt der Spiegel, wie westliche Firmen gegen Billiglohnländer (vgl. China?) sehr erfolgreich zu Felde ziehen.  Man kann – wie man will – es als Abschottungspolitik alter Tage bezeichnen, oder aber auch als Schutz der Arbeitsplätze im Inland.

Zum Nachlesen 

GEISTIGES EIGENTUM

Westliche Hightech-Firmen schmieden Bündnisse gegen China

(von Kai Lange)

China gilt als Weltmeister im Kopieren, vor allem westliche Hersteller klagen immer wieder über Ideen-Klau. Nun drehen sie den Spieß um – und gehen systematisch gegen chinesische Firmen vor, die ins Ausland expandieren wollen. Wer dieser Tage einen DVD-Spieler aus China im Elektronikgroßmarkt kaufen will, wird kaum noch fündig. Vor wenigen Jahren noch stapelten sich Preisbrecher “Made in China” in den Regalen, heute sind chinesische Hersteller weitgehend verschwunden. Rund 300 Unternehmen aus China, so Schätzungen aus der Branche, haben in den vergangenen 24 Monaten ihr Exportgeschäft aufgegeben. (zum Weiterlesen siehe oben)

Ärztekammer Hamburg verabschiedet Resolution gegen elektronische Gesundheitskarte

April 17, 2007

Die Delegiertenversammlung der Ärztekammer Hamburg hat gestern Abend ein Zeichen gegen die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte gesetzt: “Im Interesse eines verantwortungsbewussten ärztlichen Entscheidens und Handelns für die Patienten und zum Schutz ihrer Daten lehnt die Ärztekammer Hamburg die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ab”, heißt es in einer mit 19 zu 11 Stimmen verabschiedeten Resolution.Die mit der Karte geplante Speicherung sensibler Patientendaten in zentralen Rechnern beschädige oder zerstöre das Arzt-Patientenverhältnis, kritisieren die Delegierten in der Resolution. Mithilfe des elektronischen Rezeptes ließen sich Patienten in Risikoklassen einteilen, “die ihnen womöglich ein ganzes Leben lang anhaften und sie bei der Erlangung von Versicherungsverhältnissen benachteiligen.” Auch Missbrauch der Daten durch Dritte sei nicht ausgeschlossen. Zudem behindere die Karte die Praxisaubläufe erheblich. Zugleich würden die Kosten auf Ärzte und Patienten abgewälzt. Direkte Konsequenzen habe das Abstimmungsergebnis allerdings nicht, sagte Kammersprecherin Dorthe Kieckbusch dem änd. Die Resolution werde nun an die Bundesärztekammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung weitergegeben. 

(aus Facharzt.de)

Was taugt der Dental-Discounter?

April 17, 2007

RTL berichtet, genauso wie business-wissen.de oder das Hamburger Abendblatt – McZahn: Qualität zum kleinen Preis?

Mit einer Discount-Strategie sollten deutsche Zahnärzte unter Druck gesetzt werden. Jetzt wurden die ehrgeizigen Ziele des Franchise-Konzepts der Billigzahn-Kette nach unten geschraubt. Kritiker beklagen die mangelnde Qualität der Materialien für Zahnersatz. Globalisierung kennt keine Grenzen, auch nicht in der Gesundheitsbranche. Schon lange lassen sich viele Bürger westeuropäischer Staaten in Osteuropa ärztlich behandeln. Das Argument ist immer das gleiche: Gleiche Leistung für weniger Geld. Ob Schönheitsoperation oder Zahnersatz, die Kollegen aus Polen, Tschechien oder anderen aufstrebenden EU-Staaten machen der hiesigen Ärzteschaft zunehmend Konkurrenz. Dass auch Inlays, Kronen und Brücken sich in Niedriglohnländern besonders preiswert herstellen lassen, hatte vor einiger Zeit auch Werner Brandenbusch erkannt und daraus ein Geschäftskonzept entwickelt. Mit “Zahnersatz zum Nulltarif” wollte und will er seine Zahndiscount-Kette McZahn auf dem deutschen Markt positionieren und die eingesessenen Zahnärzte mächtig unter Druck setzen. Der Grund: Sämtlicher für McZahn hergestellter Zahnersatz wird in China zu Dumping-Preisen gefertigt. 

Discount-Strategie ohne Biss

Was waren das für Ankündigungen: Bis 2009 sollte in Deutschland ein Konzern mit 400 Praxen auf Franchise-Basis entstehen. Der Billigzahnarzt hatte große Pläne. Jetzt musste Gründer und Vorstandssprecher Brandenbusch jüngst in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung eingestehen:”Das werden wir in dieser Größenordnung voraussichtlich nicht schaffen. “Die Zahl der geplanten Praxen wurde auf 300 nach unten revidiert. Gerade mal zwei Discount-Zahnarztpraxen in Deutschland sind bisher entstanden. Trotz großer Versprechungen wie Zuzahlungsfreiheit scheint das Konzept nicht aufzugehen. Das hat Gründe, die, wie im aktuellen Fall, auch auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden. Was steckt dahinter? Nachdem ein McZahn-Zahnarzt mit der Zentrale in Streit geraten war, mussten einige Patienten lange auf ihren in Fernost gefertigten Zahnersatz warten. Der Grund: McZahn hielt die entsprechenden Ersatzpräparate einfach zurück, die Patienten waren so auf Provisorien angewiesen. Aufgrund des Vorfalls dürften sich die Chancen des Unternehmens aus dem niederrheinischen Willich, neue Praxen eröffnen zu dürfen, verschlechtern. In der Tat hat der Zulassungsausschuss der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Nordrhein bereits reagiert. Am 26. März versagte er die Genehmigungen für die drei geplanten Standorte Krefeld-Uerdingen, Düsseldorf und Köln. Diese Meldung läuft derzeit über den webseiteneigenen News-Ticker von McZahn. Werner Brandenbusch kritisiert gegenüber Spiegel Online:”Es entsteht der Eindruck der rücksichtslosen Standespolitik. “Doch sein Konzept verliert zunehmend auch bei den Krankenkassen, die ein Mehr an Wettbewerb eigentlich grundsätzlich begrüßen, an Unterstützung. Sie sind der Ansicht, dass ein Streit keinesfalls auf dem Rücken der Kunden beziehungsweise Patienten ausgetragen werden dürfe. 

Fertigt China in gleicher Qualität?

Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, Präsident der Bundeszahnärztekammer, sieht sich durch diesen Vorfall bestätigt: “Wir haben unsere Skepsis gegen das ‚Billig’-Modell von McZahn bereits zum Start des Unternehmens geäußert und sehen an diesem Beispiel, dass diese Befürchtungen wohl berechtigt waren. Qualität und Verlässlichkeit hatten und haben ihren Preis. “Stichwort Verlässlichkeit: Wer wirklich glaubt, McZahn biete Zahnersatzleistungen “zum Nulltarif”, dem sei ein Blick ins Kleingedruckte geraten. Das Unternehmen bezieht sich dabei nämlich in einer Fußnote auf die Regelleistungen und damit auf die Basisleistungen der Krankenkassen. So fallen darunter etwa nur Kronen oder Brücken aus unedlem Metall oder eine Totalprothese. Alles, was über diese Behandlungen hinausgeht, also etwa Edelmetallkronen oder Keramikinlays, muss auch hier weiterhin vom Patienten berappt werden. Zudem sind Fachleute bezüglich der Qualität der hergestellten Ersatzpräparate skeptisch, McZahn hingegen verspricht auf seiner Webseite Materialien “höchster Qualität”. Gerade in der fehlenden Zusammenarbeit von Zahnarzt und Techniker “am Stuhl” sehen Skeptiker auch Gefahren. Der Grund: Zahnersatz herzustellen ist kein statischer Prozess. Eine Brücke oder Krone lässt sich nicht wie beispielsweise in der Fertigungsindustrie am Fließband herstellen. Es reicht nicht aus, einfach einen Abdruck eines Gebisses zu nehmen und daraus eine Prothese zu fertigen. Dazu gehören auch Arbeitsschritte wie Anproben und Absprachen mit dem Arzt. Ein weiterer Vorwurf: Die hergestellten Abdrücke wären beim Transport von China nach Deutschland im Flugzeug Temperaturschwankungen unterworfen und könnten so ihre Form verändern. Eine unangenehme Überraschung für die Patienten, deren Zahnersatz nachher schlecht sitze. Und auch deutsche Dentallabore prangern die Güte der Prothetik aus China an. McZahn hat darauf reagiert und ging ein Forschungsprojekt mit der Universität Köln ein. Das Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde kontrolliert nun fortlaufend die einwandfreie Qualität der künstlichen Zähne. Stichproben und Qualitätsgutachten werden erstellt. Ob das ausreichen wird, die Kritiker zu überzeugen? Sie werfen als Argument zudem in die Wagschale, dass die chinesischen Zahnersatzproduzenten nicht flexibel genug auf die individuellen Wünsche der Kunden aus Europa eingehen könnten. Dies beträfe vor allem die Ästhetik, die bei den Vorderzähnen eine große Rolle spiele und die McZahn so nicht garantieren könne. Bei Backenzähnen würden die Chinesen jedoch durchaus gute Arbeit abliefern. Neben der Qualität spielt auch das System an sich eine diskussionswürdige Rolle. Die Bundeszahnärztekammer beklagt den Franchise-Charakter von McZahn. Sie äußert Bedenken, dies würde der Berufsordnung für Zahnärzte, wonach diese unabhängig und eigenverantwortlich entscheiden, zuwiderlaufen können. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Kammer gibt zu bedenken: “Treten Mängel auf, dürfte es für den Zahnarzt – und der ist allein verantwortlich für alle Leistungen am Patienten – schwierig werden, Nachforderungen in China durchzusetzen.”

Jürgen Pischel über das McZahn-Desaster

April 17, 2007

und so sieht es die DZW: 

Kampf und die Vertragshoheit
Kommentar  von Jürgen Pischel

Der Gesetzgeber hat mit dem zum 1. April 2007 in Kraft getretenen Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-WSG) für Gruppen von Ärzten und Zahnärzten die Möglichkeiten erweitert, mit den Krankenkassen “Einzel-/Gruppenverträge zu schließen”. Gleichzeitig hat er der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZVen) die Tür geöffnet, sich an solchen Verträgen aktiv zu beteiligen und im Rahmen von Dienstleistungsgesellschaften auch die vertraglichen Abwicklungen, also zum Beispiel einen Abrechnungsservice, zu übernehmen. Hier hat vor allem die Lobby-Arbeit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) funktioniert, die in den “Einzelvertragsmöglichkeiten” der großen Facharztgruppen, aber auch der Hausärzte die Gefahr sah, dass die KBV im Vertragswesen ausgehöhlt und auf eine reine Regulierungs- und Kontrollbehörde reduziert wird.
Nutznießer der Öffnung zur Beteiligung der vertragsärztlichen Körperschaften an diesen “Einzel-/Gruppenverträgen” sind nun auch die KZBV und die KZVen. Sie arbeiten bereits ernsthaft an entsprechenden Modellen unter Nutzung der hauseigenen Kapazitäten an Vertragsjuristen, an Mitarbeitern in den verschiedensten Abteilungen, an Datenmaterial, wie es keinem anderen zur Verfügung steht, und an Wissen über das Abrechungs- und Leistungsgeschehen des einzelnen Zahnarztes.
Bevorzugte Startbedingungen also, um als “Unternehmen”, als “Dienstleister” in den Wettbewerb um “Sonderverträge” für Gruppen von Zahnärzten mit den Krankenkassen gegen andere mögliche “Anbieter”, zum Beispiel Berufsverbände wie den Bundesverband der implantologisch tätigen Zahnärzte in Europa (BDIZ EDI) bei den Implantologen oder auch bei Endodontologen, Parodontologen und anderen anzutreten.
Wettbewerber könnten auch die bereits bestehenden sogenannten freien Vertragszahnärztlichen Vereinigungen, wie der Verein unabhängiger Vertragszahnärzte (VuV) in Niedersachsen, die Genossenschaften in Bayern, der Deutschen Zahnärzteverband (DZV) in Nordrhein und natürlich nicht zu vergessen der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) sein. Dazu kommen als möglich weitere Kassen-Vertragspartner freie Zusammenschlüsse von Zahnärzten in regionalen und überregionalen Berufsausübungsgesellschaften, in “Zahnärzte-Ketten” mit einem besonderen gemeinsamen Leistungsangebot und Qualitätsanspruch, beziehungsweise Qualitätsversprechen in Frage.
Solche Versuche gibt es ja bereits, zum Beispiel in Franchise-Ketten wie der jetzt an eigenem Unvermögen und an den Zweifeln der Seriosität gescheiterten McZahn AG. Zu nennen ist zum Beispiel auch goDentis als Initiative der größten deutschen privaten Krankenversicherung, der DKV, mit dem besonderen Präventionsanspruch. Sie ist ein mögliches Vorbild, wie die Voraussetzungen für einen Gruppenvertrag, zum Beispiel für Erwachsenenprävention, dadurch geschaffen werden, dass die “Mitglieds-/Partnerpraxen” ein bestimmtes Profil mit Weiterbildungs- und Einrichtungsvoraussetzungen bis hin zu besonderen Dokumentationspflichten erfüllen.
Ganz anders, wie schon oben erläutert, ist hier die organisatorische und fachliche Situation des Umfelds der KZBV und der KZVen. Da ist scheinbar alles – vielfach im Übermaß der überbordenden KZV-Bürokratie – vorhanden. Hier stellen sich aber einige grundsätzliche Fragen. Sie ergeben sich aus der Zwitterstellung von KZVen und KZBV: Sie sind auf der einen Seite Zwangskörperschaften der Vertragszahnärzte und als Regulierungs- und Kontrollbehörde verlängerter Arm der Aufsichtsbehörden (Sozial-/Gesundheitsministerium), auf der anderen Seite wollen sie “Dienstleistungsunternehmen für Sonderverträge” für Einzelgruppen spielen.
Kann eine KZV zum Beispiel für “Parodontologen” bestimmte Voraussetzungen fordern für die, die mitmachen wollen, und Sonderverträge mit Krankenkassen dergestalt schließen, dass nur die Gruppenvertragspartner bestimmte Leistungen erbringen dürfen und diese Leistungen nur diesen überhaupt oder besonders bezahlt oder erstattet werden? Würde damit die Zwangsvertretung aller Vertragszahnärzte mit ihrer Tochtergesellschaft “Dienstleistungsunternehmen” nicht gegen die Interessen ihrer Zwangsmitglieder verstoßen, weil sie damit zum Beispiel deren Budgets reduziert oder viele Zahnärzte zugunsten weniger Kollegen von bestimmten Leistungstöpfen ausgrenzt? Obendrein wird dann noch die Dienstleistung für die Betreuung dieser Sondervertragsgruppen über die Zwangsverwaltungskosten aller Vertragszahnärzte quersubventioniert.
Aber vielleicht löst sich ja alles dadurch, dass all jene Zahnärzte, die glauben – in freier unternehmerischer Gemeinschaft, wie sie das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (VÄndG) und das WSG eröffnen -, etwas Besseres für Versicherte und Kassen bieten zu können, ihr Schicksal als Gruppe selbst in die Hand nehmen. Viele werden sich nicht von einem zwangsmitgliedschaftsbelasteten Unternehmen KZV mit all den Rücksichten, die dort genommen werden müssen, vertraglich vertreten lassen wollen.
Der Wettbewerb und die Vertragshoheit bieten künftig vielen Gruppen Chancen, und nicht unbedingt bleibt jene Vereinigung der Sieger, die zwangsweise schon heute alle Vertragszahnärzte in sich vereinigt und die glaubt, mit diesem Pfund im Wettbewerb besonders wuchern zu können.
(Artikel gekürzt)

McZahn: Qualität zum kleinen Preis?

April 17, 2007

Die Vorwürfe gegen McZahn gehen weiter: Was taugt der Dental-Discounter?

RTL berichtet, genauso wie business-wissen.de oder das Hamburger Abendblatt

McZahn: Qualität zum kleinen Preis?

Mit einer Discount-Strategie sollten deutsche Zahnärzte unter Druck gesetzt werden. Jetzt wurden die ehrgeizigen Ziele des Franchise-Konzepts der Billigzahn-Kette nach unten geschraubt. Kritiker beklagen die mangelnde Qualität der Materialien für Zahnersatz. Globalisierung kennt keine Grenzen, auch nicht in der Gesundheitsbranche. Schon lange lassen sich viele Bürger westeuropäischer Staaten in Osteuropa ärztlich behandeln. Das Argument ist immer das gleiche: Gleiche Leistung für weniger Geld. Ob Schönheitsoperation oder Zahnersatz, die Kollegen aus Polen, Tschechien oder anderen aufstrebenden EU-Staaten machen der hiesigen Ärzteschaft zunehmend Konkurrenz. Dass auch Inlays, Kronen und Brücken sich in Niedriglohnländern besonders preiswert herstellen lassen, hatte vor einiger Zeit auch Werner Brandenbusch erkannt und daraus ein Geschäftskonzept entwickelt. Mit “Zahnersatz zum Nulltarif” wollte und will er seine Zahndiscount-Kette McZahn auf dem deutschen Markt positionieren und die eingesessenen Zahnärzte mächtig unter Druck setzen. Der Grund: Sämtlicher für McZahn hergestellter Zahnersatz wird in China zu Dumping-Preisen gefertigt. 

Discount-Strategie ohne Biss

Was waren das für Ankündigungen: Bis 2009 sollte in Deutschland ein Konzern mit 400 Praxen auf Franchise-Basis entstehen. Der Billigzahnarzt hatte große Pläne. Jetzt musste Gründer und Vorstandssprecher Brandenbusch jüngst in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung eingestehen:”Das werden wir in dieser Größenordnung voraussichtlich nicht schaffen.”Die Zahl der geplanten Praxen wurde auf 300 nach unten revidiert. Gerade mal zwei Discount-Zahnarztpraxen in Deutschland sind bisher entstanden. Trotz großer Versprechungen wie Zuzahlungsfreiheit scheint das Konzept nicht aufzugehen. Das hat Gründe, die, wie im aktuellen Fall, auch auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden. Was steckt dahinter? Nachdem ein McZahn-Zahnarzt mit der Zentrale in Streit geraten war, mussten einige Patienten lange auf ihren in Fernost gefertigten Zahnersatz warten. Der Grund: McZahn hielt die entsprechenden Ersatzpräparate einfach zurück, die Patienten waren so auf Provisorien angewiesen. Aufgrund des Vorfalls dürften sich die Chancen des Unternehmens aus dem niederrheinischen Willich, neue Praxen eröffnen zu dürfen, verschlechtern.In der Tat hat der Zulassungsausschuss der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Nordrhein bereits reagiert. Am 26. März versagte er die Genehmigungen für die drei geplanten Standorte Krefeld-Uerdingen, Düsseldorf und Köln. Diese Meldung läuft derzeit über den webseiteneigenen News-Ticker von McZahn. Werner Brandenbusch kritisiert gegenüber Spiegel Online:”Es entsteht der Eindruck der rücksichtslosen Standespolitik.”Doch sein Konzept verliert zunehmend auch bei den Krankenkassen, die ein Mehr an Wettbewerb eigentlich grundsätzlich begrüßen, an Unterstützung. Sie sind der Ansicht, dass ein Streit keinesfalls auf dem Rücken der Kunden beziehungsweise Patienten ausgetragen werden dürfe. 

Fertigt China in gleicher Qualität?

Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, Präsident der Bundeszahnärztekammer, sieht sich durch diesen Vorfall bestätigt:”Wir haben unsere Skepsis gegen das ‚Billig’-Modell von McZahn bereits zum Start des Unternehmens geäußert und sehen an diesem Beispiel, dass diese Befürchtungen wohl berechtigt waren. Qualität und Verlässlichkeit hatten und haben ihren Preis.”Stichwort Verlässlichkeit: Wer wirklich glaubt, McZahn biete Zahnersatzleistungen “zum Nulltarif”, dem sei ein Blick ins Kleingedruckte geraten. Das Unternehmen bezieht sich dabei nämlich in einer Fußnote auf die Regelleistungen und damit auf die Basisleistungen der Krankenkassen. So fallen darunter etwa nur Kronen oder Brücken aus unedlem Metall oder eine Totalprothese. Alles, was über diese Behandlungen hinausgeht, also etwa Edelmetallkronen oder Keramikinlays, muss auch hier weiterhin vom Patienten berappt werden. Zudem sind Fachleute bezüglich der Qualität der hergestellten Ersatzpräparate skeptisch, McZahn hingegen verspricht auf seiner Webseite Materialien “höchster Qualität”.Gerade in der fehlenden Zusammenarbeit von Zahnarzt und Techniker “am Stuhl” sehen Skeptiker auch Gefahren. Der Grund: Zahnersatz herzustellen ist kein statischer Prozess. Eine Brücke oder Krone lässt sich nicht wie beispielsweise in der Fertigungsindustrie am Fließband herstellen. Es reicht nicht aus, einfach einen Abdruck eines Gebisses zu nehmen und daraus eine Prothese zu fertigen. Dazu gehören auch Arbeitsschritte wie Anproben und Absprachen mit dem Arzt. Ein weiterer Vorwurf: Die hergestellten Abdrücke wären beim Transport von China nach Deutschland im Flugzeug Temperaturschwankungen unterworfen und könnten so ihre Form verändern. Eine unangenehme Überraschung für die Patienten, deren Zahnersatz nachher schlecht sitze.Und auch deutsche Dentallabore prangern die Güte der Prothetik aus China an. McZahn hat darauf reagiert und ging ein Forschungsprojekt mit der Universität Köln ein. Das Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde kontrolliert nun fortlaufend die einwandfreie Qualität der künstlichen Zähne. Stichproben und Qualitätsgutachten werden erstellt. Ob das ausreichen wird, die Kritiker zu überzeugen? Sie werfen als Argument zudem in die Wagschale, dass die chinesischen Zahnersatzproduzenten nicht flexibel genug auf die individuellen Wünsche der Kunden aus Europa eingehen könnten. Dies beträfe vor allem die Ästhetik, die bei den Vorderzähnen eine große Rolle spiele und die McZahn so nicht garantieren könne. Bei Backenzähnen würden die Chinesen jedoch durchaus gute Arbeit abliefern.Neben der Qualität spielt auch das System an sich eine diskussionswürdige Rolle. Die Bundeszahnärztekammer beklagt den Franchise-Charakter von McZahn. Sie äußert Bedenken, dies würde der Berufsordnung für Zahnärzte, wonach diese unabhängig und eigenverantwortlich entscheiden, zuwiderlaufen können. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Kammer gibt zu bedenken:”Treten Mängel auf, dürfte es für den Zahnarzt – und der ist allein verantwortlich für alle Leistungen am Patienten – schwierig werden, Nachforderungen in China durchzusetzen.”