Die Zeit wills billich

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aha, die Zeit befasst sich mit McZahn, ein Renomierblatt lässt einen Billiganbieter hochleben?! Schön! Ja, schön, dass ein Discounter in die gute Stube darf! Finden wir gut! Nicht, dass wir etwas gegen die Zeit hätten. Wahrscheinlich haben die Zeitredakteure einfach ein schlechtes Verhältnis zur Zahnheilkunde oder zur Medizin überhaupt.

Vielleicht sollte man den Bogen einfach weiterspannen:

anstatt einem hochpreisigen Blatt, wie der Zeit können wir ja auch ein niederpreisiges Medium wie Super-Illu oder die Bildzeitung. Na ja, ob die Herren Redakteure der Zeit noch in der Lage sind, unterschiedliche Qualitäten im eigenen Metier zu erkennen, oder ist es mittlerweile egal, wo welcher PR-Text abgeschrieben wird? 

Billig eben, billig statt Qualität. Sag da nur China-Autos, billig statt Crashtest: 

Billig will ich!

Zahnersatz zum Nulltarif, Augenlasern zum halben Preis: Deutsche Ärzte haben den Wettbewerb entdeckt. Die Standesvertreter aber bekämpfen das Preisdumping am Patienten.

Die Patientin betritt eilig die nagelneue Zahnarztpraxis im Zentrum von Krefeld. Mit einem Schritt überquert sie die Fußmatte am Eingang. Die ist halb grün, halb blau, in der Mitte prangt in weißer Schrift: McZahn. Schon steht die Patientin am Empfang. Elberg, Manuela, 43 Jahre, Altenpflegerin, gesetzlich versichert. Sie braucht drei neue Kronen und eine neue Frontzahnbrücke. Sie zahlt dafür: nichts.

McZahn klingt wie McDonald’s, und das soll es auch. McZahn will eine Marke werden. Ein Fielmann für die Zähne. Die jungen Arzthelferinnen hier tragen weiße T-Shirts, auf dem Rücken dasselbe Logo wie auf der Matte am Eingang. Eine boomende Ablegerpraxis gibt es derzeit in Stuttgart, viele weitere würde McZahn gern bundesweit eröffnen. »Zahnersatz zum Nulltarif« heißt der Slogan. Es scheint, als hätten deutsche Ärzte den Wettbewerb entdeckt.

Doch schon geißeln Kritiker die Verramschung der Heilkunde – und die berufsständischen Vereinigungen leisten heftigen Widerstand. Erst vor Kurzem hat der Zulassungsausschuss der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Nordrhein (KZV) drei Zahnärzten, die im Praxisnetz von McZahn mitmachen wollten, die Zulassung verweigert. Der Ausschuss fürchte um die freiberufliche Stellung und Unabhängigkeit der Zahnärzte, sagte ein KZV-Sprecher. Inzwischen laufen Widerspruchsverfahren gegen die abschlägigen Zulassungsbescheide. In den kommenden Wochen soll über sie entschieden werden. Notfalls will McZahn den Streit vor das Landessozialgericht bringen.

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