Archive for July 8th, 2007

Aus dem Bonusheft

July 8, 2007

nette Fortsetzungsgeschichte aus “Jetzt”:

Der Zahnarzt war dabei, Herrn Zunder eine Brücke einzusetzen, aber mittendrin fiel er tot um. Die Helferin schrie. Der Bohrer kreischte.
Des einen Ende bildet hier nur den Auftakt. Dies ist eine Art Fortsetzungsgeschichte.
Ein paar Tage später suchte Herr Zunder einen anderen Zahnarzt auf. Als dieser unmögliche politische Ansichten vertrat, konnte Herr Zunder nicht einmal widersprechen, sein Mund war ein Bullauge, die Brücke wurde gerade darin verankert. So trieb sein Widerspruch auf dem Speichelfluss davon, bis ins tote Meer. Als Herr Zunder den langen Weg zurückgeschwommen war, hatte der Zahnarzt schon eine Affäre mit Frau Zunder angefangen. Klar, der Kerl hatte mehr Geld als er und einen längeren, weil besseren Atem. Es war hoffnungslos. Herr Zunder sah keinen anderen Ausweg, als sich von der Brücke zu stürzen.
Die zahnärztliche Rechnung kam eine Woche später in Socken bei der Ehefrau an, wurde zerrissen und auf ihrem bebenden Körper verstreut.

und noch mal Billich: kein schöner Lächeln..

July 8, 2007

das Thema hatten wir doch auch schonmal: Eichenseer und Co. – wir bleiben dran…

Medizinern vergeht “Schönes Lächeln”

Bezirksverband der Zahnärzte empört: Private Zahn-Tagesklinik wirbt “marktschreierisch”

Regensburg. “Schönes Lächeln” heißt das Motto des 21. Oberpfälzer Zahnärztetags. Neben der Thematik ästhetischer Zahnheilkunde aber zeigen die Zahnärzte auch einem ihrer Kollegen die Zähne. “Marktschreierische Werbung” wirft Dr. Michael Förster, Vorsitzender des Zahnärztlichen Bezirksverbands, dem Schmidmühlener Zahnarzt Dr. Johann Eichenseer vor.

Dieser hat am Montag eine “Zahnärztliche Tagesklinik Regensburg” (ZTR) eröffnet. In Schmidmühlen betreibt der 53-Jährige bereits eine Zahnklinik. In der ZTR nun sollen zehn Zahnärzte – acht Namen stehen schon auf der Tür in der Bischof-von-Henle-Straße 2a – mit 41 Helferinnen täglich etwa 200 bis 300 Patienten betreuen, sieben Tage die Woche, samstags und sonntags von 9 bis 12 Uhr. Und das zu enorm günstigen Konditionen: kostenfreie Beratung, Ersatzgarantie, Implantate für 700 Euro.

“Deutschlandweit” neu?

Eigenen Angaben zufolge hat Eichenseer 900 000 Euro in die Tagesklinik investiert, die Förster und sein Fortbildungsreferent Dr. Hartmut Mertins “im Prinzip als eine Gemeinschaftspraxis” bezeichnen. Für Eichenseer und seine Mitstreiter ist es “deutschlandweit die erste Zahnklinik in überörtlicher Berufsausübungsgemeinschaft mit 24-Stunden-Service und Zahnersatz ohne Zuzahlung”. Letzteres freilich nur bei Festzuschuss mit Bonus von 30 Prozent und Regelversorgung.

Für die Kammer wie auch für Professor Dr. Gerhard Handel, Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik an der Uni Regensburg, ist Skepsis angesagt. Der Professor, Schirmherr des 21. Oberpfälzer Zahnärztetags, stört sich an zweierlei: zum einen an der Eigenwerbung, in der sich Eichenseer als “einen der führenden Implantologen Deutschlands” bezeichnen lässt. “Ich kenne die meisten führenden Implantologen”, kontert Handel. “Herrn Eichenseer kenne ich nicht ?” Zum anderen ist der Professor überzeugt, dass in einer “Tagesklinik” (der Begriff ist nicht geschützt) Patienten nicht individuell und vom Zahnarzt ihres Vertrauens behandelt werden könnten, dass “schöne Zähne” in jedem Fall ihr Geld kosteten und Sonderleistungen auch in einer privaten Zahnklinik bezahlt werden müssten. “Irgendwo muss das Geld im Dorfe bleiben”, sagt Handel.

Kammer will prüfen

Für Bezirksverbandschef Förster “findet da Unpersönlichkeit statt”. In den Billigangeboten seien möglicherweise weitere Kosten verborgen, und in dem ganzen Konzept stecke die Gefahr, dass “Gesundheit zur Ware verkommt. Als Zahnarzt habe ich eine gewisse Demut dem gegenüber, der sich in meine Verantwortung begibt.” Die Kammer werde prüfen, ob die marktschreierische Werbung einen Verstoß gegen die Berufsordnung der bayerischen Zahnärzte darstelle und ob der Patientenschutz gewährleistet sei.

Der Oberpfälzer Zahnärztetag, zu dem diesmal schon 950 Anmeldungen vorliegen, sei als Qualitäts- und Fortbildungsoffensive eine klare Antwort auf selbst ernannte Preisbrecher in Zahnklinikketten. Übrigens, so Förster und Martins, sei die von Eichenseer gegründete ZTR nichts Neues. Der Kollege habe bereits in Germering eine solche eröffnet und mittlerweile wieder geschlossen. Eichenseers Vorhaben, in München und Riedenburg weitere Zahnkliniken zu eröffnen, seien unter diesem Aspekt in Frage zu stellen.

immer wieder: Ärger beim Zahn-Discounter

July 8, 2007

nun berichtet auch der Stern in der aktuellen Ausgabe – wir sagen dazu:

Billich war schon immer etwas teurer…

“McZahn” vertreibt billige Inlays und Kronen aus China und will in gesamt Deutschland expandieren. Doch es bleibt vorerst beim Wollen – die Widerstände der etablierten Ärzte und Labors sind erheblich, das Franchise-Modell hat seine Tücken.

Ein Netz von über 400 Praxen wollte der Zahn-Discounter bis Ende 2009/Anfang 2010 bundesweit aufbauen. Doch bislang existieren erst zwei Praxen. Eine liegt in der Krefelder Innenstadt, die zweite in Stuttgart. Weitere Niederlassungen, etwa in Berlin, Essen, Fulda, Hamburg, Kalkar, Köln und Palma de Mallorca, sind in Planung. Doch woran liegt es, dass sich die vollmundigen Pläne von “McZahn” nicht so schnell erfüllen wollen?

Kronen sind in China billiger

Denn die Idee ist simpel und verspricht in Zeiten einer “Aldisierung” der Gesellschaft großen Erfolg: Schnell und laut Werbung auch “zum Nulltarif” ist der Zahnersatz bei “McZahn”. Wie das funktioniert? Eine Krone, in Deutschland gefertigt, kostet knapp 210 Euro. In China ist sie bereits für 70 Euro zu haben. Eine lohnende Differenz. Vorausgesetzt jedoch, dass der Abdruck passgenau angefertigt wurde und die Krone dem Kunden später professionell eingesetzt wird. (Fortsetzung hier)