Zahnarzt-Rebell“ Eichenseer verliert Regensburger Zahnärzte-Streit

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 Es schreibt die Mittelbayrische Zeitung (Chef ist übrigens Peter Esser)

Schlappe für den so genannten „Zahnarzt-Rebellen“ Dr. Johann Eichenseer: Das Landgericht Regensburg hat dem Leiter der Zahnärztlichen Tagesklinik Regensburg untersagt, sich weiterhin als „führenden Implantologen“ zu bezeichnen. Zudem darf Eichenseer die Ärzte in seiner Praxis nicht mehr als ein „erfahrenes Team von Spezialisten“ bewerben.

Richter Dr. Hans Rauch begründete die Entscheidung der Handelskammer damit, dass es Eichenseer mit seinen eingereichten Urkunden und Bescheinigungen nicht gelungen sei, glaubhaft zu machen, er gehöre tatsächlich zu den Spitzenkräften der Implantologie in Deutschland. Er habe zwar „zweifellos ein hohes Maß an Engagement und auch eine lange praktische Erfahrung“, dies allein reiche jedoch nicht aus. „Er muss Vorreiter sein, neue Techniken anwenden und nicht nur Quantität, sondern auch Qualität liefern.“ So lange er den Beweis dafür schuldig bleibe, sei eine solche Werbeaussage für die Patienten irreführend, so Richter Rauch. Das Gericht verhängte in dieser Sache ein Ordnungsgeld für Zuwiderhandlungen in Höhe von bis zu 250000 Euro ersatzweise Ordnungshaft.

Auch das „Team von Spezialisten“ darf künftige nicht mehr in Werbeanzeigen der Zahnärztlichen Tagesklinik angepriesen werden. Belege der klagenden Zahnärzte hätten gezeigt, dass Eichenseer zum Teil sehr junge Zahnärzte in seiner Praxis beschäftige, die erst über eine kurze berufliche Erfahrung verfügten. „Ein Doktortitel reicht nicht“, so der Richter. Eichenseer wollte dem Gericht keine Angaben zu seinem Team machen und verwies auf den Datenschutz.

Eine Einstweilige Verfügung, in der es um ein Werbefoto des Praxisteams von Eichenseer in Berufskleidung ging, wurde bereits im Vorfeld aufgehoben. Zahnarzt Jörg Weishaupt hatte seine Klage zurückgezogen.

Der Anwalt von Eichenseer, Konrad Krauß, kündigte unmittelbar nach der gestrigen Verhandlung den Gang vor die nächsthöhere Instanz beim Oberlandesgericht in Nürnberg an. „Es geht uns um eine grundsätzliche rechtliche Definition der Begriffe führend und Spezialist.“ Auf Klägerseite zeigte sich Zahnarzt Weishaupt zufrieden mit der Entscheidung des Gerichts. „Hoffentlich haben die marktschreierischen Werbemethoden Eichenseers nun ein Ende.“

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