Archive for September 29th, 2007

Zahnarzt wollte Frau nicht behandeln, weil sie kein Kopftuch trug

September 29, 2007

schreibt  shortnews:

In Bury (Großbritannien) hat sich ein muslimischer Zahnarzt geweigert, eine Patientin zu behandeln, falls diese kein Kopftuch trägt. Obwohl die Frau beteuerte, ihren islamischen Glauben nicht zu praktizieren, blieb der Arzt bei seiner Meinung.

Da die 31 Jahre alte Frau Zahnschmerzen hatte und sich unbedingt behandeln lassen wollte, ging sie auf die Forderung ein und lieh sich ein Kopftuch aus. Nach der Behandlung reichte sie Klage ein.

Laut Anwalt des Zahnarztes besteht sein Mandant zum Schutz seiner eigenen Ehre darauf, dass sich Musliminnen vor der Behandlung mit Ausnahme von Gesicht und Händen verhüllen. Wenn ihm Fehlverhalten nachgewiesen wird, könnte er die Zulassung verlieren.

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ftd: Lückenfüller aus Fernost

September 29, 2007

neues zu McZahn, diesmal aus der ftd

Lückenfüller aus Fernost

von Michael Brunnbauer

Während Ketten wie McZahn für viel Wirbel sorgen, formieren sich im Hintergrund die wahren Player. Ein neuer Discountmarkt für Zahnersatz entsteht in Deutschland.

Der Firmensitz von Flemming Dental ist relativ unscheinbar. Ein grauer Bürokomplex im Hamburger Industriegebiet Hammerbrook. Gegenüber einer Autowerkstatt. Von hier aus koordiniert die Gesellschaft das größte deutsche Netzwerk an Dentallaboren mit rund 2000 Mitarbeitern an über 60 Standorten.

“Im Gegensatz zu unserer Konkurrenz produzieren wir ausschließlich in Deutschland”, sagt Vorstand Mathias Schmidt. Rund 6500 Zahnärzte beziehen ihren Zahnersatz mehr oder weniger regelmäßig von Flemming Dental, der Umsatz des Unternehmens lag 2006 bei 104 Mio. Euro.

Eine enorme Summe für einen stark zersplitterten Markt, der von mittelständischen Dentallaboren dominiert wird. Doch Zahnersatz Made in Germany könnte bald zum Auslaufmodell werden. Insgesamt setzten deutsche Dentallabore im Jahr 2005 rund 3,3 Mrd. Euro um.

Steigende Marktanteile

Schöner neuer Zahnersatz
Schöner neuer Zahnersatz

Doch der Markt wird derzeit gleich von zwei Seiten neu aufgerollt: von Franchiseketten wie McZahn oder Dr. Z, die in standardisierten Zahnarztpraxen den Zahnersatz zum Nulltarif anbieten. Und durch Dentallaborunternehmen ohne eigene Praxisstrukturen, die Kundenstämme von mehreren Tausend Zahnärzten beliefern.

“Bis zum Jahr 2020 wird der Marktanteil von Discountanbietern auf 20 Prozent steigen”, schätzt Gesundheitsökonom Peter Oberender den Markt ein. “Dabei kann es gut sein, dass sich Franchise- und Dentallaborstrukturen parallel entwickeln werden.” Die Grundlage für Zahnersatz zum Nulltarif lieferte der Gesetzgeber, als er im Jahr 2005 beim Zahnersatz die prozentuale Kostenbeteiligung zugunsten eines Festzuschusses aufgab.

Dadurch können Kostenersparnisse beim Materialeinkauf erstmals direkt an den Patienten weitergegeben werden. Das Konzept von McZahn war geboren: Billiger Zahnersatz aus China kombiniert mit einer günstigen Franchise-Kostenstruktur.

Zahnärzte bezahlen einmalig 35 000 Euro und erhalten dafür eine komplett ausgestattete Praxis im McZahn-Design. Dafür muss der Arzt spätestens ab dem vierten Geschäftsjahr 45 Prozent seines Honorarumsatzes an McZahn abgeben. Der Clou: Selbst bei nicht ausgefülltem Bonusheft erhält jeder Patient die Regelversorgung zum Nulltarif.Ein Angebot, das Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), eher kritisch beurteilt: “Zahnersatz zum Nulltarif wird nur bei der Regelversorgung versprochen. In den meisten Fällen sind darüber hinausgehende Leistungen notwendig oder vom Patienten gewünscht. Das Versprechen soll den Patienten nur anlocken.”

Das Konzept von McZahn ging bisher nicht auf. Knapp ein Jahr nach Marktantritt gibt es von den bis spätestens 2010 geplanten 400 Praxen gerade mal vier. Werner Brandenbusch, der Vorsitzende von McZahn, hatte offensichtlich nicht damit gerechnet, wie hart Standesvertreter und Zulassungsausschüsse für das Bestehen zahnärztlicher Autonomie kämpfen würden.

Vorsichtshalber hat er schon mal einen neuen Vertrag für Zahnärzte aufgesetzt, eine Art McZahn light, bei dem Zahnärzte ihre eigene Praxis gegen eine geringere Gebühr von 10.000 Euro und maximal 30 Prozent des Umsatzes einbringen können.

Noch mehr Selbstbestimmung bietet das Konzept des Konkurrenten Dr. Z, bei dem jeder Zahnarzt als Partner beeinsteigen kann. Entsprechend der Höhe der Kapitalbeteiligung fällt später der Anteil am Gewinn aus. Doch auch Dr. Z steht mit gerade mal zwei Praxen noch am Anfang. Hinter den Kulissen gehen währenddessen die wahren Player im Geschäft mit dem Auslandszahnersatz in Stellung.

Dentallaborunternehmen wie Mamisch Dental Health (MDH) oder Permadental wollen den wachsenden Discount-Markt für sich erobern. Jedes Unternehmen kooperiert bereits mit Tausenden von Zahnärzten. Im Gegensatz zu Franchisesystemen gehen sie keine feste vertragliche Bindung mit den Zahnärzten ein.

Ausgelagerte Labor

Mitarbeiter eines Dentallabors der MDH-AG (Mamisch Dental Health) in Shenzhen, China
Mitarbeiter eines Dentallabors der MDH-AG (Mamisch Dental Health) in Shenzhen, China

Dadurch können diese ihren Patienten sowohl den teuren Zahnersatz vom deutschen Meisterlabor als auch den billigen aus dem Ausland anbieten. “Wir könnten mit unserer Struktur so etwas wie McZahn innerhalb kürzester Zeit auf die Beine stellen”, sagt Holger-Ludwig Riemer, Vorstand von MDH. “Aber damit würden wir uns nur unsere eigenen Kunden verprellen.

Wir wollen aber alle Zahnärzte beliefern.” Zu diesem Zweck betreiben die Unternehmen teilweise eigene Labore in China, der Türkei oder auf den Philippinen mit jeweils mehreren Hundert Mitarbeitern. TÜV-Zertifizierung genauso wie deutsche Zahntechnikmeister vor Ort gehören dabei zum Standard der Branche. Allerdings verfolgen die Unternehmen oftmals unterschiedliche Strategien.

Imex Dental beispielsweise hat es geschafft, mit einzelnen Betriebskrankenkassen besondere Kooperationen auszuhandeln. Dadurch kann es den Versicherten nicht nur Zahnersatz, sondern auch Prophylaxe-Programme zum Nulltarif anbieten. Andere Unternehmen wie MDH oder Dentaltrade betreiben eigene Zahnarztnetzwerke.

Effektive Kundenbindung

Sie machen Patienten durch Werbung oder im Internet auf sich aufmerksam, um diese anschließend an Zahnärzte aus ihrem Netzwerk weiterzuleiten – kostenlose Patientenakquise für den Zahnarzt. “Damit haben wir schon ganze Praxen saniert”, sagt MDH-Geschäftsführer Riemer.

Wirtschaftliche Abhängigkeit anstatt vertraglicher Bindung – eine effiziente Form der Kundenbindung. Als Gegenbewegung zum Discount-Zahnersatz entstehen auch Netzwerke wie Macdent oder Godentis. Sie wollen hohe Qualitätsstandards und festgelegte Arbeitsabläufe im Rahmen eines Franchisesystems etablieren.

“Wie bei den Optikern wird sich der Markt für Zahnersatz aufteilen zwischen Billig- und Premiumanbietern”, beurteilt Gesundheitsexperte Oberender die Marktentwicklung. Praxen von Macdent ist es zwar prinzipiell nicht verboten, Auslandszahnersatz zu verwenden. Er muss allerdings von entsprechend hoher Qualität sein.

Diese kontrolliert Zahnarzt Armin Jäckel, Gründer und Vorstand von Macdent, persönlich einmal im Jahr in jeder Macdent-Praxis. Die Tochtergesellschaft Godentis des privaten Krankenversicherer DKV ist rigoroser. “Wir akzeptieren nur Dentallaborleistungen Made in Germany”, sagt Vorstand Carsten Bischoff.

Für Patienten liegt der Reiz beider Systeme jedoch weniger bei der besseren Qualität, die ohnehin schwer zu beurteilen ist. Interessant sind eher die exklusiven Kooperationen mit den Versicherungen. Bestimmte sonst kostenpflichtige Prophylaxe-Programme werden dem Patienten von der Kasse erstattet, nimmt er sie in den Praxen von MacDent oder GoDentis in Anspruch.

“Insgesamt befindet sich der Markt jedoch noch am Anfang”, sagt Marketingchef Klaus Spitznagel von Permadental. Das aus den Niederlanden stammende Unternehmen rechnet damit, dass der Anteil von Auslandszahnersatz in Deutschland von momentan fünf Prozent auf ein Niveau wie in den Niederlanden steigen könnte – ein Viertel des Marktes.

Solche Zahlen machen selbst große Dentallaborketten wie Flemming Dental nervös. “Auch wir denken darüber nach, ob wir unter einer anderen Marke im Ausland produzieren lassen”, sagt Geschäftsführer Mathias Schmidt. (… siehe link oben)