Archive for October 28th, 2007

Modulares System der Fort- und Weiterbildung

October 28, 2007

die offizielle Stellungnahme der Bundeszahnärztekammer:
Die enge Verzahnung von Fort- und Weiterbildung durch Einführung eines modularen Systems der postgradualen zahnärztlichen Fort- und Weiterbildung wurde bei der letzten Vorstandssitzung der BZÄK diskutiert. Zu diesem Thema wurde eine Kooperationsvereinbarung zwischen BZÄK, DGZMK und VHZMK beschlossen. Ziel ist es dabei, eine bessere Transparenz und Durchlässigkeit aller Qualifizierungsangebote zu erreichen.

Die Vorschläge zu einem modularen System sollen auch während einer gemeinsamen Koordinierungskonferenz der Fort- und Weiterbildungsreferenten der Kammern Anfang November und dann auf der Bundsversammlung weiter diskutiert werden. Angesichts der professionspolitischen Brisanz des Themas ist eine breite Konsensfindung unerlässlich. (BZÄK)

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unwürdige Studentenrituale

October 28, 2007

Studenten in Strumpfhosen ausgesetzt

Vor kurzem hatte Spiegel Online bereits schonmal über die seltsamen Aufnahmeritualen in Verbindungen und Burschenschaften berichtet:

Sie rochen streng und hatten Matsch im Gesicht, untenrum trugen sie nur Müllsäcke oder Nylon-Strumpfhosen. 13 frierende Holländer wurden nahe Dortmund ausgesetzt und sollten zurück nach Amsterdam finden. Das Aufnahmeritual einer Verbindung endete bei der Polizei. (…)

Studentenverbindungen: Zum Sex mit Hühnern gezwungen

October 28, 2007

über holländische Aufnahmerituale zu Studentenverbindungen berichtet Spiegelonline

Gedemütigt, ausgesetzt, blamiert (von Anne Huschka)

Auf Erstsemester in niederländischen Studentenverbindungen warten mal bizarre, mal rausame Aufnahmerituale. Laut Tierschutzbehörde sollen Studenten gezwungen orden sein, lebende Goldfische zu schlucken – und auch von Sex mit Hühnern ist die Rede.
Studentenvereinigungen – für viele Erstsemester in den Niederlanden sind sie der unkomplizierte instieg ins Studentenleben. Man lernt schnell viele Leute kennen, und es gibt immer etwas zu eiern. Eigentlich soll bei den Treffen die “gezelligheid” im Vordergrund stehen. Doch nach einem rsten Kennenlernen (“kennismakingstijd”) steht erstmal die “ontgroening” an – die “Entgrünung”
der neuen Mitglieder. abei unterziehen ältere Mitglieder die Kandidaten verschiedenen Prüfungen. Manchmal sind es infach lautstarke Späße über die neuen Studenten, manchmal aber auch brutale und rniedrigende Rituale – wie kürzlich in Delft, einer Stadt in Südholland, geschehen sein soll. Die Vorwürfe eines Vaters, dessen Sohn dort eine “ontgroening” abbrach, sind hart. Die aufnahmewilligen Erstsemester seien mit allen Mitteln schikaniert und gedemütigt worden, schreibt er in einer großen Zeitung.

“Zuchtbecken für Abu Ghreib”

Der Vater schildert das Programm so: Die Studenten hätten stundenlang im Eiswasser sitzen müssen und Schlafentzug bekommen; sie seien an den Handgelenken aufgehängt worden und hätten eine Woche im nassen Schlafsack liegen müssen. Außerdem seien sie gezwungen worden, mit einer brennende Kerze im Mund in einem Bierkasten zu sitzen und nach oben zu schauen.
Nach einer Woche habe ein total veränderter Sohn vor der Tür gestanden: “körperlich und mental gebrochen”. Das Delfter Studenten-Corps, dessen Altmitglied er ist, “ist ein Zuchtbecken geworden für Menschen, die sich in Abu Ghreib zu Hause fühlen würden”, so der Vater im Zeitungsartikel.
Begründet werden die Rituale mit der “Förderung des Gruppenzusammenhalts”. Es sind nicht die Opfer selbst, die sich an die Öffentlichkeit wenden. Was hinter den Türen der Vereinigungshäuser geschieht, ist geheim. Wer etwas “verrät”, dem drohen harte Repressalien.
Zu Geschlechtsverkehr mit Hühnern gezwungen?

“Wir haben es mit einer Schweigekultur zu tun, das macht es besonders schwierig”, sagte Jelko de Ruiter der Volkskrant. Er ist Sprecher der niederländischen Tierschutzinspektion, die derzeit besonders unappetitlichen Vorwürfen gegen eine Studentenvereinigung im Umfeld der Nyenrode Business University bei Utrecht nachgehen. Dort sollen Studenten bei einem Aufnahmeritual zu Sex mit Hühnern gezwungen worden sein: “Die Meldung, die uns gemacht wurde, klingt unglaublich, ist aber so detailliert, dass wir den Eindruck haben, dass so etwas vorgefallen sein
kann.” Wer sich geweigert habe, Geschlechtsverkehr mit einem Huhn zu haben, dem sei angedroht worden, dass das Tier ihm in die Weichteile hacke. Aufnahmewillige seien außerdem gezwungen worden, Stierblut zu trinken und mit einem abgeschnittenen Stierpenis in der Hose herumzulaufen. Eine Person aus dem nahen Umfeld eines Gedemütigten habe die Vorfälle gemeldet. Die Untersuchungen laufen. Bizarre Aufnahmeprüfungen gibt es bei Studentenvereinigungen auf der ganzen Welt. In vielen westlichen Kulturkreisen sind die häufig grausamen und erniedrigenden Rituale unter verschiedenen Bezeichnungen üblich, wie etwa in Polen (Fala), Italien (nonnismo) oder Brasilien Trote. In Frankreich sorgt die “Bizutage” in Frankreich immer wieder für Proteste; an US-Unis werden Bewerber bei Studentenverbindungen beim “Hazing” bisweilen mit Eiswasser übergossen,
mit Urin eingerieben oder erhalten Elektroschocks.
“Diese Menschen werden vielleicht unser Land steuern”
Aus den Niederlanden sind nicht ganz so drastische Rituale bekannt. So wurden vor einem Monat 13 frierende holländische Studenten nahe Dortmund ausgesetzt. Sie hatten Matsch im Gesicht, untenrum trugen sie nur Müllsäcke oder Nylon-Strumpfhosen. Ohne Geld und Papiere sollten sie Studenten zurück nach Amsterdam finden. Das Aufnahmeritual endete bei der Polizei – wie schon
im September 2005, als zwei Studenten ebenfalls ohne Geld, Ausweis und Hosen im nordrheinwestfälischen Anröchte ausgesetzt wurden. Auch sie sollten per Anhalter oder zu Fuß nach Amsterdam zurückkehren, eine Polizeistreife fischte die beiden am Straßenrand auf. Fie Beschuldigungen, die jetzt bekannt wurden, haben eine ganz andere Qualität. So sollen auch im Norden der Niederlande Tiere für “Willkommensrituale” missbraucht worden sein, bei denen Neumitglieder lebendige Goldfische schlucken mussten. In Amsterdam wurden zwei Zwergziegen
in einem Studentenhaus der Lanx-Vereinigung gefunden. Beide waren wegen falscher Fütterung in erbärmlichen Zustand, eine musste eingeschläfert werden. Woher die Ziegen kamen – das konnte oder wollte niemand sagen.
Jelko de Ruijter, den Sprecher der niederländischen Tierschutzinspektion, entsetzt das Schweigen, denn “es geht um gebildete Menschen, die vielleicht mal unser Land steuern werden”. Seine Behörde forderte in einem Schreiben alle Vereinigungen und die Amsterdamer Universitäten dazu auf, Tiere nicht für Willkommensrituale zu missbrauchen. Die TU Delft hat derweil Konsequenzen aus den in der Zeitung veröffentlichten Anschuldigungen gezogen. Nicht alle Vorwürfe des Vaters seien zutreffend. Doch man könne bestätigen, dass einige Studenten “physischer Gewalt und extremer Demütigung” ausgesetzt worden seien. Die TU sieht den guten Ruf der Universität beschädigt und kürzte den Willkommens-Etat für das Delfter
Studenten Corps um 36.000 Euro, ein Drittel der eigentlichen Unterstützung.