Archive for October 29th, 2007

Zahntourismus

October 29, 2007

ein eigenes Blog wirbt für Zahntourismus:

Zahnarzt im Ausland 

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Warum Tauschgeschäfte ohne Geld an Grenzen stossen

October 29, 2007

 

 

 

 

Warum Tauschgeschäfte ohne Geld an Grenzen stossen – das beschreibt die NZZ.

Vor kurzem ist die erste Schweizer Plattform für Tauschgeschäfte im Internet aufgeschaltet worden. Work4Work bietet unter dem Motto «Leistungen tauschen, Freunde finden» die Möglichkeit an, kostenlos nach Gleichgesinnten zu suchen, die für den Austausch von Leistungen auch kein Geld in die Hand nehmen möchten. In einer Medienmitteilung werden Beispiele gegeben: Ein Zahnarzt übernimmt etwa die Zahnsanierung eines Gärtners, dieser legt dafür den Garten des Zahnarztes neu an. An der Art des Tausches ist an sich nichts Ungewöhnliches: In vielen Bereichen werden Leistungen ausgetauscht, ohne dass dabei Geld fliesst – Arbeit im Haushalt, Nachbarschaftshilfe, Freiwilligenarbeit, auch gewisse Formen der Schwarzarbeit. Als wirtschaftliche Tätigkeiten werden diese Leistungen meist allein deshalb nicht gesehen, weil sie nicht in die Berechnung des Bruttosozialprodukts einfliessen. Für die Promotoren scheint der Tauschhandel aber zusätzlich eine besondere «Wertschöpfung» zu haben: Es muss nicht auf das anrüchige Tauschmittel Geld zurückgegriffen werden. In gewissen Bereichen dürften die Menschen dies tatsächlich schätzen. Aber wollten sie genereller auf Geld als praktisches Tauschmittel verzichten? Die Probleme liegen auf der Hand: Wie viel Zahnfüllungen ist die Bepflanzung der Rosenbeete nun genau wert? Und was ist, wenn der Garten des Zahnarztes zu klein für die Dentalprobleme des Gärtners ist? Geldpreise setzen hier genau die Signale, die die Arbeitsteilung der Menschen so unglaublich produktiv gemacht haben.

Tausende Krankenschwestern drohen mit Massenkündigung

October 29, 2007

Tausende Krankenschwestern drohen mit Massenkündigung – interessanter Bericht aus Spiegel-Online

Streik war gestern: Finnlands Pflegekräfte setzen auf eine radikale Methode im Tarifstreit um mehr Gehalt. 13.000 drohen damit, alle am selben Tag zu kündigen. Stockholm – 13.000 Krankenschwestern und Pfleger – das ist nicht wenig in einem Land, das insgesamt nur 32.500 Schwestern und Pfleger hat. Vor allem, wenn genau diese 13.000 Krankenhausmitarbeiter beschließen, ihre Lohnforderungen mit einem ungewöhnlichen Mittel Nachdruck zu verleihen: Sie wollen nicht streiken, sondern gleich ganz kündigen – und das alle am gleichen Tag. Genau damit drohen derzeit die knapp 13.000 Krankenschwestern und -pfleger in Finnland, sollten ihre Forderungen im kommenden Tarifvertrag nicht erfüllt werden. Schriftlich haben sie sich deshalb verpflichtet, in diesem Fall am 19. November gleichzeitig zu kündigen.

Schwer war es für die Krankenpflegegewerkschaft “Tehy” nicht, unter ihren Mitgliedern Teilnehmer für eine Massenkündigung zu rekrutieren. Weil es in Finnland an Pflegepersonal fehlt, hat kaum eine Schwester Angst, die alte Stelle nach dem Tarifkonflikt nicht wiederzubekommen. “Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Wir waren ausreichend lange die lieben Mädchen”, sagt die 54-jährige Chirurgiekrankenschwester Gun Ward der Zeitung “Huvudstadsbladet” in Helsinki. Seit 20 Jahren arbeitet sie als Schwester. Ihr heutiger Nettomonatslohn liegt trotz großer beruflicher Verantwortung für Leben und Tod und langen Nachtschichten bei nur rund 1400 Euro im Monat. Sie ist kein Einzelfall – weswegen die schlecht bezahlten Krankenschwestern die Sympathie des Volkes mehrheitlich hinter sich haben.

Kein Wunder also, dass die Krankenhausverwaltungen im ganzen Land Panik kriegen: Sie warnen vor chaotischen Zuständen in finnischen Spitälern. Der gesamte Krankenpflegebereich, bis auf die lebensrettenden und lebenserhaltenden Abteilungen könnte völlig zum Erliegen kommen, warnen Krankenhausverwalter. Allein in der Hauptstadt Helsinki sollen laut Gewerkschaftsplan 25 Prozent der Krankenschwestern die Kündigung angedroht haben. In anderen Landesteilen soll der Anteil noch höher liegen.

Wahlversprechen: 540 Euro mehr Lohn im Monat

Private Pflegedienste sollen zwar für viel Geld die Lücken schließen, aber die knapp 13.000 in ihren Berufen sehr routinierten Pflegekräfte können sie nicht ersetzen. Das weiß auch die Arbeitgeberseite: Das Ganze sei unmoralisch, die Patientensicherheit sei durch eine solche Maßnahme in Gefahr, kritisiert sie deshalb. “Unsere Mitglieder arbeiten genau bis zum 19. November. Danach sind sie nicht mehr im Beruf tätig und dementsprechend auch nicht mehr in der Verantwortung”, kontert Gewerkschaftlerin Jaana Laitinen-Pesola die Vorwürfe kalt.

Für die erst im März dieses Jahres neu gewählte Mitte-rechts-Regierungskoalition unter dem liberalen Ministerpräsident Matti Vanhanen wird der Tarifkonflikt zur Feuerprobe: Denn einer der Gründe für die Unnachgiebigkeit der Krankenschwestern ist ein Wahlversprechen von Vanhanens konservativem Koalitionspartner, der Samlingsparti (Sammlungspartei). Die hatte versprochen, die Löhne bei einem Wahlsieg um stattliche 540 Euro im Monat zu erhöhen. Nun fordert die Gewerkschaft die Einlösung dieses Versprechens. Sie will 430 bis 650 Euro mehr pro Monat, zu realisieren innerhalb der kommenden zweieinhalb Jahre.

Dazu kommt: Die Arbeitgeber stehen der angedrohten Massenkündigung ratlos gegenüber. Hilflos fordern sie, dass sich jeder Beschäftigte persönlich ein Kündigungsschreiben einreicht – in der Hoffnung, dass sich einige das Ganze noch einmal überlegen. Die Gewerkschaft meint, das sei nicht nötig. Sie könne mit den bereits von ihren Mitgliedern eingeholten Vollmachten als Arbeitnehmervertretung Listen der kündigungswilligen Schwestern und Pfleger an die zuständigen Personalabteilungen der jeweiligen Krankenhäuser schicken.

Leere Drohungen

Die letzte Drohung der Arbeitgeber ist die Ankündigung, es werde keine automatische Wiedereinstellung nach Beendigung des Konfliktes geben, vor allem nicht genau in der gleichen Position. Wegen des großen Mangels an Personal gilt dies dem Pflegepersonal jedoch nur als leere Drohung. Denn der Arbeitskampf macht sich schon jetzt in den finnischen Krankenhäusern bemerkbar: Die Gewerkschaft hat ihren Mitgliedern verboten, Überstunden zu leisten oder sich auf neue Stellen zu bewerben.

Der Staat versucht nun, zwischen den Tarifparteien zu vermitteln. “Die Ausgangssituation für eine Einigung ist eher schwierig”, gab der staatliche Vermittler Juhani Samonius zu. Er will nun, nach zahlreichen Treffen mit beiden Tarifparteien, am 5. November ein erstes Angebot vorstellen. Die Zeit dafür wird knapp.