Health Web 2.0: Revolution des Gesundheitswesens?

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Hintergrund: Health Web 2.0: Revolution des Gesundheitswesens?Der kollektive Wissens- und Erfahrungsaustausch im Internet hat nun auch den Gesundheitssektor erreicht. So meint zumindest das e-commerce-magazine.

Im so genannten Health 2.0 bieten Wikis, Blogs und Podcasts jedem Internetnutzer die Möglichkeit, sich über Krankheiten, Ärzte oder Medikamente auszutauschen und eigene Kenntnisse und Erfahrungen weiterzugeben. Momentan liegt der Vergleich von Ärzten im Trend. Erstmals unterziehen sich Mediziner einer Leistungsbeurteilung durch ihre Patienten.

Dies zeigt, dass der Bürger nicht länger bereit ist alles hinzunehmen, sondern sich aktiv an der „Gestaltung“ des Gesundheitswesens beteiligen möchte. Dies gilt vor allem seitdem immer mehr von den Arztbesuchern abverlangt wird – insbesondere finanziell, wie beispielsweise die Einführung der Praxisgebühr oder Zuzahlungen bei Vorsorgeuntersuchungen zeigen. Aber nicht nur der Augen- oder Zahnarzt und dessen Praxisteam werden genauer unter die Lupe genommen, sondern auch Medikamente. Auf den zahlreichen Gesundheitsportalen finden Selbsthilfegruppen, Allergiker, chronisch Kranke oder einfach Interessierte schnell und preiswert Antworten auf Fragen rund zum Thema Gesundheit. Die Spannbreite der Themen ist unendlich breit. Und in der Tat, es kommt Bewegung in den Gesundheitssektor. Das vielfältige Angebot von Preisvergleichsportalen für Medikamente bis hin zu Gesundheits-Communities hat vor allem eins zur Folge: mehr Transparenz für die Verbraucher und Patienten.

Bisher musste man sich bei der Suche nach einem neuen Arzt entweder auf Ratschläge der Freunde oder auf das Telefonbuch verlassen. Neue Portale wie jameda.de oder arztplatz.de bieten Patienten nun ein Forum, um die Leistungen ihres Arztes und dessen Team zu bewerten. Hier erfahren Neulinge, ob das Wartezimmer bei Dr. Müller stets voll ist, ob die Helferinnen freundlich sind oder ob der Behandlungsprozess am Ende erfolgreich war. Keine Fragen bleiben offen – die Gemeinschaft des Health 2.0 hilft weiter. Wertvoll sind diese Tipps jedoch nicht nur, wenn es darum geht einen kompetenten Arzt zu finden. Insbesondere wenn Arztkosten aufkommen, die selbst zu tragen sind, kann ein Vergleich den einen oder anderen Euro einsparen. Welcher Zahnarzt qualitativ gute, aber dennoch günstigste Kronen oder Inlays setzt und welcher Kieferorthopäde der Stadt schön und billig die Zahnlücken korrigiert, erfährt man auf den neuen Gesundheitsportalen. Früher wurden Preise und Leistungen einfach hingenommen. Patienten vertrauten auf das Beurteilungsvermögen ihres Arztes. Dies hat sich jetzt geändert. Heutzutage werden viele Meinungen eingezogen bevor ein Arzt aufgesucht wird. Doch stammen diese Kenntnisse und Erfahrungen von eigentlich unbekannten Personen. Kann der Patient darauf vertrauen?

Health 2.0 lebt von Einträgen, Meinungen und Erfahrungen Vieler. Die Kontrolle der Inhalte erfolgt durch die Web-Gemeinschaft. Dennoch ist es erstaunlich, dass gerade beim Thema Gesundheit die Nutzer oftmals mehr auf die Einschätzungen ihres virtuellen Nachbarn vertrauen als auf die eines Experten. Meistens handelt es sich dabei um Erfahrungsberichte und nicht um Fachwissen. Außerdem wird eine ärztliche Diagnose nicht ersetzt. Das sollte immer bedacht werden. In erster Linie haben die Informationsvielfalt und der einfache Zugriff darauf dazu geführt, dass sich das Verhalten des Patienten verändert hat. Mehr Information führt zu mehr Wissen und hat zur Folge, dass der Erwartungsdruck an die Ärzte gestiegen ist. Während bislang die Diagnose von Symptomen im Mittelpunkt stand, bringen Patienten sich immer mehr selbst ein. Sie wissen nicht nur, wie man sich präventiv vor Erkältungen schützen kann und worauf man bei der Ernährung achten soll, sondern auch, wie eine Krankheit ablaufen kann und welche Behandlungsmethoden es gibt. Ärzte haben längst erkannt, dass Blogger keine Randgruppe mehr sind. Im Gegenteil, die Community hat einen großen Einfluss auf das Verhalten eines jeden Mitglieds. Folge: der aufgeklärte Verbraucher möchte nicht mehr nur konsumieren, sondern möchte auch selbst mitbestimmen. Der Wandel bleibt nicht aus und Patientenbedürfnisse rücken in den Mittelpunkt der ärztlichen Behandlung. Aber auch den Ärzten werden neue Türen geöffnet. Sie können z.B. Experten-Blogs gründen und sich weltweit über neue Forschungsergebnisse informieren oder Fragen zum Gesundheitssystem stellen. Außerdem bieten Gesundheitsportale und Communities eine hervorragende Gelegenheit, den Patienten außerhalb der Praxis zu begegnen und deren Anliegen noch besser zu verstehen.

Andere Communities wie imedo.de oder helpster.de bieten die Möglichkeit, sich allgemein zum Thema Gesundheit zu informieren. Zusätzlich können sich Selbsthilfegruppen zu unter-schiedlichen Krankheiten bilden. Chronisch Kranke, wie Diabetes Patienten oder Menschen, die an Migräne leiden, können sich gegenseitig mit Ratschlägen unterstützen oder auf neue Wege in der Selbstmedikation hinweisen. Der Betroffenen ist nicht mehr allein mit seiner Krankheit und kann zu jeder Zeit an jedem Ort seine persönliche Gruppe aufsuchen. Aber nicht nur für Kranke bieten Gesundheitsnetzwerke Beistand. Praktische Tipps für eine ge-sunde Ernährung oder wirksame Methoden gegen Juckreiz bei Mückenstichen finden sich ebenso wie Antworten zur Praxis- oder Rezeptgebühr. Einzelne Seiten haben ihre Dienstleistungen erweitert und bieten den Usern beispielsweise mit einer SMS-Erinnerung für Medikamente einen weiteren Mehrwert an. Patienten, wie Parkinson-Kranke, die mehrmals täglich Arzneimittel einnehmen müssen, werden so per SMS an die Einnahme erinnert.

Auf den Gesundheitsportalen werden zudem hilfreiche Tipps für die Selbstmedikation weitergegeben. Seitdem der Hausarzt Hustensaft und Schnupfenspray nicht mehr verschreiben darf, geht der Betroffene bei einer Erkältung oftmals direkt zur Apotheke. Doch welches Arzneimittel ist das richtige? Welches ist wirksam und zugleich günstig? Nun schaut der Patient, wo er sparen kann. Bei Preisvergleichsportalen für Medikamente, wie apomio.de, können Erkrankte ausführlich in Patiententexten lesen und so genaueres über ein Präparat erfahren. Außerdem kann beim Preis- und Produktvergleich zusätzlich viel Geld beim Kauf von Arzneimitteln gespart werden. Aktiv setzt sich der Patient heute mit Arzneimitteln auseinander und findet im Netz schnell die Antwort. Grund für die eigenen Recherchen sind auch hier die gestiegenen Erwartungen: in den letzen Jahren wurden Leistungen gestrichen und die Kosten im Gesundheitswesen sind gewachsen.

Die zunehmende Präsenz von Gesundheitsportalen im Internet zeigt, dass eine Bewegung im Gang ist und erste Veränderungen bereits eingesetzt haben. Das bislang geschlossene System von Arztleistungen und Apothekenpreisen wurde aufgebrochen. Die Informationsvielfalt hat zu mehr Transparenz geführt, von der vor allem Patienten profitieren. Preise werden flexibler und müssen nicht mehr nur hingenommen werden. Experten rechnen in den nächsten Jahren mit weiteren Umgestaltungen. Dazu beitragen wird unter anderem auch die geplante Einführung der elektronischen Gesundheitskarte mit der Patienten noch eigenständiger handeln können.
(Autor: Matthias Storch, Geschäftsführer apomio.de)

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One Response to “Health Web 2.0: Revolution des Gesundheitswesens?”

  1. ECommerce Says:

    Marvelous, what a webpage it is! This web site presents valuable facts to us,
    keep it up.

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