Hans-Jürgen Stecher: Im Team können wir mehr erreichen

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Die DGI bietet vom kommenden Jahr an zusammen mit der Akademie Praxis und Wissenschaft der DGZMK ein Curriculum Implantatprothetik und Zahntechnik an. Es richtet sich an Zahnärzte und Zahntechniker. In sechs Wochenendkursen geben renommierte Dozenten einen fundierten Überblick über das aktuelle Spektrum der Implantatprothetik und Zahntechnik.

„Angesichts der rasanten Entwicklung sowie steigender Anforderungen der Patienten sind Zahnarzt und Zahntechniker gemeinsam gefordert, um gute funktionelle und ästhetische Ergebnisse zu erzielen“, sagt DGI-Fortbildungsreferent Dr. Gerhard Iglhaut, Memmingen. Diese Einsicht ist der Grund für eine neue Fortbildungsinitiative der DGI, die sich erstmals an Zahnärzte und Zahntechniker gemeinsam richtet: Zu Beginn des kommenden Jahres wird das neue Curriculum Implantatprothetik und Zahntechnik anlaufen, das die DGI zusammen mit der Akademie Praxis und Wissenschaft (APW) der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde (DGZMK) anbieten wird. „Hervorragende Ergebnisse“, so Dr. Iglhaut, „lassen sich nur bei einer guten Kooperation zwischen Zahnarzt und Zahntechniker realisieren, die Schnittstellen müssen passen.“ Denn Zahntechniker und Zahnarzt stoßen bei der prothetischen Versorgung bald an Grenzen, wenn sie die verschiedenen Techniken und Werkstoffe nicht auf hohem Niveau beherrschen und ihre Zusammenarbeit optimieren. Dr. Iglhaut: „Wir wollen durch unser neues Angebot sowohl Zahnärzte als auch Zahntechniker dabei unterstützen, sich einen Vorsprung im wachsenden Wettbewerb zu sichern.“ Diese Auffassung teilt ZTM Hans-Jürgen Stecher aus Wiedergeltingen, der zum Planungs- und Dozententeam des neuen Curriculums gehört. Auch Stecher setzt auf Teamgeist: „Wenn es bei der Kommunikation hapert, werden die verschiedenen Optionen und Möglichkeiten einer individuellen Versorgung oft nicht diskutiert und erörtert. Das kann dazu führen, dass Optionen unter den Tisch fallen, die eigentlich die bessere Lösung wären. Im Team können wir hier mehr erreichen als jeder für sich alleine.“ Vom Blick über den Tellerrand der eigenen Zunft profitieren beide Seiten: „Der Zahntechniker versteht nach dem Curriculum beispielsweise besser die biologisch-anatomischen Grundlagen einer implantatgetragenen Versorgung“, sagt Dr. Iglhaut. „Umgekehrt lernt der Zahnarzt etwa die Grenzen der Materialien und Techniken kennen und erfährt, was aktuell möglich ist.“ Die Grundlagen der Implantologie sowie Befundung, Diagnostik und Planung bilden den Schwerpunkt der ersten beiden Kursteile. Ausgehend vom projektierten Endergebnis gilt es beispielsweise abzuleiten, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um ein bestimmtes Ergebnis zu realisieren. Dr. Iglhaut: „Wichtig ist dabei die Frage, ob es überhaupt möglich ist, dieses Ergebnis zu erzielen – und mit welchem Aufwand.“ Mitunter kann es nämlich sinnvoller sein, auf eine prothetische Lösung zu setzen, um den chirurgischen Aufwand geringer zu halten. Weitere Themen der Kurswochenenden sind Lösungskonzepte bei einem stark reduzierten und unbezahnten Kiefer sowie prothetische Suprakonstruktionen im teilbezahnten Kiefer. Bei Patienten mit entsprechend hoher Lachlinie werden Defizite einer prothetischen Versorgung schnell sichtbar, die der Patient nicht oder nur ungern akzeptiert. Darum spielen auch ästhetische Aspekte einer Rekonstruktion – inklusive neuester CAD/CAMTechniken – eine wichtige Rolle. „Implantologie und CAD/CAM sind in der Tat stark miteinander verknüpft“, betont Stecher. Allerdings stecke, so der Zahntechnik-Meister weiter, in diesem Bereich vieles noch in der Entwicklungsphase. Stecher: „Wir sind in diesem Bereich erst am Anfang dessen, was machbar ist!“

 

Der DGI ist es gelungen, wieder die führenden Köpfe aus den Bereichen Implantologie und Zahntechnik, aus Hochschule und Praxis zu verpflichten, die in den meisten Fällen auch als Team auftreten. Die Teilnehmer des Curriculums können also sicher sein, dass beide Seiten ausreichend zu Wort kommen.

Drei Fragen an Dr. Gerhard Iglhaut „Die Schnittstellen müssen passen“ Die DGI bietet zusammen mit der APW ein Curriculum Implantatprothetik und Zahntechnik für Zahntechniker und Zahnärzte an. Warum ist die gemeinsame Fortbildung auf diesem Gebiet wichtig?

Iglhaut: Wir haben erkannt, dass die Anforderungen an Zahnarzt und Zahntechniker mit der rasanten Entwicklung der Implantologie steigen und sehr viel komplexer werden. Auch die Ansprüche der Patienten an Funktion und Ästhetik wachsen. Um gute Therapie-Ergebnisse zu erzielen, sind beide Seiten – Zahnarzt und Zahntechniker – gefordert und sie sind vor allem gemeinsam gefordert. Perfekte Ergebnisse lassen sich nur durch ein gutes Zusammenspiel beider Partner realisieren. Die Schnittstellen müssen passen.

 

Welchen Nutzen haben Zahnärzte und Zahntechniker von diesem neuen Angebot?

Iglhaut: Das Curriculum soll die Kooperation zwischen Zahnarzt und Zahntechniker erleichtern und die Kommunikation vereinfachen. Der Zahntechniker versteht nach dem Curriculum mehr von den biologisch-anatomischen Grundlagen, er weiß besser, worauf die Versorgung sitzt und warum eine Versorgung so oder so auszusehen hat. Umgekehrt lernt der Zahnarzt die natürlichen Limitationen kennen, mit denen der Zahntechniker arbeiten muss. Er lernt die Grenzen der Materialien kennen und erfährt, was heute auf dem Sektor möglich ist und wo derzeit die Grenzen liegen.

 

Wagen Sie einen Blick in die Zukunft. Sehen Sie, dass sich Zahnarzt und Zahntechniker langfristig gemeinsam im Team auf dem Gebiet der Implantologie stärker spezialisieren müssen, als dies noch momentan der Fall ist?

Iglhaut: Ja, ganz eindeutig. Die Anforderungen sind so hoch geworden, dass sie langfristig nur im Team gut bewältigt werden können. Miteinander können Zahnarzt und Zahntechniker optimale Ergebnisse erzielen.

 

Drei Fragen an ZTM Hans-Jürgen Stecher „In der Zahntechnik ist das Interesse groß“ Wie groß dürfte Ihrer Schätzung nach, das Interesse Ihrer Zahntechnik- Kolleginnen und Kollegen am neuen Curriculum Implantatprothetik und Zahntechnik sein?

 

Stecher: Aufgrund meiner Tätigkeit als Dozent an der Meisterschule für Zahntechnik in München und stellvertretender Fachgruppenleiter beobachte ich den Markt seit nunmehr 15 Jahren. Alleine bei den jährlich wechselnden Studierenden an der Meisterschule ist ablesbar, wie das Interesse in unserer Zunft gelagert ist und wie es sich wandelt. Es zeichnet sich ganz deutlich ab, dass die Implantatprothetik hier an Bedeutung gewinnt.

 

Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht die gemeinsame Fortbildung von Zahntechnikern und Zahnärzten in der Implantatprothetik?

Stecher: Ich bin sicher, dass besondere Teamangebote in Form eines Curriculums auf eine große Nachfrage treffen. Der Bedarf ist zweifelsohne da. Denn wie der Zahnarzt im Bereich der Implantologie braucht auch der Zahntechniker eine spezielle Fortbildung, wenn er die Implantatprothetik kompetent betreiben will. Er braucht ein besonderes Wissen zumindest über Teilbereiche der Zahnheilkunde, um überhaupt mit seinen Rekonstruktionen den Besonderheiten einer implantologischen Versorgung gerecht werden zu können.

 

Wie beurteilen Sie die zukünftige Entwicklung im Bereich der Implantatprothetik?

Iglhaut: Wenn man Wissen, Können und Fertigkeiten zusammenbringt und Konzepte möglichst im Team bearbeitet und weiterentwickelt, dann wird das zum Wohle des Patienten und im Sinne der Implantologie geschehen, einer wichtigen und hervorragenden Versorgungsform. Dann müssen wir uns um eine erfolgreiche Zukunft keine Sorgen machen.

B. Ritzert, Pöcking (DGI Pressestelle)

 

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