Archive for January, 2008

in Bayern rumort es – sowohl bei den Ärzten wie auch bei den Zahnärzten

January 31, 2008

und so findet sich beim zahnärztlichen Bezirksverband Oberbayern folgendes:

zunächst darf ich hier Auszüge aus einer Information der “Freien Ärzteschaft” vom 25.01.2008 zitieren:
Entgegen jeder Vernunft ruft die Kassenärztliche Vereinigung Bayern zu einem Verbleib im Kollektivvertragssystem der KVen auf. Diese sind zu Reglementierungs- und Kontroll-Behörden verkommen. �rztinnen und Ärzte sollen in deren Auftrag die Schmidtsche Rationierungspolitik unter Bedrohung Ihrer eigenen Existenz vollziehen.”
“Die KV Bayern kollaboriert mit der AOK in der Affäre “Denunziation von ärztlichem Verhalten� und setzt damit dem Ganzen die Krone auf. Die Ärzteschaft Bayerns steht am Scheideweg! Der Bayerische Hausärzteverband ist ein freier Verband, der unabhängig von behördlicher Aufsicht die Interessen von Hausärzten wahrnehmen darf und will.”
Ferner verweise ich auf den bayerischen KV-Hauptamtler Munte in der SZ vom 26.01.2008: “Wenn sich der Hausärzteverband durchsetzt, werden andere Berufsgruppen nachziehen. Und dann ist dieses System nicht mehr zu steuern”, barmt der KV-Chef. Deshalb werde er gegen den Systemausstieg der Hausärzte mit “allen legalen Mitteln vorgehen – in Zusammenarbeit mit der bayerischen Staatsregierung, in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen”, droht Munte: “Und in Zusammenarbeit mit den ärztlichen Berufsgruppen, deren Leistungsspektrum dem der Hausärzte ähnlich ist”, stellt Munte seinen Krisenplan vor. Dazu zählten beispielsweise die Chirurgen, Orthopäden, HNO-Ärzte und Internisten.”

Dass gleiches auch für die Beziehung zwischen KZVen und der echten, in der Praxis tätigen, Zahnärzteschaft gilt, ist sicherlich gemeinsamer Konsens zwischen uns beiden.

“Wo ist aber die “Freie Zahnärzteschaft” organisiert?” darf ich Sie als Bundesvorsitzenden des FVDZ fragen.
Der FVDZ Bund verkörpert definitiv nicht die “Freie Zahnärzteschaft”, da es hier zuviel Nahe zu den Hauptamtlern in den KZVen, die �überwiegend FVDZ-Mitglieder sind, gibt. Wenn dann Ihr Bundesvorstand einmal klar Stellung bezieht (Selektivverträge durch KZVen; Vorgehen der Bundes-KZV bei der eGK), sagen ihnen die Hauptamtlichen, dass die Bundesvorständler des FVDZ nichts zu melden haben bzw. sich keinen Kopp machen sollen. Die Zahnärzteschaft braucht eine “Freie Zahnärzteschaft” und eben keinen “Freien Verband Deutscher Zahnärzte”, der seinen Mitgliedern auch die “Freiheit” einräumt, in den KZVen in der Umsetzung der von allen als schädlich erkannten Gesundheitsgesetzgebung den in der Praxis tätigen Zahnärzten im Rahmen ihrer Amtsausübung im Auftrag des Staates den realen Zahnärzten Schaden zuzufügen.

Betreibt dann ein Landesvorstand (wie Bayern) eine klare Interessensvertretung der Zahnärzteschaft ohne Rücksichtnahme auf die 5. Kolonne des Staates in den KZven, wird dieser Vorstand (zumindest in elementaren Teilen) vorsichtshalber in noch dazu satzungswidriger Weise vom FVDZ Bund ausgeschlossen. Eine völlig sinnlose Kurzschlusshandlung eines an der Wand stehenden Bundesvorstands? Zu groß ist wohl eher der Einfluss derer, die unbedingt unter FVDZ-Flagge die vielen Ämter in den KZVen brauchen und diese der Arbeit in der Praxis vorziehen. Denn: Es lockt ja “des scheene Geld” (O-Ton eines bekannten Münchner FVDZlers).
Ferner wird der FVDZ ganz offensichtlich im Hintergrund vom Verbandsdirektor Gilles und dem altvorderen Despoten Gutmann regiert, mit denen die freiberuflich tätigen Zahnärzte sicher nichts mehr am Hut haben. Ihr Vorgänger, Dr. Wilfried Beckmann, hatte klare Visionen eines Unternehmerverbandes der freiberuflich tätigen Zahnärzte, in dem halt nun mal für Hauptamtler kein Platz ist, eben und gerade auch nicht als “Wahlverein”. Er hatte auch sachgerechterweise im Frühjahr 2005 den Verbandsdirektor Gilles beurlaubt, für den in einer zukunftsträchtigen “Freien Zahnärzteschaft” halt auch kein Platz ist.

Dass das Entstehen einer “Freien Zahnärzteschaft” notwendig ist, stattfinden wird und dass der FVDZ aktuell diese “Freien Zahnärzteschaft” sicher in keinster Weise verkörpert, müssen auch Sie einräumen. Die scharenweisen Austritte vor allem der in der Praxis tätigen Zahnärzte aus dem FVDZ sprechen eine deutliche Sprache. Wie hoch ist denn eigentlich der Anteil der in der Praxis tätigen Zahnärzte, wie hoch der Anteil der beitragsfreien Ruheständler und Studenten an den FVDZ-Mitgliedern?

Nun stehen offenbar Sie und auch wir, als in der Praxis tätige Zahnärzte, vor einer Weggabelung, die wie so oft nur zwei Möglichkeiten kennt:

  1. Sie arbeiten im FVDZ weiter so wie bisher. Die Hauptamtler sind gerngesehene Mitglieder und werden teilweise sogar noch belobigt, dass sie in den KZVen auch noch den größten Mist zum Schaden der Zahnärzte pflichtgemäß umsetzen. Nebenbei hofieren Sie dann auch noch Mitglieder, die wie in Bayern geschehen, �öffentlich �u�ern “Es ist doch in Ordnung, wenn man die Kassen bescheißt.”. Der FVDZ Bund spricht zwar ab und zu markige Worte, wird aber nicht gehört und ernst genommen, solange seine Mitglieder brav in den KZVen “weiterarbeiten” und die KZV-Kantinen bevölkern. Wenn Sie dann mal auch Kritik an den Hauptamtlern üben, wird man Ihnen erneut sagen “Sundmacher, machen Sie sich mal keinen Kopp”. Folge: Die “Freie Zahnärzteschaft” wird sich losgelöst vom FVDZ konstituieren und der FVDZ jetziger Performance wird dorthin verschwinden, wo er sicher nicht hin möchte: Ins absolute Nichts und in die völlige Bedeutungslosigkeit.
  2. Sie und Ihr Vorstand denken jetzt nach und ziehen sofort die für die Zahnärzteschaft absolut richtigen Konsequenzen: Sie schließen “gemäß den Bremer Beschlüssen des FVDZ von 2003” alle Mitglieder des FVDZ aus, die als Hauptamtliche oder auch Referenten und Vorstandsmitglieder in den KZVen im Rahmen ihrer Amtsausübung zwangsweise der Zahnärzteschaft Schaden zufügen müssen. Sie nehmen die aktuellen, unstrittig satzungswidrigen Verbandsausschlüsse gegen den halben bayerischen Landesvorstand zurück. Sie beurlauben den Verbandsdirektor Gilles bzw. trennen sich von ihm. Sie treten zusammen mit Ihrem Vorstand zurück und proklamieren eine klare Ausrichtung des FVDZ als “Freie Zahnärzteschaft”. An Mitstreitern wird es Ihnen nicht fehlen. Unter obigen Voraussetzungen wäre dann sogar eine entsprechende Namensänderung sinnvoll.

Tja, wer die Wahl hat, hat die Qual. Aber wie sagte Ihnen der Hauptamtler Gorski so schön: “Machen Sie sich da mal keinen Kopp”. Ich hoffe, Ihnen wertvolle Anregungen gegeben zu haben und bin auch gerne bereit, gemeinsam mit Ihnen in einer echten “Freien Zahnärzteschaft” Verantwortung zu übernehmen.

Dr. Peter Klotz
Demokratisch gewühlter und rechtmäßiger Stv. Landesvorsitzender FVDZ Bayern, momentan in satzungswidriger Weise ausgeschlossen
Germering 26.01.2008

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zahnfreundlich und weniger Kalorien

January 31, 2008

Die Aktion zahnfreundlich hat ein Positives Signal auf der internationalen Süßwarenmesse entdeckt

Keine Verbote dank hoch entwickelter Lebensmitteltechnologie

Aus Liebe zur Gesundheit Zucker oder Süßes zu verbieten ist weder sinnvoll noch nötig. Da es für die Entstehung der Zahnkrankheit Karies nicht so sehr darauf ankommt, wie viel Zucker bzw. vergärbare Kohlenhydrate pro Tag konsumiert, sondern wie häufig sie gegessen werden und wie lange sie im Mund bleiben, rät die Aktion zahnfreundlich e. V. (AzeV):

Wer zwischendurch immer mal wieder Süßes in den Mund stecken will, sollte Zahnfreundliches genießen. Hinter dem Süß-Genuss ohne Reue stehen eindeutige wissenschaftliche Erkenntnisse und eine hoch entwickelte Lebensmitteltechnologie: Statt Zucker enthalten zahnfreundliche Produkte Zuckeraustauschstoffe wie Isomalt, Mannit, Maltit, Sorbit oder Xylit und Süßstoffe (z. B. Acesulfam-K, Aspartam, Cyclamat und Saccharin). Diese können von den Mundbakterien nicht oder kaum zu zahnschädigenden Säuren abgebaut werden.  

Positive Wirkung, zahnfreundlich und weniger Kalorien,

Weltweit wird das Zahnmännchen sowohl als Garantie für zahnfreundliche Süßwaren, als auch als Symbol für Zahngesundheit begriffen. Es kommuniziert ohne Sprachbarrieren – gerade in unserer vielsprachigen „Multi-Kulti“-Gesellschaft ein wichtiger Aspekt –, eine leicht identifizierbare Orientierungshilfe für Verbraucher und transportiert die positive Philosophie der AzeV zur zahngesunden Ernährung: Keine Verbote, sondern kluge Alternativen.
Mit Medizinern aus allen Fachbereichen ist sich die AzeV einig. „Um den besorgniserregenden Anstieg von Übergewicht und Diabetes zu stoppen, sind –  wie bei Zahnerkrankungen – viele kleine Schritte notwendig. Einer davon heißt zuckerfreie, zahnfreundliche Süßigkeiten. Sie sind nicht nur eine kluge Alternative für den Süßhunger zwischendurch, sondern bringen auch rund 40 % weniger Kalorien auf die Waage“.

Im Handel gut vertreten

Zahnmännchen-Süßigkeiten gibt es heute fast überall: in Kaufhäusern, Drogerie- und Verbrauchermärkten, an Tankstellen und am Kiosk, in Apotheken und Mundhygieneshops. Ihr Sortiment reicht von Bonbons über Lutscher, Pastillen, Toffees, Frucht- und Weingummi, Mints bis zu Kaugummi. Eine neue zahnfreundliche Schokolade von Barry Callebaut gehört zu den

Die Ärzteschaft probt den Ausstand

January 30, 2008

Das Dentjournal-blog verlinkt auf einen sehr guten Bericht in den heutigen Tagesthemen. Es scheint wohl erst der Anfang zu sein, was sich hier abspielt!

Entnahme von Zahngold aus der Asche Verstorbener ist strafbar

January 30, 2008

so entschied das Oberlandgericht Bamberg

Drei Angeklagten aus dem Raum Hof wird vorgeworfen, als Beschäftigte im dortigen Krematorium in den Jahren 2005 und 2006 aus der nach der Verbrennung verbleibenden Asche von Verstorbenen mindestens 12 kg Zahngold gesammelt und dieses weiterverkauft zu haben. Hierdurch erzielten die Angeklagten einen Erlös in Höhe von mindestens 50.000 Euro, den sie zu gleichen Teilen unter sich aufteilten.

Das Amtsgericht Hof hatte die Angeklagten vom Vorwurf der Störung der Totenruhe freigesprochen, weil es der Meinung war, dass die Wegnahme des Zahngoldes, das aufgrund eines technischen Vorgangs nach der Verbrennung bereits separiert war, ein „menschenwürdeneutraler und pietätsneutraler“ Vorgang sei, der nicht vom Schutzzweck des § 168 StGB erfasst werde.

Zwei Auswanderer und ihre unglaubliche Pechsträhne

January 29, 2008

so schreibt der Südkurier. Vor allem den Satz: Schütz dich vor Sturm und Wind und vor Landsleuten, die im Ausland sind!” fandich bemerkenswert

Am Anfang war es Abenteuerlust und Bürokratiefrust, als Dieter und Christa Faden den Übersee-Container packten: Raus aus der Enge, der Kühle, dem deutschen Vorschriftenwald, hinein in eine grenzenlos weite Welt voller Möglichkeiten. Am 26. Oktober 2001 winkten der Frau aus Kreuzlingen und dem Mann aus Wolterdingen bei Donaueschingen ihren erwachsenen Kindern und den Familien ein letztes Mal zu. Eine Auswanderergeschichte begann, mit glücklichen Momenten und fantastischem Pech.

Zwei Jahre lang hatten sie sich vorbereitet. Der Maschinenmechaniker, der am Bodensee gearbeitet und dort die Friseurin Christa Kueng kennen gelernt hatte, seine spätere Frau, in Steckborn geboren und in Oberhofen bei Kreuzlingen aufgewachsen. Hier hatte das Paar auch den letzten Wohnsitz vor dem Aufbruch.

Kelowna (British Columbia/Kanada), 120000 Einwohner, viele Deutsche, 8300 Kilometer weg von der Heimat. Das war die erste Station. Von Kanada-erfahrenen Deutschen hatten sie ein Restaurant gekauft. Aber bald schon zeigte sich, die rosigen Bilanzen waren geschönt worden, das Geschäft lief nicht. Zwei Jahre lang mussten sie trotzdem durchhalten, um die Einwanderungsbedingungen perfekt zu machen. Dann verkauften sie alles wieder – mit 200000 Dollar Verlust. Damit nicht genug. Beim Verkauf mit Hilfe einer deutschen Maklerin gab es Fehler – nochmals 20000 Dollar weg. Das Budget der Fadens war bedrohlich angeschlagen, die erste Fadensche Kanada-Lektion perfekt: “Hüte dich vor Sturm und Wind und Landsleuten, die im Ausland sind!” Nächste Pannenstaffel. Noch während das Restaurant lief, zogen sie in ein neues Wohnhaus, gekauft wieder von einem Deutschen. Eine Woche waren sie drin, da kam die Sofortrechnung: 8000 Dollar Kanalanschlussgebühren, über die der Verkäufer geschwiegen hatte. Die Lust am Haus war dahin, als eines Abends das Erdgeschoss unter Wasser und Fäkalien stand, weil die Sickergrube übergelaufen war. Also wieder verkaufen. Doch drei Tage vor dem Umzug ins neue Haus kamen Einbrecher, 80000 Dollar Schaden.

<%TBR from=”inject”%>Umzug an den Lake Okanagan, grandioser Blick auf viel Natur. In dieser Traumkulisse kauften die Fadens sich ihr großes neues Haus und machten ein “Bed & Breakfast”-Übenachtungshotel draus. Kein billiges Unterfangen, Dieter nahm deshalb einen Nebenjob in Naramanta an, täglich 200 Kilometer Fahrstrecke. Das “B&B” lief gut, neue Pläne reiften: Wenn wir ein “B&B” in der Nähe eines Skigebiet hätten, wäre sommers wie winters Publikum da. Also das Hotel verkauft, ein halb fertiges Haus in den Bergen von Kelowna günstig gekauft, weil dem Bauherrn das Geld ausgegangen war. Dann die kalte Dusche: Teils fehlten Baugenehmigungen, teils waren sie abgelaufen, der Makler hatte es “vergessen” zu erwähnen. Alles musste neu beantragt werden. Schließlich eröffnete das Hotel, lief nicht schlecht, aber die Grundstückssteuern fraßen zu viel auf. Und der Winter war härter als gedacht, Dieter erkrankte an Rheuma und Polyarthritis, musste kapitulieren und verkaufen. Die Pechsträhne wollte nicht enden.

Und heute? Dieter (54) und Christa (55) haben ein Blockhaus in dem 2000-Seelen-Dorf Lumby zwischen Calgary und Vancouver gekauft. Und Beide hoffen, dass der Traum vom neuen Leben doch noch sein ruhiges und bescheidenes Happy End findet.

Wellness-Termin beim Zahnarzt

January 28, 2008
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fragt sich die FAZ-Online 

Wer eine Zahnarztpraxis betritt, dem vergeht meist das Lächeln. Zum einen haben viele Menschen schlechte Erinnerungen an frühere Besuche, zum anderen verursachen die nüchterne Atmosphäre, Geräusche und Gerüche der klassischen deutschen Praxis oft Unbehagen.

Doch das ändert sich: Nicht nur dass sich die Behandlungsmethoden stetig weiterentwicklen, auch das Design vieler Praxen tut es. Die neue Generation Zahnarzt sieht sich zunehmend als Gesundheitsdienstleister und den Besuch als Wellness-Termin. Zumal die gesetzlichen Leistungen der Krankenkassen rund um die Zahngesundheit beständig weniger werden und der selbstzahlende Patient entsprechend anspruchsvoll auftreten kann. So ist der Zahnarzt gut beraten, ein individuelles Image aufzubauen und den Kunden zu pflegen.

Der alte Charme hat ausgedient

„In Zeiten, da man beginnt, den Placebo-Effekt ernst zu nehmen, hat der Siebziger-Jahre-Charme vieler Praxen endgültig ausgedient“, beobachtet auch Kerstin Schulz, Inhaberin der Kommunikations- und Marketingberatung Dentcollege. „Viele Zahnärzte sind mittlerweile bereit, einen Innenarchitekten zu engagieren, um die Räume so zu gestalten, dass der Patient sich wohl fühlt. Das bedeutet einen klaren Bruch mit dem traditionellen Aussehen von Zahnarztpraxen.“

Beispielsweise könne der Zahnarzt die Übernahme einer bestehenden Praxis dazu nutzen, den Inhaberwechsel auch äußerlich zu demonstrieren und ein eigenes Image aufzubauen: „Wer einzigartig sein will, sollte auf Trendreise gehen und sich bei Kollegen auf aller Welt umschauen“, rät Marketingexpertin Schulz. Denn andernorts sei es durchaus üblich, Stararchitekten für den Bau eines Gesundheitszentrums oder einer Arztpraxis zu engagieren: „Architekten, die nicht aus der Branche kommen, bringen frischen Wind ins Design und planen aus der Patientensicht.“

Zahnärzte wollen sich in ihrer Praxis wohlfühlen

Nach frischem Wind sehnte sich auch der in Frankfurt tätige Zahnmediziner Steffen G. Tschackert. Er ist, wie er sagt, als einziger Deutscher für die Anwendung der sogenannten Las-Vegas-Methode ausgebildet, die schon Schauspieler Tom Cruise zu einem perfekten Lächeln verhalf. Der Zahnarzt nutzte im vergangenen Jahr einen Wasserschaden im Labor dazu, einen Praxisdesign-Wettbewerb zu veranstalten: „Die vorherige Praxiseinrichtung war auch sehr schön, aber weil der Boden ohnehin rausmusste, wollte ich eine Veränderung“, erläutert der Zahnarzt. „Schließlich bin ich 14 bis 16 Stunden am Tag in der Praxis, da muss zuallererst ich mich wohl fühlen. Aber die klare Raumaufteilung und Struktur in Verbindung mit speziellen Duftarrangements wirken auch beruhigend auf den Patienten.“

Tschackert entschied sich für das Raumkonzept des Architekturbüros Hollin und Radoske, das mit schwarzem Boden, viel verbautem Glas und Weißtönen sowie Lichtakzenten auf schlichte Eleganz setzt. Entsprechend der anspruchsvollen Klientel, die in ihr perfektes Lächeln investiert, ist allein das Wartezimmer mit einer integrierten Nespresso-Kaffeebar ein Kunstwerk für sich. Mit Warteräumen und Eleganz kennen sich die engagierten Architekten im Übrigen aus, denn sie haben unter anderem die Lufthansa-Lounge am Frankfurter Flughafen sowie Läden von Hugo Boss in Berlin und New York entworfen.

Organische Formen und warme Farben

„Hollins Ansatz war radikal einfach, damit traf er meinen Geschmack genau“, sagt Zahnmediziner Tschackert. „Ich finde die klare Sprache der Räume jeden Tag aufs Neue schön.“ Doch auch das Gegenprogramm zu der schlichten Eleganz kann beruhigend wirken: Stephan Ziegler von der Gemeinschaftspraxis „KU64“ in Berlin setzt auf organische Formen und warme Farben. Die Räume am Kurfürstendamm, bei denen auf zwei Etagen Spezialisten rund um den Mund vom Dentallabor bis hin zur Heilpraktikerin versammelt sind, wurden von dem Berliner Architekturbüro Graft gestaltet, die unter anderen für den Schauspieler Brad Pitt und die deutsche Botschaft in Tokio Häuser entworfen haben.

„Der Zahnarztbesuch wird durch die Kombination des originellen Designs und unseres neuen Behandlungskonzepts zu einem positiven Erlebnis“, gibt sich Petros Prontis von KU64 überzeugt. „Wer zu uns kommt, soll sich wie im Kurzurlaub fühlen.“ Auf den rund 1000 Quadratmetern der hochmodernen Praxis dominieren sonnig-sandige Farben. Boden und Decke sind in Form einer Welle gestaltet, die sich als dreidimensionale Raumfigur durch die gesamte Praxis zieht. Im Winter sorgt ein knisterndes Kaminfeuer für romantische Wärme, im Sommer wird das Wartezimmer auf die Dachterrasse verlegt. Hinzu kommen Licht- und Klanginstallationen in den Behandlungszimmern.

Cappuccino oder Champagner?

„Es duftet in der Wartelounge nach frischem Cappuccino, und wer mag, bekommt auch ein Glas Champagner“, sagt Petros Prontis. „Das gastronomische Ambiente macht aus den Patienten unsere Gäste. Man kann fast vergessen, dass man sich in einer Zahnarztpraxis befindet.“ Der Aufenthalt werde vielmehr zu einem Erlebnisbesuch inklusive zahnmedizinischer Heilung – auch für Kassenpatienten.

Für eine solche Wellness-Oase muss ein Zahnarzt allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen: Die Kosten für die „Dental-Spa-Praxis“ betrugen rund 1,5 Millionen Euro. Hinzu kommen noch einmal rund 100.000 Euro im Jahr Unterhaltskosten, etwa für den Kauf neuester technischer Geräte und die Fortbildung der Mitarbeiter.

Das Design muss zum Zahnarzt passen

Ist gutes Aussehen demnach florierenden Praxen in Großstädten vorbehalten? Nein, sagt die Marketingberaterin Schulz: „Veränderungen im Praxisdesign müssen weniger mit hohen Kosten als vielmehr mit Ideenreichtum und Mut zur Veränderung einhergehen. Die Investitionen müssen nicht zwangsläufig den Kostenrahmen einer Praxis sprengen.“ Schon ein anderer Farbanstrich oder ein neues Lichtkonzept können den Gesamteindruck der Praxis beeinflussen. Wichtig ist ihrer Meinung, dass der Zahnarzt authentisch bleibt: „Das visuelle Erscheinungsbild ist auch ein Mittel zur Kommunikation mit den Patienten. Da muss er sich genau überlegen, was er seinen Kunden mit seinem Auftritt mitteilen will.“

So hält es auch Zahnarzt Arthur Kotzor, der seine Praxis in Bad Homburg nach den Lehren des Feng-shui ausgerichtet hat: „Meine Praxis soll wie eine Wohnung wirken, in der ich Gäste empfange“, erläutert er. „Das bedeutet zum Beispiel, dass an den Türen keine Schilder sind. Wer das erste Mal bei uns ist, wird persönlich empfangen.“ Zu der Gestaltungslehre Feng-shui, bei der die Lebensenergie in Wohnräumen unter anderem durch die Farbwahl und dem energetischen Einfluss von Kristallen und Düften reguliert werden sollen, kam der Zahnmediziner durch Zufall: „Als ich vor rund drei Jahren meine Praxis nach Bad Homburg verlegte, traf ich auf einer Feier im Bekanntenkreis auf einen Bauingenieur, der mir von dem Prinzip erzählte“, berichtet Kotzor.

Plätschernder Brunnen am Eingang

„Die Idee war mir sofort sympathisch. Nicht zuletzt deshalb, weil man bei Angstpatienten jede Unterstützung zu deren Beruhigung brauchen kann.“ So ist der Empfang in sonnigen Farben gehalten, Korbstühle laden zum Verweilen ein, ein Brunnen plätschert. „Baumaterialien und Technik sind so ausgewählt, dass das harmonische Ganze stimmig ist. Sie schirmen zudem Erdstrahlen und Elektrosmog ab“, sagt der Zahnarzt. Die Geräte sind auf die sogenannte minimalinvasive Behandlung abgestimmt.

Von den positiven Einflüssen von Feng-shui ist Zahnmediziner Kotzor nach wie vor begeistert: „Der Effekt ist verblüffend. Viele meiner Patienten schlafen einfach während der Behandlung ein“, berichtet er. „Selbst bei einer Wurzelbehandlung tut das jeder zweite Patient.“

Konkurrenz für Stasi-VZ

January 27, 2008

die Gerüchte toben schon eine Weile, nun klinkt sich auch die Süddeutsche ein: 

Die Szene könnte einem Videoclip von MTV entstammen. Zwei Hip-Hopper, der eine sonnenbebrillt, der andere mit Maske vorm Gesicht, rappen vor trister Kulisse: ein abgelegener Parkplatz, dahinter graue Lagerhallen. Feindbild ist keine andere Gang, sondern das Online-Netzwerk StudiVZ, im Video “StasiVZ” genannt.

Die Rapper namens Stasido MC rufen in dem auf Youtube veröffentlichten Filmchen dazu auf, zum neu gegründeten Konkurrenten Kaioo.com zu wechseln und erklären auch warum: “Erst verkauft StasiVZ meine Daten. Und am Ende wirfst du Holtzbrincks Kohle in den Arsch”.

Die StudiVZ-Macher prüfen derzeit rechtliche Schritte gegen das Video. Dabei ist der von den Rappern verkündete “Krieg gegen StasiVZ” bislang nicht wirklich entfacht worden: 32.000 Nutzer haben sich bisher bei Kaioo registriert, StudiVZ , das zum Holtzbrinck-Konzern gehört, hat über 4,6 Millionen Mitglieder. Kaioo, seit November mit einer vorläufigen Beta-Version auf deutsch und englisch online, ist dem Konkurrenten recht ähnlich.

Nutzer erstellen eigene Profile mit Bussi-Fotos und jeder Menge persönlicher Angaben wie Ausbildung, Beruf, politische Einstellung, liebste Serien. Darüber hinaus gliedert sich Kaioo nicht nur landesweit, sondern auch in Subnetzwerke wie Stadt, Uni oder Arbeitgeber. Geflirtet wird über eine sogenannte Matchingliste, die man sich beim Google-Netzwerk Orkut abgeschaut hat und in Brasilien zurzeit der Renner ist.

Hinter Kaioo steht die Toro gemeinnützige Stiftungs-GmbH aus Hamburg. Vertretungsberechtigt sind Thomas Kreye und Rolf Schmidt-Holtz. Keine Unbekannten: Kreye war früher bei Bertelsmann in der Unternehmensentwicklung beschäftigt. Schmidt-Holz war Stern-Chefredakteur, Bertelsmann-Vorstand und ist derzeit Chef des Musikkonzerns Sony BMG, der zu 50 Prozent zum Gütersloher Medienkonzern gehört. Bertelsmann und Holtzbrinck haben es auf jüngere Internet-Nutzer abgesehen.

Mit Bertelsmann habe Kaioo nichts zu tun, sagte Kreye der Süddeutschen Zeitung. Es handele sich um ein privates Engagement. Schmidt-Holtz stelle die Anlauffinanzierung von geschätzt 500.000 Euro zur Verfügung, Kreye seine Arbeitskraft, dafür erhält er zwar ein Geschäftsführergehalt, das betrage aber nur ein Bruchteil des Bertelsmann-Gehalts. Kaioo würde sich durch Spenden finanzieren, alle späteren Werbeeinnahmen sollen selbst gespendet werden, an wen, würden dann die Nutzer entscheiden. Auch ein Bertelsmann-Sprecher dementiert jeden Zusammenhang: “Wir haben nichts damit zu tun.”

Dabei wird in einschlägigen Foren im Internet darüber diskutiert, ob Kaioo wirklich unabhängig ist. Auch Steffen Roski vom alternativen Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Marburg schließt nicht völlig aus, dass Kaioo nur “das Privatvergnügen einiger Bertelsmänner” ist.

Von Bertelsmann sei die Strategie bekannt, Konzerninteressen unter dem “Deckmantel der Gemeinnützigkeit” zu verkaufen. Die junge Generation, insbesondere Studenten, seien für Bertelsmann als Zielgruppe interessant, etwa um Marketingstrategien oder Ansprachen zu testen. Zumal habe Bertelsmann den Web 2.0-Hype im Gegensatz zu Holtzbrinck (Zeit, Handelsblatt) bislang verschlafen.

Gerüchte vermeiden

Zumindest kommt Kaioo zur richtigen Zeit. Viele StudiVZler waren ohnehin schon verärgert über den Verkauf der Plattform Ende 2006 den Holtzbrinck-Verlag. Der will vor allem mit personalisierter, auf einzelne Nutzer zugeschnittene Werbung Geld verdienen. Um das rechtlich möglich zu machen, wurden die Mitglieder von StudiVZ im Dezember vergangenen Jahres aufgefordert, den neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zuzustimmen.

Tun sie das nicht, würde ihr Profil gelöscht, wurden sie informiert. Nach massiven Protesten wurden die AGBs jedoch wieder entschärft. Danach ist Werbung per SMS nicht mehr möglich, die Nutzerdaten sollen nach Ende der Mitgliedschaft bei StudiVZ gelöscht werden. Personalisierte Werbung sei aber weiterhin möglich.

Das soll es bei Kaioo nicht geben. Als “gemeinnützig, demokratisch und unabhängig” beschreibt sich die Plattform selbst. Es gehe nicht darum, Werbeeinnahmen zu maximieren, sagt Kreye.

Das umstrittene Video der beiden Rapper passt da nicht unbedingt ins Bild.
In einem Kaioo-Forum distanziert sich Kreye denn auch davon: “Nur vorweg um Gerüchte zu vermeiden: Wir (kaioo.com) haben das nicht eingestellt.”

Prokrastination und die Zahnarztbörse

January 27, 2008
Zahnarzt-Börse
 
 

darüber schreibt ORF – Online: 
 
  Ich leide unter Prokrastination. Das ist eine Bezeichnung für das selbstbetrügerische Aufschieben von Verpflichtungen und Arbeiten bis zur allerletzten Sekunde, in der die notwendige Aufgabe dann meistens gerade noch rechtzeitig erledigt wird, also just in time, aber nicht just in Timberlake, um bereits im zweiten Satz einen Top-Gag zu verschießen.Die Haupttaktik des an Prokrastination Leidenden, um sich ohne allzu viele Erschießungsphantasien durch das Leben zu manövrieren, sind Ersatzhandlungen, die im gnadenlosen Angesicht der Notwendigkeit als besonders zentral eingestuft werden, um dem absoluten Muss ein relatives vorzuschieben.

Ich schreibe diese Zeilen, um nicht meiner würdelosen Nebenerwerbstätigkeit nachzugehen, nämlich sämtliche Orthopäden in Deutschland samt Faxnummer, Lieblingslied und Aszendenten zu archivieren, die wirklich den absoluten Nullpunkt an geistigem Boogie-Woogie markiert. Denn dieser Artikel muss jetzt sein, ohne meinen gefinkelten Schachtelsätzen und wegweisenden Überlegungen wäre der Gebührenzahler an Erbauung und Läuterung ärmer.

Natürlich muss er nicht sein. Wie wir uns spätestens seit dem Vorschulalter hinter die Ohren tätowiert haben: Müssen tut man nur sterben! Erstens das, so füge ich einige Jahre später hinzu, außerdem Orthopäden-Verzeichnisse erstellen und zum Zahnarzt gehen.

 
 
  Zumindest sollte man letzteres. Letzteres, also das Wort letzteres, verwende ich übrigens weniger aus semiotischer Notwendigkeit, sondern aus Rachegelüsten bar jeder Körperlichkeit an meiner Deutschlehrerin, die stets über die Nichtexistenz bzw. Unrichtigkeit dieses Begriffs referierte. Letzterer, Letztere, Letzteres! Haha! Ich schreibe es trotzdem, und es liest auch jemand. Ende der entbehrlichen Abschweifung.Wo waren wir? Genau, beim Zahnarzt. Oder eben nicht, denn die Prokrastination verhindert auch die Vereinbarung notwendiger Termine beim Dentisten.
Mal abgesehen davon, dass ich im Herzen ja vor, nach und zwischen jeder Mahlzeit Zähne putze und fast schon wöchentlich zur Kontrolle gehe (Stichwort: Vorbildwirkung), war ich schon sehr lange nicht mehr bei einem Halbgott in Weiß, um mich mal so richtig quälen zu lassen (Stichwort: Realität). Ich habe eben Angst vor Bohrern, vom Geräusch des Bohrens und vor den Menschen, die diese unsäglichen Geräte bedienen.

Zu irgendeinem Zahnarzt – oder lieber einer Zahnärztin, denn ich weine lieber im Schoß einer Frau als an Männerschultern geklammert – möchte ich nicht gehen, es könnte ja ein schlimmer Finger, ein sadistischer Tunichtgut, ein wahrer Zahnteufel, ein grobschlächtiger Scharlatan sein (Stichwort: Paranoia).

Obwohl ich nicht erst seit gestern (26. 01.) in Wien ansässig bin, habe ich in meiner Realitätsverweigerung (Zahnschmerzen an der einen oder anderen Ecke und manchem Ende) noch keine Bemühungen angestellt, einen empfehlenswerten Spezialisten zu finden. Stichwort empfehlenswert:

Hiermit sei die Zahnarzt-Börse ins Leben gerufen.

Wenn Sie – und dieser interaktive Service soll sich nicht auf die Hauptstadt beschränken – einen Zahnarzt kennen, der neben einem breiten Zeitschriftensortiment im Wartezimmer, tadelloser Hygiene, beeindruckenden Fachkenntnissen und präzisem handwerklichen Geschick auch noch mit Güte, Wärme, Verständnis und Geduld aufwarten kann, posten Sie Namen und Stadt bzw. Ort in das Forum, das nach dem letzten Satz nahezu nahtlos an diese Geschichte anschließt, deren Hauptaussagen hiermit noch einmal zusammengefasst seien: Ich fröne dem Selbstbetrug, will nicht zum Zahnarzt, sollte aber, suche einen guten und bin dankbar für jedes Empfehlungsschreiben. Und damit bin ich womöglich nicht alleine.

P.S.: Pferdestärke.
P.P.S.: Dieser Aufsatz mag wie ein Widerspruch zu meiner kürzlich publizierten Zahnbürsten-Geschichte erscheinen, dem ist aber nicht so. Ich bemühe mich, meine schlechte Mundflora kennt jedoch keine Gnade. (Stichwort: Ausrede)

Bündnis gegen die Gesundheitskarte

January 26, 2008

Patienten, Ärzte und Bürgerrechtler schmieden

Bündnis gegen die Gesundheitskarte berichtet Heise online

Die in Berlin vorgestellte “Aktion: Stopp die e-Card” will die für den April dieses Jahres vorgesehen Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) verhindern. Nach Auffassung des Bündnisses aus 16 Vereinen und Verbänden bringe die Karte keine Einsparungen im Gesundheitswesen, höhle die ärztliche Schweigepflicht aus und gefährde die intimsten Daten der Patienten. Bislang beteiligen sich unter anderem die Freie Ärzteschaft, IPPNW, der NAV Virchow-Bund, der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, die Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP) und der Chaos Computer Club an den Protesten. Im Mai letzten Jahres hatte sich der Deutsche Ärztetag bereits gegen die eGK ausgesprochen. Fast alle Patientendaten auf zentralen Servern zu verwalten, bringe außer hohen Gewinnen für die beteiligten IT-Unternehmen keine Vorteile, so die Vertreter des Bündnisses einhellig auf einer Pressekonferenz. Patienten müssten befürchten, dass ihre Gesundheitsinformationen dadurch in falsche Hände gerieten. Immerhin seien die Daten für alle rund 2 Millionen Inhaber des sogenannten Heilberufeausweises lesbar. Kritik gab es auch an der Transparenz des Verfahrens. So legten sich die Krankenkassen bislang nicht fest, wo sie die Daten speichern wollten. Medizinisch bringe es zudem wenig, die Notfalldaten eines Patienten auf der eGK zu speichern, da Retter nicht mit einem Lesegerät herumlaufen wollten. Auch über die von den eGK-Anhängern behaupteten Kosteneinsparungen äußerten sich die Ärzte- und Patientenvertreter skeptisch. Bei Doppeluntersuchungen, die die Karte verhindern soll, gebe es ein maximales Einsparpotenzial von 60 Millionen Euro pro Jahr. Die Einführungskosten für das System lägen jedoch zwischen 7 und 10 Milliarden. Bei der Erstellung von Rezepten lasse sich die behauptete Zeitersparnis nicht festellen. Im Gegenteil benötige man mit der eGK über 20 Sekunden für eine Verordnung, mit dem herkömmlichen Verfahren jedoch nur ein Zehntel dessen. Die elektronische Variante verursache somit 26 zusätzliche Arbeitsstunden im Monat pro Arzt. Hinsichtlich konkreter Schritte hielt sich das Aktionsbündnis bedeckt. Zunächst wolle es die Öffentlichkeit über die Schwächen der eGK und das Risiko für die persönlichen Daten der Patienten informieren. Diese sollten so lange wie möglich ihre jetzige Krankenkassenkarte benutzen. Da die eGK ein Foto des Inhabers benötige, ließe sich ihre Ausstellung relativ einfach verhindern. Ärzte wiederum könnten zu zivilem Ungehorsam greifen, indem sie etwa kein eGK-taugliches Lesegerät anschaffen.

Interessant ist auch die bei Heise nachlesbare Auseinandersetzung um die Digitalisierung des Gesundheitswesens

Apfelabmahnwelle unter Zahnärzten und Kieferorthopäden geht weiter

January 26, 2008

Nun liegt auch eine Stellungnahme der Bundeszahnärztekammer vor:  

Eine Kieferorthopädin aus Süddeutschland hat auf ihrer Praxiswebsite die Fotografie eines grünen Apfels abgebildet und sich die Darstellung beim Deutschen Patent- und Markenamt schützen lassen. Über ihre Rechtsanwälte mahnt diese Kieferorthopädin nun Kollegen ab, die auf ihrer Website ebenfalls einen Apfel abgebildet haben. Die Rechtsanwälte behaupten, dass Patienten aufgrund der Abbildung eines Apfels das Leistungsangebot des abgemahnten Zahnarztes mit dem der abmahnenden Kieferorthopädin verwechseln könnten. Im Übrigen sind die Praxen teilweise erheblich räumlich voneinander getrennt, so dass schon allein dadurch eine Konkurrenzsituation faktisch nicht vorhanden ist. Die abmahnenden Rechtsanwälte fordern die Unterschrift unter einer Verpflichtungserklärung, dass der abgemahnte Zahnarzt in Zukunft die Abbildung eines Apfels nicht mehr verwenden wird, machen gleichzeitig ein erhebliches Anwaltshonorar in Höhe von ca. € 4.000 geltend und behalten sich die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen vor. Für den Fall, dass die Erklärung nicht innerhalb einer sehr kurzen Frist abgegeben wird, werden gerichtliche Schritte angedroht. Zahnärzte, die mit solch einer Abmahnung von ihrer Kollegin bedacht wurden und die vorerst zumindest die daraus resultierenden drohenden Risiken minimieren wollen, sollten die Unterlassungserklärung nicht unterschreiben, da dies zu weitergehenden finanziellen Konsequenzen führen kann. Auch wenn keine Reaktion auf die Abmahnung erfolgt, muss mit den angedrohten gerichtlichen Schritten der Gegenseite gerechnet werden. Es sollte jedoch eine strafbewehrte Unterlassungserklärung an die abmahnenden Rechtsanwälte abgegeben werden mit der Verpflichtung, „ohne Anerkenntnis einer Rechtspflicht aber rechtsverbindlich“ den Apfel bis zu einer rechtskräftigen Klärung nicht mehr zu verwenden. Zur Formulierung der Erklärung sollte möglichst ein spezialisierter Rechtsanwalt hinzu gezogen werden, der auch prüfen könnte, ob vorsichtshalber eine sogenannte Schutzschrift bei dem zuständigen Gericht eingereicht wird. Weiterhin sollte man sich an den Justitiar der Bundeszahnärztekammer Herrn Krousky, Telefon (030) 40005 – 110, wenden, da dort ein Sammelantrag zur Löschung des Schutzes zur Darstellung eines Apfels vorbereitet wird. Auch Zahnärzten, die die bildliche Darstellung eines Apfels verwenden und bisher noch keine Abmahnung erhalten haben,wird rein vorsorglich empfohlen, sämtliche Apfeldarstellungen bis zur Klärung des Sachverhalts von der Homepage zu entfernen.