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Facebook kommt noch dieses Quartal mit einer deutscher Ausgabe

February 1, 2008

Facebook kommt noch dieses Quartal mit einer deutscher Ausgabe

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Finger weg und Grottenschlecht

February 1, 2008

über Zensuren für Ärzte und Anwälte berichtet Spiegel online

Von “Sehr gut” bis “Grottenschlecht”: Hotels, Restaurants und Nutzer von Auktions-Portalen müssen sich öffentliche Online-Bewertungen längst gefallen lassen. Jetzt trifft es auch Ärzte und Anwälte. Noch wehren sich einige gegen die Benotung – doch sie werden damit leben müssen.

Berlin – Das Urteil für den Berliner Zahnarzt fällt vernichtend aus. Er hat bei DocInsider.de nur einen von fünf Punkten. Dazu schreibt der Nutzer “Synekdoche” in seiner Bewertung: “Die Gesamtrechnung (ist) fast doppelt so hoch wie im Heil- und Kostenplan angekündigt. Obendrein musste eine Krone nur sechs Monate nach Einsatz neu gemacht werden – habe das bei einem anderen Arzt machen lassen. (…) Finger weg und woanders hingehen!” Das sitzt – neue Patienten werden abgeschreckt.

Gleich zehn Klageandrohungen von Ärzten, die das Löschen ihrer Bewertung fordern, liegen auf dem Schreibtisch von Ingo Horak, dem Geschäftsführer des Bewertungsportals DocInsider.de. Doch der bleibt konsequent und löscht keine Einträge: “Die ‘Halbgötter in Weiß’ werden sich an Bewertungsportale gewöhnen müssen.” Er sieht sich durch das jüngste Spickmich-Urteil bestätigt. Das Landgericht Köln hat in dritter Runde am 30. Januar die Klage einer Lehrerin gegen die Lehrer-Bewertungsseite als unzulässig und unbegründet abgewiesen. Die Frau aus Nordrhein-Westfalen sah in der Beurteilung ihre Persönlichkeitsrechte verletzt.

Unter Ärzten “nicht unumstritten”

Bereits zuvor hatte das Landgericht Berlin die Betreiber der Bewertungsplattform MeinProf.de von der Vorabprüfungspflicht der Bewertungen befreit. Das verlieh Medizinportalen wie Helpster, Imedo, DocInsider sowie Medmonitor für Klinikbewertungen enormen Aufwind. Der Markt für Meinungen über Mediziner ist groß. Schließlich liegen die Gesundheitsausgaben in Deutschland bei rund 3000 Euro pro Einwohner und Jahr. Doch wer sagt einem schon, womöglich differenziert und nach verschiedenen Kriterien benotet, welcher Arzt oder welche Klinik gute Arbeit leistet? Man ist bei der Suche nach wie vor auf Empfehlungen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis angewiesen.

“Diese Portale spiegeln ein Bedürfnis der Patienten wieder, nämlich Leistung transparent zu machen”, sagt Roland Stahl von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Die Bewertungsseiten seien in der Ärzteschaft “nicht unumstritten”, viel von dem, was da veröffentlicht werde, sei jedoch “abgedeckt durch das Recht auf freie Meinungsäußerung”. Bislang lägen der Kassenärztlichen Vereinigung erst einige wenige Beschwerden über als unfair oder rufschädigend empfundene Bewertungen vor – auf die leichte Schulter wolle man das Thema allerdings auch in Zukunft nicht nehmen, denn: “Im schlimmsten Fall hat so etwas wirtschaftliche Konsequenzen für den Arzt.”

Den großen Durchbruch bei den Nutzerzahlen verzeichnet bisher ohnehin keine der Bewertungsplattform. Das liegt sicher nicht zuletzt daran, dass chronisch oder schwer erkrankte Menschen in Internet-Foren schon länger auf Gleichgesinnte treffen und hier sehr detaillierte Informationen zu ihrem Krankheitsbild finden. Auch die noch geringe Zahl der Bewertungen führt zu einem verzerrten Bild. Zu dem Zahnarzt im Einstiegsbeispiel gab es nur diese einzige Kritik.

Auch Arbeitgeber werden inzwischen im Netz bewertet: Auf der österreichischen vor einem halben Jahr gestarteten Seite Kununu haben bislang rund 1600 Arbeitnehmer aus Deutschland 1200 Unternehmen bewertet – viel ist das noch nicht.

An eine Bewertungsseite für Anwälte hat sich bisher noch keiner gewagt. Liegt es an deren Klagefreudigkeit oder daran, dass ihre Arbeit von Laien nur schwer beurteilt werden kann? Letzteres vermutet Swen Walentowski, Sprecher des Deutschen Anwaltvereins. “Wenn sie mit Ihrem Anwalt vor Gericht verloren haben, er aber juristisch saubere Arbeit geleistet hat, wie wollen Sie das bewerten?”, fragt der Berliner Anwalt.

“Der Grundton ist eigentlich positiv”

Unter Anwaltauskunft.de bietet der Verein eine Datenbank mit 66.000 Anwälten. Darin kann man nach Fachgebiet, Fortbildungen, Qualifikationen und Sprachkenntnissen suchen. Doch eine Bewertungsfunktion fehlt. Dabei haben auch Anwälte kein grundsätzliches Problem mit derartigen Portalen, sagt Hartmut Scharmer von der Hamburger Rechtsanwaltskammer. “Was den Lehrern recht ist, ist den Anwälten billig.” Klar müsse aber sein, dass “Schmähkritik, Beleidigung und Verleumdung” dort keinen Platz hätten, die Bewertungen müssten “nach nachvollziehbaren Kriterien” abgegeben werden.

In der Schweiz ist man in diesem Bereich schon weiter. Auf Anwaltvergleich.ch findet man neben einer Bewertung mit bis zu sechs Sternen auch frei formulierte Kliententexte. Selbst die Stundensätze der Advokaten sind hier nachzulesen. Erste Schritte auf diesem Terrain wagen Carsten Schmidt und John Goddard in Deutschland. Die Marketingexperten aus Wiesbaden starteten im Dezember 2007 das Empfehlungsportal KennstDuEinen.de. Neben Handwerkern und Ärzten, sind hier auch Anwälte zu finden, die man bewerten kann. Bisher gibt es keine Beschwerden von Juristen.

“Die Ärzteschaft ist das gallische Dorf”

“Beleidigungen und Beschimpfungen findet unser elektronischer Filter vorab”, sagt Schmidt. Fühlt sich ein Dienstleister ungerecht behandelt, kann er über die “Fragwürdig”-Funktion eine Prüfung des Eintrags fordern. Stephan Uhrenbacher, Gründer des schon Anfang 2007 gestarteten Bewertungsportals “Qype”, in dem vom Pizza-Service bis zur Gemäldegalerie alles bewertet werden kann, kann sich auch nicht an Probleme mit kritisierten Juristen erinnern – bei Anwälten seien die Nutzer prinzipiell “eher vorsichtig”, die Zahl der Einträge in diesem Bereich sei generell “mager” und “der Grundton ist eigentlich positiv”.

Wenn mehr Bewertungen ein besseres Bild der Dienstleister vermitteln und die Nutzer mit Empfehlungen gute Erfahrungen machen, wird der Erfolg der Bewertungsseiten dennoch kaum aufzuhalten sein. Alle werden sich dem Urteil ihrer Kunden, Klienten und Patienten stellen müssen. Ingo Horak scheut die Auseinandersetzung mit den Doktoren nicht: “Die Ärzteschaft ist das gallische Dorf, aber Bewertungsportale werden sich durchsetzen.”

 

Die DKV macht ernst

February 1, 2008

und eröffnet weitere eigene Behandlungszentren. Ob es im Sinne des Patienten ist, wenn seine Versicherung alles kontrolliert, sei mal dahin gestellt und muss von den Betroffenen selber bewertet werden – so nun RP Online: 

Unter einem Dach sollen an der Steinstraße ein Zahnarzt, ein Kardiologe und Spezialist für Innere Medizin, ein Gynäkologe, ein HNO- und ein Hautarzt sowie ein Orthopäde ihre Leistungen anbieten und eng zusammenarbeiten.

Anfang April wird an der Steinstraße 20 das Ärztezentrum „Go-Medus“ für Privatversicherte eröffnet. Dort arbeiten unter einem Dach ein Zahnarzt, ein Kardiologe und Spezialist für Innere Medizin, ein Gynäkologe, ein HNO-, ein Hautarzt und ein Orthopäde. Angeboten wird das Zentrum von der „Go-Medus“, einer Tochter der Deutschen Krankenversicherung (DKV). Außer ärztlichen Leistungen soll es auch eine Patientenakademie für Vorträge, Kurse und Schulungen geben.

„Unser Ziel ist, dass die Ärzte eng zusammenarbeiten und so dem Patienten Doppeluntersuchungen ersparen“, so Martina Eberle, Geschäftsführerin von Go-Medus. Die enge Verzahnung der Ärzte soll sich auch auf externe Kollegen, auf Kliniken oder Reha-Einrichtungen erstrecken. Ein weiterer Vorteil soll sein, dass Patienten Termine bei mehreren Fachmedizinern hintereinander weg an einem Tag bekommen können – um Zeit zu sparen.

In Köln, wo ein solches Zentrum seit 2003 existiert, habe man gute Erfahrungen gemacht. Wie dort bleiben auch in Düsseldorf die Ärzte selbst unter dem Dach von Go-Medus selbstständig und zahlen eine Pauschale für Verwaltungs- oder Personaldienstleistungen. „Die Mediziner sollen Zeit für die Patienten haben“, so Eberle.

Diagnosen und Informationen, die sie über Patienten haben, bleiben in den Arzt-Praxen und werden laut Eberle weder an Go-Medus noch an die DKV weitergeleitet. „Auch im Gesundheitszentrum selbst können Daten nur an Kollegen zur Weiterbehandlung weitergegeben werden, wenn der Patient seine Zustimmung gibt.“ Neben der ärztlichen Versorgung setzt Go-Medus auf Prävention. So wird es eine spezielle Frauen-Vorsorgeuntersuchung mit Besuch bei Haut- und Frauenarzt sowie Kardiologie geben. Für Manager werden Check-up-Untersuchungen mit anschließender Behandlung angeboten. Für die Patientenakademie plant Go-Medus Kurse und Vorträge. In Köln kamen die Vorbereitung auf den Marathon in Zusammenarbeit mit einem großen Sportverein und ein Kursus „Kochen für Herzkranke“ in einem Hotel gut an. „Ähnliches wollen wir künftig in Düsseldorf machen“, so Martina Eberle.

Für die DKV lohnt sich ein Ärztezentrum. Erfahrungen zeigen, dass die Krankenkasse mit besserer Vorsorge Kosten sparen kann. „Zudem wollten wir stärker ins strategische Gesundheitsmanagement einsteigen“, so Christian Heinrich von der DKV. „Wir wollen an der Versorgung der Versicherten beteiligt sein.“