Archive for February, 2008

Italiens Zumwinkel regt kaum jemanden auf

February 23, 2008

Was in Deutschland für Empörung sorgt, ist in Italien keine große Nachricht: Steuerhinterziehung so die Tagesthemen. Leonardo Del Vecchio, der zweitreichste Mann im Land, tat es und der Medienrummel blieb aus. Doch die Regierung hat dem Steuerbetrug den Kampf angesagt – mit Erfolg.

Italiens Zumwinkel heißt Leonardo Del Vecchio. Anfang der Woche saß der zweit­reichste Mann des Landes wegen Steuerhinterziehung auf der Anklagebank. Er habe mit seinen Firmen steuerlich getrickst, befanden die Richter, und verurteilten den milliardenschweren Brillenunternehmer, 20 Millionen Euro in die Staatskasse nachzuzahlen, Bußgelder inklusive. Anders als im Fall Zumwinkel stand bei Del Vecchio kein Fernsehübertragungswagen vor der Tür und auch ansonsten hielt sich die Aufregung im Land in Grenzen.

Steuerhinterziehung als Kavaliersdelikt

Diesmal haben die Finanzbehörden Italiens Vize-Dagobert-Duck gezwickt, hieß es in den Abendnachrichten. Eine kurze Meldung nur, ein paar Artikel in den Zeitungen – nach dem größten in den vergangenen Jahren bekanntgewordenen Fall von Steuerhinterziehung ging das Land schnell wieder zur Tagesordnung über. Del Vecchio musste auch nicht ins Gefängnis, weil er kooperativ war.

Steuerdelikte sind in Italien keine Verbrechen, die die Volksseele erhitzen. Sonst könnte sich Silvio Berlusconi kaum Chancen ausrechnen, zum dritten Mal Ministerpräsident zu werden. Gegen den Medienzaren und reichsten Mann des Landes läuft derzeit erneut ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung. Trotzdem will laut Umfragen eine Mehrheit der Italiener Berlusconi bei den Parlamentswahlen im April wieder zum Regierungschef wählen. Möglicherweise hat Berlusconi seinen Landsleuten aus der Seele gesprochen, als er vor einigen Jahren sagte, er könne jeden verstehen, der sein Portemonnaie zuma­che, wenn der Staat zuviel Steuern von ihm wolle. Berlusconi: ”Es ist eine Wahrheit, die existiert, weil es diesen natürlichen Anspruch auf gerechte Steuern in den Köpfen und den Herzen der Menschen auf aller Welt gibt.”

Kampf gegen Steuerbetrug

Der Mentalität, Steuerhinterziehung sei irgendetwas zwischen Kavaliersdelikt und Volkssport, hat die scheidende Regierung Prodi in den vergangenen zwei Jahren den Kampf angesagt. Es war ein Straßenkampf von Kaffeebar zu Kaffeebar, von Einzelhändler zu Einzelhändler. Alle, so eines der obersten Ziele der Mitte-Links-Koalition, sollten endlich wie vorgeschrieben Kassenbons ausgeben, damit der Fiskus die Einkünfte kontrollieren kann. Die Operation wurde zur Erfolgsstory, zum Frühstück bekommen die Italiener zu Cappuccino und Cornetto immer häufiger auch einen Kassenbon:

Um den Steuerbetrügern Druck zu machen, hat die Regierung Prodi Hunderte neue Kontrolleure eingestellt. Wer ihnen dreimal als Kassenbon-Sünder auffällt, dem wird für einige Wochen der Laden geschlossen. Auch im Zentrum der Innenstadt Roms blieben in diversen Geschäften die Rolläden unten – ein Zettel verkündete der Kundschaft offiziell einen plötzlichen dreiwöchigen Urlaub.

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten

Die harte Linie gegen Steuersünder, die nicht nur Barbesitzer, sondern auch Juweliere, Autowerkstätten, Zahnarzt- und Anwaltspraxen trifft, hat viel Geld in die Staatskasse gespült. Aus Angst beim Steuerbetrug erwischt zu werden, geben Geschäfts­besitzer und Freiberufler in Italien in ihrer Steuererklärung jetzt durchschnittlich um 25 Prozent höhere Einnahmen an als vor einem Jahr. Die offiziellen Daten werden kommenden Monat bekannt gegeben. Nach den bislang durchgesickerten Informationen aber hat Italien durch die erzwungene neue Steuerehrlichkeit rund 10 Milliarden Euro mehr eingenommen. Davon können pro Jahr weit mehr als 100.000 Lehrer bezahlt werden.

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schlechte Zahlen für Nobel Biocare – Zahn gezogen!

February 23, 2008

Nobel Biocare: Zahn gezogen  schreibt Stock_world:

Die Zahlen des Schweizer Dentalimplantateherstellers Nobel Biocare sind enttäuschend ausgefallen. Sowohl Umsatz, EBIT als auch Reingewinn lagen im vierten Quartal zum Teil deutlich unter den Erwartungen des Marktes. Besonders enttäuscht hat der Rückgang der operativen Marge, offenbar hervorgerufen durch den schwachen Dollar und Sonderaufwendungen. Zudem ist in der Problemregion Nordamerika mit einem Wachstum von rund zehn Prozent im Schlussquartal 2007 noch keine Erholung in Sicht. Sogar in Europa hat Nobel Biocare inzwischen Marktanteile verloren. Wegen der verhaltenen Prognose könnte auch 2008 ein Übergangsjahr sein, bevor dann ab 2009 wieder höhere Wachstumsraten möglich erscheinen. Empfehlung: Halten! Stopploss: 145 Euro. (mh)

Friedo vom Schemm neuer Vorstand Technik bei Mamisch (ex Globudent)

February 22, 2008

Nach einem sehr guten Geschäftsjahr 2007 – so die Eigenwerbung bei presseportal – mit anhaltend dynamischem Wachstum rüstet sich die MDH AG für die erfolgreiche Fortführung der Marktführerschaft für Qualitätszahnersatz aus dem Ausland. Mit annähernd 30 Mio. Euro Umsatz, mehr als 90 Mitarbeitern in der Zentrale in Mülheim a. d. Ruhr und über 850 Zahntechnikern im Meisterlabor in China, hat sich die MDH AG zu einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft entwickelt. Die Ordnungsmäßigkeit der geschäftlichen Tätigkeit wird dieses Jahr erneut durch eine der größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften PwC (PricewaterhouseCoopers) geprüft und testiert.

Um die Marktposition für bezahlbaren Premium-Zahnersatz weiter auszubauen und zu verstärken ist es gelungen, Herrn Friedo vom Schemm als Vorstand für den Bereich Technik gewinnen zu können. Aufgabe von Herrn vom Schemm wird es zukünftig sein, u. a. das Qualitätsmanagement weiter voranzutreiben. Herr Friedo vom Schemm ist ausgebildeter Zahntechniker und blickt auf eine jahrelange Berufspraxis im Bereich Auslandszahnersatz zurück. Die letzten Jahre war er erfolgreich als Betriebsleiter und Leiter Technik bei Zahnersatz Müller tätig.

In Ergänzung zur Person vom Schemm wird noch ein weiteres Mitglied des Vorstandes für den Bereich Vertrieb und Marketing gesucht. Von den bisherigen Vorständen übernimmt ab dem neuen Geschäftsjahr Herr Holger-Ludwig Riemer den Vorsitz des Vorstandes. Herr Tarek Mamisch wechselt nach zwei Jahrzehnten aktiver Tätigkeit in den Aufsichtsrat der MDH AG. Dort wird er in enger Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden des Vorstandes weiterhin für strategische Fragestellungen beratend zur Verfügung stehen.

Funktionäre kassierten Schmiergelder für Zahnarzt-Zulassung

February 21, 2008

Ausgerechnet während des hochkarätig besetzten Kongresses zu Betrug im Gesundheitswesen ist ein neuer Fall von Korruption im Medizinbereich ruchbar geworden. Während die Experten des Forums “Tatort Gesundheitswesen” in der Hamburger Zentrale der Techniker Krankenkasse über Milliarden-Mauscheleien diskutierten, durchsuchten 30 Ermittler der Staatsanwaltschaft Hannover Wohnungen und Geschäftsräume in Niedersachsen sowie in Hessen und Bayern. Und der federführende Hannoveraner Oberstaatsanwalt, Hans-Jürgen Mahnkopf, hielt ein Referat zu “Methoden der Betrugsbekämpfung in der Praxis”.

Zwei Funktionäre der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Niedersachsen sollen für die unrechtmäßige Zulassung von Zahnärzten Schmiergeld kassiert haben. Dafür hätten sie nach Angaben der Staatsanwaltschaft bis zu 80 000 Euro pro Zulassung verlangt. Die Zahnärzte sollen Zulassungen bekommen haben, obwohl es gar keinen Bedarf an neuen Praxen gab.

Vor einigen Jahren war die AOK Niedersachsen Zahnärzten auf die Schliche gekommen, die billiges Material aus dem Ausland teuer abrechneten. Der Schaden lag im dreistelligen Millionenbereich.

Derzeit kann man davon ausgehen, dass durch Betrügereien im deutschen Gesundheitswesen zwischen 4,5 und 14,5 Milliarden Euro aus dem Topf aller Versicherten jedes Jahr in die falschen Kanäle fließen. Über die Tausende Betrugsfälle von Krankenhäusern, Ärzten, Apothekern, Patienten und ganzen Banden referierte der oberste TK-Fahnder Frank Keller. Zum Beispiel über Kliniken, die teure urologische Operationen abrechnen, aber gar nicht die entsprechende Abteilung haben. Sie lassen die Patienten ambulant operieren und bringen sie zum Aufwachen und Übernachten wieder ins Krankenhaus. Oder die über 90 Tage für insgesamt 45 000 Euro abgerechnete Sondennahrung, die die Kasse zahlen sollte. Der Patient war nach drei Tagen gestorben.

Oberstaatsanwalt Mahnkopf schimpfte besonders laut: “Die Strafgerichte haben vom Sozialrecht keine Ahnung. Das ist kein Vorwurf. Aber die Verfahren werden oft eingestellt.” Keller sind gerade bundesweit Optiker aufgefallen, die Mehrstärkengläser abrechneten, obwohl einfache Gläser geliefert wurden. Der Schaden geht in die Millionen – zweistellig.

Einer der schwerwiegenden Fälle, über den auch das Hamburger Abendblatt ausführlich berichtet hatte, waren jüngst die Fälschungen von extrem teuren Krebsmitteln.

DZW: Zweiklassenmedizin ist eben Realität und gut so

February 19, 2008

 In den vergangenen Wochen ging durch einige Regionalblätter wieder einmal eine Welle der Empörung über die Bevorzugung von Privatpatienten, für die bei notwendigen Operationen, zum Beispiel für eine neue Hüfte, schneller ein Termin gefunden wird als für einen Kassenversicherten. Viel härter noch waren die Vorwürfe, dass beim Hoffen auf eine Organtransplantation Privatpatienten öfter zum Zuge kämen als Sozialversicherte, und selbst da würden auch von Fall zu Fall „Kuverts mit Barem“ den Besitzer wechseln.

Über Letzteres braucht man nicht weiter nachzudenken, das ist ganz schlicht und einfach Korruption und kein Fall von Zweiklassenmedizin, und solches Verhalten muss streng geahndet und verfolgt werden. Aus solchen Vorfällen abgeleitet, kommt aber schnell immer wieder in der Medizin das Schlagwort von der Zweiklassenmedizin auf den Tisch, die es politisch zu überwinden gelte. Flugs und direkt versuchen daraufhin die Gesundheitspolitiker der Großen Koalition, voran Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, die Tatsache der „Zweiklassenmedizin“ als unberechtigten Vorwurf zurückzuweisen und diese als utopisch ins Reich der Märchen zu verbannen.

Nun, es gibt einfach Mythen, die sind Lebenslügen. Auch wenn Politiker gerne behaupten, es gebe keine Zweiklassenmedizin, wird diese doch zunehmend von ihnen mit den Gesundheitsreformen in ihrem Voranschreiten sogar noch befördert.

Richtig ist, dass jeder Bürger, jeder gesetzlich Versicherte, Zugang zu einer guten und ausreichenden Gesundheitsversorgung hat, dass er auch teure Behandlungen und vielfältige Therapien in Anspruch nehmen kann, öfter auch jene, für die modernste Technologie zur Verfügung steht. Er kann auch beste Ärzte und Zahnärzte aufsuchen. Aber ebenso richtig ist, dass man als Selbstzahler oder über private (Teil-)Kostenerstattung oft einen schnelleren Zugang zu Therapien findet und auch eine bessere Behandlung in Anspruch nehmen oder einfordern kann.

Wir stehen in Wirklichkeit nicht vor dem Problem, eine angeblich unsoziale oder gar medizinisch nicht ausreichende Basisversorgung im Rahmen einer Zweiklassenmedizin überwinden zu müssen, sondern vielmehr vor der Gefahr, dass wir eine Einheitsversicherung aus Gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) und Privater Krankenversicherung (PKV) bekommen. Dies übrigens mit duldender Unterstützung der privaten Versicherungsverbände

In der Zahnmedizin ist eine Zweiklassenmedizin bisher sogar im System definiert und gewollt, denken wir zum Beispiel an die Möglichkeiten der Mehrkostenvereinbarung in der Füllungstherapie, das Festzuschuss-System für Zahnersatz oder die langjährige Ausgrenzung der Implantologie aus einer Bezuschussung durch das Solidarsystem. Politisch wird nun in der Großen Koalition angestrebt, weiter eine bessere Versorgung durch Leistungsausgrenzungen offen zu halten, also wenn man so will, eine Mehr-Klassen-Versorgung auf Kassengrundversorgung aufzubauen. Für jede Leistung, auch bessere, will man aber nur einen gemeinsamen GKV- und PKV-Einkassentarif zulassen, eine Ein-Klassen-Bezahlung einführen. Man will die bessere Versorgung anbieten und auch einfordern, dafür aber nicht mehr „leisten“, das heißt, nicht mehr bezahlen. Als Strategie, um die Zweiklassenmedizin zu überwinden, kann dies nur scheitern. Der Weg in ein weitgehend „sozialistisches“ Erbringen medizinischer Leistungen, in dem Ärzten für alles weniger bezahlt wird, wird erst recht eine „Luxusmedizin“ provozieren und unweigerlich zu Qualitätsverschiebungen führen. In welche Richtung, das braucht niemand lange zu raten.

Auch Ärzte und Zahnärzte haben legitime ökonomische Interessen. Wer für den Patienten mehr leistet – auch als Spezialist besser weitergebildet –, stärker in die Praxis investiert, andere Materialien einsetzt, will wie in jedem Beruf überdurchschnittlich dafür belohnt werden. Wie total gleichmachende Medizin scheitert und die Korruption darin besondere Blüten treibt, hat man im Kommunismus gesehen.

Zweiklassenmedizin zu bestreiten, „Oberklassenmedizin“ – im doppelten Sinne des Wortes – zu negieren, zu bekämpfen, ist einfach politisch töricht und falsch. Private Leistungen für selbstzahlende Patienten sind auch eine – vielfach in den Praxen nachgewiesen – unverzichtbare finanzielle Basis für eine bessere allgemeinmedizinische Versorgung für alle Patienten.

Nein, noch steht kein Behandlungsstuhl bei Dr. Tigges

February 19, 2008

so der Westen:

“Ich behandele wieder,” erklärte Zahnarzt Dr. Martin Tigges der WAZ. Doch dem ist nicht so. Und nun kündigt Katharina Fischer, Tigges Ex-Partnerin, an, gegen “unfaire Angriffe” des Kol?legen vorgehen zu wollen.bu

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“Ich habe den Patienten gesagt, wir machen ab nächstem Montag wieder Termine, dann können sie anrufen”, erklärte Tigges gestern in seiner nach wie vor leergeräumten Praxis am Westenhellweg. “Nein”, die Leasingfirma, die Mobiliar und Behandlungsstühle abmontiert habe, “ist doch nicht gekommen, um die Geräte wieder zu installieren”. Es gebe Probleme.Tigges ist bemüht, seinen Ruf zu retten: “Es geht hier um meine Existenz.” Doch um die geht es auch Katharina Fischer, die gestern gegenüber der WAZ ankündigte, in der nächsten Woche klar Stellung zu den mehr oder weniger ausgesprochenen Vorwürfen zu beziehen, dass sie die Gemeinschaftspraxis vor die Wand gefahren habe. Ohnehin habe sie die Praxisgemeinschaft im März 2008 beenden wollen. Eine entsprechende Kündigung sei erfolgt. Die Leasing- Firma habe den Vertrag über die Geräte fristlos gekündigt.

“Ich gehe nie wieder in eine Gemeinschaftspraxis”, erklärt die junge Ärztin, die anfügt: “Unsere Mitarbeiterinnen sind von Dr. Tigges alle fristlos gekündigt worden.”

Tigges versicherte gestern: “Zwei arbeiten weiter.”

Eichenseer unterliegt beim OLG Nürnberg

February 18, 2008

und so berichtet das Oberpfalznetz:

Es bleibt dabei: Der aus Schmidmühlen (Kreis Anberg-Sulzbach) stammende und mehrere zahnärztliche Tageskliniken in Bayern betreibende Dr. Johann Eichenseer (54) darf keine unlautere Werbung machen. In zweiter Instanz hat das Oberlandesgericht Nürnberg (OLG) nun entsprechende Urteile bestätigt, die 2007 von den Landgerichten Amberg und Regensburg gefällt worden waren.

Nach einer Mitteilung des Zahnärztlichen Bezirksverbands Oberpfalz (ZBV) muss Eichenseer die Kosten des bei einem Streitwert von 50 000 Euro vor dem OLG laufenden Verfahrens zahlen. Eine Berufung ist nicht zulässig. Dr. Johann Eichenseer hatte sich als einen der “führenden Implantologen Deutschlands” bezeichnet, er warb mit dem Betrag von 700 Euro für ein Zahnimplantat und avisierte über Medien, ein “erfahrenes Team in seinen Praxen” zu haben. Das, so stimmten die Gerichtsinstanzen überein, sei “irreführend”.

Am 19. September letzten Jahres hatte ein Regensburger Richter einem gegen Eichenseer klagenden Zahnarzt Recht gegeben und dem Schmidmühlener Dentisten untersagt, sich als einen der führenden deutschen Implantologen zu bezeichnen. Der gleiche Jurist stellte sich auch die Seite eines weiteren Regensburger Zahnarztes, der die Werbung mit einem “spezialisierten und erfahrenen Team” rügte. Hinzu kam eine Entscheidung des Landgerichts Amberg. Dort war ein Weidener Kiefer- und Mundchirurg gegen Eichenseer vorgegangen, als mit Implantaten zum Inklusivpreis von 700 Euro geworben wurde. Auch der Arzt aus Weiden hatte Erfolg mit seiner Klage und wurde nun vom OLG bestätigt. “Die Entscheidung ist ein Meilenstein für den Patientenschutz”, unterstrich der Vorsitzende des ZBV, Dr. Michael Förster, am Freitag.

Zahnarzt Dr. Tigges zeigt sich überrascht

February 18, 2008

behauptet mal der Westen:

Am Dienstag hatte sich Zahnarzt Dr. Tigges bei der WAZ gemeldet: Seine Praxis am Westenhellweg laufe wieder. Gestern zeigte er sich überrascht über ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren gegen ihn.

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Das Verfahren wurde durch die AOK im November 2007 initiiert. Es geht dabei um die Jahre 2004 bis 2006 – einen Zeitraum vorm Start der Gemeinschaftspraxis mit Katharina Fischer. Das bestätigte Oberstaatsanwältin Dr. Ina Holznagel auf WAZ-Anfrage.Untersucht werde, ob Tigges Leistungen, die er für Patienten zweifelsfrei erbracht habe, auch mit der Krankenkasse habe abrechnen dürfen, so die Staatsanwaltschaft. Zur Prüfung sei die Kassenzahn-ärztliche Vereinigung (KZV) eingeschaltet, über die Zahnärzte mit den Krankenkassen abrechnen. Dies Prüfung laufe, sie sei noch nicht beendet.

Tigges gestern zu WAZ: “Dass ein Ermittlungsverfahren in dieser Sache läuft, wusste ich bisher nicht.” Es habe Gespräche mit der KZV gegeben, weil die Frage strittig war. Er habe im Sinne der Patienten abgerechnet und sie nicht für Operationen zu Kasse gebeten, die zweifelsfrei notwendig gewesen wären. Aber, weil er bei diesen Eingriffen Material verwandte, dessen Kosten die Kassen nicht übernahmen, stünden diese auf dem Standpunkt, der Patient solle alles – Operation und Material – aus eigener Tasche bezahlen.

Ansonsten wirbt Tigges “um faire Behandlung”. Er habe die Praxis Westenhellweg nicht leerräumen lassen und praktiziere wieder. Katharina Fischer war bislang für die WAZ nicht erreichbar.

wenn sich ein Zahnarzt durchbeisst…

February 17, 2008

Des Zahnarzt des Diktators beißt sich durch

Berdymuchammedow hat in zwölf Monaten mit den ärgsten Schrullen aufgeräumt und so schreibt MZ-web 24:

Moskau/Aschchabad/dpa. Fast zwei Jahrzehnte lang nahm die westliche Welt die frühere Sowjetrepublik Turkmenistan ausschließlich als «Absurdistan» wahr. Schlagzeilen über einen aberwitzigen Personenkult, die Schließung von Oper, Ballett und Zirkus im Land sowie die Umbenennung der Monate nach der Familie des Diktators Saparmurad Nijasow sorgten im Ausland für Belustigung. Seit dem Tod des Turkmenbaschi («Führer aller Turkmenen») vor gut einem Jahr weht aber ein frischer Wind vom Ostufer des Kaspischen Meeres.

Der neue Machthaber Gurbanguly Berdymuchammedow (50), Nijasows früherer Zahnarzt, preist sein Land als Energielieferanten mit gewaltigen Reserven an. Politiker aus Russland, China und der EU geben sich in der Hauptstadt Aschchabad die Klinke in die Hand. Nach einem Jahr im Amt fällt die Bilanz Berdymuchammedows, der am 14. Februar 2007 vereidigt worden war, gemischt aus.

Der neue Mann an der Spitze hat mit den ärgsten Schrullen des Regimes aufgeräumt. «Berdymuchammedow hat das Land zwar aus der Isolation geführt. «Aber zugleich übernahm die neue Führung vieles von der alten Diktatur», urteilt die Zentralasien-Expertin Viktoria Panfilowa von der Moskauer Tageszeitung «Nesawissimaja Gaseta». Der pausbäckige Politiker mit dem strengen Seitenscheitel sieht seinem Vorgänger so ähnlich, dass im postsowjetischen Raum das Gerücht umgeht, er sei ein unehelicher Sohn des verstorbenen Nijasow.

In der Hauptstadt stehen noch immer die riesigen, vergoldeten Nijasow-Statuen. «Aber auf den großformatigen Fotos ist in der Öffentlichkeit nun der neue Präsident zu sehen», berichtet ein ausländischer Geschäftsmann in Aschchabad. Die Euphorie vieler Turkmenen sei nach einem Jahr mit Berdymuchammedow verflogen. Die versprochenen Reformen blieben noch Stückwerk.

In den Schulen ist das Unterrichtsverbot für Mathematik und Fremdsprachen aufgehoben. Auch die Kultur kommt wieder zu ihrem Recht. Aus den berüchtigten Gefängnissen sollen 14 politische Gefangene, darunter ein islamischer Rechtsgelehrter, freigelassen worden sein. «Ich betrachte die Verteidigung der Menschenrechte und die Freiheit des Einzelnen als meine Hauptaufgabe», versprach der Präsident. Das Schicksal Hunderter anderer Regimegegner hinter Gittern bleibt aber unklar.

Generell gibt es weiterhin nur wenige verlässliche Informationen, die nach außen dringen. Turkmenistan bleibt auch unter dem früheren Gesundheitsminister Berdymuchammedow das verschlossenste GUS-Land.

Der Zahnarzt des Diktators galt vielen als Marionette der alten Machtclique. Doch Berdymuchammedow setzte gleich Akzente. So wurden einflussreiche Günstlinge Nijasows ins Gefängnis geworfen oder in die Wüste geschickt. In orientalischer Tradition soll Berdymuchammedow Spitzenämter mit Verwandten und Gefolgsleuten besetzt haben.

Beim Erdgaspoker hält der Herrscher der Turkmenen die Trümpfe in der Hand. Ende 2007 machte EU-Energiekommissar Andris Piebalgs in Aschchabad seine Aufwartung, nachdem Berdymuchammedow zuvor EU und NATO in Brüssel besucht hatte. Die Europäer wollen ihre Abhängigkeit von Russland verringern. Anfang Februar stieg der deutsche Energiekonzern RWE beim Gaspipeline-Projekt Nabucco ein. Demnächst wird Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) in Turkmenistan erwartet.

Der Kreml drängt die Turkmenen, mehr Gas nach Russland zu pumpen. Die Chinesen finanzieren eine erste Pipeline in Richtung Osten. Es bleibt fraglich, ob da überhaupt noch genug für die Europäer übrig bleibt. Berdymuchammedow findet Gefallen daran, anderen seine Regeln zu diktieren. Zuletzt unterbrach Turkmenistan die Lieferungen an den Iran, angeblich wegen zu niedriger Preise.

Die größte Herausforderung für Berdymuchammedow bleibt die Armut in der Bevölkerung. Während in der Hauptstadt Marmorpaläste wie Pilze aus dem Boden schießen, lebt die Landbevölkerung noch wie im 19. Jahrhundert. Der kälteste Winter seit 40 Jahren brachte das Elend zutage. Obwohl Turkmenistan mit Öl und Gas gesegnet ist, starben nach Angaben der Opposition Dutzende Menschen den Kältetod. Auch mehrere Grenzsoldaten sollen auf ihrem Posten erfroren sein.

FVDZ deletes war Part III – oder die Organisation des Grauens?

February 16, 2008

weiter im Text von Dr. Heidenreich (DZW)

Jetzt fragt man sich, warum ist das alles so möglich? Eine Ursache liegt in der überholten „pyramidalen“ Organisationsstruktur des Verbandes (darauf hatte ich (Heidenreich) unanständigerweise des öfteren hingewiesen! und der „Übermächtigkeit“ des Geschäftsführers Gilles (tief verbundener Freund des FVDZ-Patriarchen Dr. Gutmann*, eines „Todfeindes“ von Heidenreich). Beide Elemente – verschmolzen mit „Gutmannschem blindwütigem Hass“ – haben ehemals zum „Sturz“ von Beckmann beigetragen. Beides zerstört jetzt zumindest den ehemals größten Landesverband des FVDZ.

Kein Landesverband – und das sei den anderen Landesvorsitzenden gesagt – hat, selbst auf der Grundlage von Landesvorstands- oder Landesversammlungsbeschlüssen, eine Chance gegen die Macht- und Finanzposition des Geschäftsführers sowie die subjektive Meinung und die willkürlichen Repressalien des Bundesvorstandes, letztlich des Bundesvorsitzenden. Notfalls wird die Satzung verbogen, oder die Beschlüsse der Landesebene werden als „Missbrauch der Satzung“ eingeordnet. Ein knallhartes Patriarchatzeitlich überkommenen Musters stoppt geschriebenes (Zensur), hebt Mehrheitsbeschlüsse der Landesebene auf, wenn sie den „Geruch“ von Entwicklungspotenzial für den Verband oder Selbstständigkeit im Landesinteresse haben, und unterbindet Handeln durch entsprechende Verbandsausschlüsse. Nur so kann die Spitze (der Pyramide) ihre Macht erhalten.

Einfach gesagt, es geht um Macht und Geld. Die aktuell noch bestehende, pyramidale und insbesondere patriarchalischen beherrschende Organisationsstruktur des FVDZ ist den modernen Anforderungen auch eines standespolitischen Verbands nicht gewachsen und muss zwangsläufig scheitern. In diesem Prozess befinden wir uns. Der FVDZ in Bayern, der sich immer sehr intensiv mit der Politik auseinandergesetzt hat, hat seit dem Januar 2005, dem Jahr der verbandsinternen Auseinandersetzungen um die Beurlaubung von Gilles, der „Beschlüsse von Wiesbaden“ um der Querelen um die subversive Bayerische Minderheit um Dres. Kinner und Schott allein in Bayern ca. 573 Mitglieder verloren. Zum 31. März 2008 wird der Landesverband Bayern nochmals um mehr als 60 Mitglieder auf unter 3.000 Mitglieder geschrumpft sein.

Um zu erkennen, dass sich dieser Abwärtstrend 2008 weiter fortsetzen wird, muss man kein Prophet sein. Bundesweit ist im oben genannten Zeitraum ein Schwund von circa 1.605 Mitgliedern zu verzeichnen. Diese Zahlen sprechen für sich. Es stimmt dabei äußerst nachdenklich, wenn der Bundesvorsitzende „keine Austrittswelle in Bayern erkennen kann“. Keine Zweifel, mit dem Ende der „Ära Beckmann“ hat aufgrund des unterbliebenen Strukturwandels des Verbandes und des schwachen Nachfolgevorstandes, der bei der Politik nach eigener Aussage nicht gehört wird und außer „Farbfotolächeln“ in der FVDZ- Presse und Ausschlussverfahren gegen verdiente Freiberufler nichts zukunftweisende bewegt hat, die „Schmelze“ des Verbandes begonnen. Der Verband erlebt einen internen „Klimawandel“ und wäre gut beraten, auf radikale „Erneuerung der Energie“ zu setzten. Hierfür sind die Strukturen aber zu verknöchert und zu träge. Dass der Bundesvorstand des FVDZ jetzt aufgrund seiner Beschlüsse seine besten Leute in Bayern und sehr viele der bereits Ausgetretenen und weiterhin Austretende offensichtlich geradezu zwingt, sich außerhalb des FVDZ neu zu organisieren ist ein Elemente der Psychologien Logik, eine „sich selbst erfüllende Prophezeiung“. Aber auch hier wird seitens der Bundesvorstandes wiederum eine grober Denkfehler gemacht oder vorsätzlich ein bayerisches Szenarium „gegen den FVDZ austreten, um einen eigenen Verein gegen den FDVZ in Bayern zu gründen, sondern die bereits Ausgetreten und Austrittsentschlossenen fordern unter anderem die jetzt ausgeschlossenen kreativen Köpfe des ehemaligen Landesverbandes auf, sich gemeinsam zielgerichtet und zukunftorientiert neu zu ordnen. Dies ist eine Herausforderung für die bayerische Zahnärzteschaft.

*Gutmann: könnte man als mafiösen Hass-Opa bezeichnen, der für einige der fatalsten Irrtümer in der Einschätzung der politischen Lage verantwortlich ist.