Archive for March, 2008

Kopfweh durch Kauen

March 31, 2008

netter Beitrag auf dem Zahnmed.blog:

Die ganzheitliche Zahnmedizin geht davon aus, dass der Auslöser von Kopfschmerzen oder Bewegungsstörungen im Kiefer liegen kann. Und umgekeht: dass eine falsche Haltung der Grund für Zahnprobleme sein kann. Dr. Erich Wühr ist Zahnarzt und Osteopath und erklärt hier, wie er Kinder behandelt.

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noch mehr Apfel…

March 30, 2008

auch openpr verlinkt auf die Apfelgeschichte…..

..auf die wiederum das Markenblog verlinkt, wobei die Kommentare in letzterem als lesenswert zu empfehlen sind, und sich möglicherweise wiederum auf Meldungen in dentalife beziehen. Besonders lesenswert fand ich darin folgenden Beitrag von “appeleuser”

“Sehr geehrte Leser, liebe Kolleginnen und Kollegen, verehrte Anwälte,
durch Zufall habe ich in der uns Zahnärzten zugänglichen Fachpresse von dem Gebahren der Kollegin Laupheimer erfahren. Ich bin erstaunt, dass sie mich noch nicht abgemahnt hat, nutze ich doch ebenfalls (m)ein Apfellogo! Dies tue ich allerdings bereits seit 11 Jahren – ab 1997, dem Jahr in welchem ich das Logo schützen ließ. Um den Umtrieben der Kieferorthopädin ein Ende zu bereiten, habe ich meinen Anwalt damit beauftragt, den Eintrag der Kollegin entfernen zu lassen. Allen Voraussagen nach werden meine Bemühungen voraussichtlich von Erfolg gekrönt sein, da ich die älteren Rechte an dem “Apfel in Zusammenhang mit Zahnmedizin” besitze. Man darf gespannt sein, ob sich Frau Laupheimer an “ihrem” Apfel nicht die Zähne ausbeißen wird…”

Immerhin spuckt google mittlerweile jede Menge Treffer zu Schlagworten wie:

“granny smith”, Abmahnung und Kieferorthopädin aus!

Zahnärzte zanken um einen Apfel

March 29, 2008

die Schwäbische Zeitung hat in einem umfangreichen Artikel die Sache aus der Sicht von der Kieferorthopädin Dr. Dorothea Laupheimer dargestellt, was wir unseren Lesern natürlich nicht vorenthalten wollen:

Zahnärzte zanken um einen Apfel

LAUPHEIM – Ein knackiger grüner Granny Smith ist in der Zahnarztwelt zum Zankapfel geworden. Die Kieferorthopädin Dr. Dorothea Laupheimer hat sich solch einen Apfel für ihre Praxis beim Deutschen Patent- und Markenamt schützen lassen. Zahnärzte in ganz Deutschland sind darüber empört.

Es herrscht Aufruhr in der Welt der Zahnärzte, und alle Blicke sind derzeit auf Laupheim gerichtet. Die Kieferorthopädin Dr. Dorothea Laupheimer hat sich einen grünen Apfel schützen lassen, ihre Anwälte haben seither rund zehn Kollegen die Nutzung eines solchen Emblems untersagt. Ein Thema, das die zahnärztliche Fachpresse seit einigen Wochen rauf und runter hechelt. In Leserbriefen und Internetforen machen Kollegen der Laup-heimer Kieferorthopädin ihrer Empörung Luft. Dass man sich das Bild eines Apfels schützen lassen kann, wollen sie schlichtweg nicht einsehen.

Der grüne Granny

Aber der Reihe nach. 2006 hat Dr. Dorothea Laupheimer den Apfel beim Deutschen Patent- und Markenamt schützen lassen. “Der Apfel soll für unsere ganzheitliche Behandlung stehen, für unser ganz spezielles Angebot im Bereich der Kieferorthopädie”, erklärt Laupheimer. Stoßen die Patienten künftig etwa im Internet oder in Anzeigen auf den grünen Granny, dann sollen sie das mit der Laupheimer Praxis in Verbindung bringen.

Ein Patient aus dem Schwarzwald machte Dr. Laupheimer nun darauf aufmerksam, dass ein Arzt im Badischen mit eben solch einem Apfel wirbt. Laupheimers Anwalt forderte ihn daraufhin auf, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben; er solle künftig nicht mehr mit dem Apfel werben. So erging es inzwischen rund zehn weiteren Kollegen. Einer hatte empört argumentiert, andere Zahnärzte würden ebenfalls und schon seit Jahren mit dem Apfel werben. Er nannte 28 entsprechende Internetseiten. Bei sieben erkannten Experten Verwechslungsgefahr mit Laupheimers Granny. Auch diese Kollegen bekamen den Brief von Laupheimers Anwalt. “Ich habe nicht gezielt im Internet nach Äpfeln gesucht”, versichert die Kieferorthopädin. “Aber in so einem Fall war ich gezwungen zu handeln. Hätte ich es nicht getan, hätte die Gefahr bestanden, dass ich das Recht auf die Marke verliere.”

Anrufe in der Nacht

Für Dorothea Laupheimer hagelt es seither Kritik. “Ich bekomme Drohmails und -briefe, Anrufe mitten in der Nacht”, sagt sie und sieht sich einer Hetzkampagne ausgesetzt. Kann man sich einen Apfel tatsächlich schützen lassen? Diese Frage treibt die Zahnarztkollegen um. Das Patent- und Markenamt hatte zumindest keine Einwände und erteilte den Markenschutz. “Frau Laupheimer hat einfach die geniale Idee gehabt, das als Marke einzutragen”, sagt Dr. Joachim Schmid, Anwalt der Kieferorthopädin. Er wundert sich über die Wellen, die das Thema schlägt, und argumentiert: “Bei der Firma Apple fragt sich doch auch keiner, ob das geht oder nicht.” Teil des Problems ist seiner Ansicht nach, dass es “unter Zahnärzten einfach nicht üblich ist, markenrechtlich zu denken”.

Frische und kraftvolles Zubeißen

Auch eine Firma für zahnärztliches Zubehör, Dentsply Friadent aus Mannheim, hat sich der Sache angenommen. Sie hat beim Patent- und Markenamt inzwischen einen Antrag auf Löschung der Apfel-Marke gestellt. “Wir sind der Rechtsauffassung, dass solch ein Apfel nicht schutzfähig ist”, sagt Stephan Jorewitz von der Marketingabteilung. “Es ist schon seit Jahren so, dass ein Apfel bei Zahnärzten für Frische und kraftvolles Zubeißen steht.” Über den Antrag auf Löschung ist noch nicht entschieden.

Empört hat die abgemahnten Zahnärzte nicht nur, dass sie nicht mehr mit dem saftig-frischen Obst werben dürfen. Sie mussten auch einige tausend Euro an Anwaltsgebühren bezahlen. “Viele denken, ich profitiere finanziell von der Sache, aber von dem Geld geht kein Cent an mich. Im Gegenteil, ich habe eine Menge Arbeit und Ärger damit”, rechtfertigt sich Laupheimer. Ihr Anwalt riet ihr, ihr Recht mit den Schreiben an die Kollegen durchzusetzen. “Es ist ja nur normal sich zu regen, wenn jemandes Markenrecht verletzt wird. Wer eine Marke hat, kann schließlich nicht zulassen, dass sie verwässert wird”, sagt der Anwalt. Die Zahnärzte wussten offenbar nicht, dass es sich bei dem Apfel um eine geschützte Marke handelt. “Unwissenheit schützt aber vor Strafe nicht”, findet Schmid. Die Kritik an seiner Mandantin versteht er nicht: “Hier wird das Opfer zum Täter gemacht.”

Dorothea Laupheimer versichert, dass sie mit vielen der abgemahnten Zahnärzte versucht hat Kontakt aufzunehmen. “Die meisten wollten aber gar nicht einsehen, dass sie im Unrecht sind. Sie pochten einfach darauf, dass ein Apfel nicht schützbar sei.”

Und so bleibt der knackige Grüne weiterhin ein Zankapfel. Für den sich übrigens auch schon das Fernsehen interessiert. Vergangene Woche drehte ein Team der ZDF-Sendung “Wiso” in Laupheim. (Text dazu weiter unten)

Grüner Apfel: Laupheimer erstattet Strafanzeige

March 29, 2008

Wie die schwäbische Zeitung berichtet, erstattete die Laupheimer Kieferorthopädin, Dr. Dorothea Laupheimer Strafanzeige gegen unbekannt:

“Laupheimer Zahnärztin erhält nun Beschimpfungen per E-Mail

LAUPHEIM – Der Zank um einen Apfel geht weiter: Wie in der SZ berichtet, hat sich die Laupheimer Kieferorthopädin Dr. Dorothea Laupheimer vom Patent- und Markenamt das Emblem eines Apfels schützen lassen. Per E-Mail wird die Ärztin seitdem rüde beschimpft und sogar bedroht. Nun ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei.

Es ist das Abbild eines knackigen grünen Granny Smith, mit dem Dr. Laupheimer für ihre Praxis wirbt. Das Konterfei hat sie sich vom Markenamt schützen lassen. Rund zehn Kollegen, die mit einem ähnlichen Apfel werben, wurden von ihren Anwälten inzwischen aufgefordert, Unterlassungserklärungen zu unterschreiben. In der Zahnarztwelt herrscht seitdem Aufruhr. Kollegen machen in Fachzeitschriften in Leserbriefen ihrem Unmut Luft; wollen es nicht verstehen, wie man sich überhaupt einen Apfel schützen lassen kann. Auch überregionale Zeitungen haben inzwischen berichtet, ebenso das ZDF in seiner Sendung “Wiso”.

 Täglich Beleidigungen

Seit der Streit schwelt und öffentlich ist, bekommt Dr. Laupheimer täglich bis zu 40 E-Mails, wie sie sagt. Die meisten sind anonym. Der Tenor: “Die meisten beschweren sich, dass es eine Sauerei sei, sich einen Apfel schützen zu lassen, der sei für alle Zahnärzte reserviert”, berichtet die Kieferorthopädin. Einige dieser Mails enthalten auch üble Beschimpfungen. “Die sind wirklich unterste Schublade”, findet die Anwältin von Dr. Laupheimer, Claudia Dietz-Heiland. In einem Mail werde sogar gedroht, “ihr Laden” werde bald brennen.

Dr. Laupheimer hat inzwischen Strafanzeige gegen unbekannt gestellt. Polizei und Staatsanwaltschaft sind eingeschaltet und ermitteln. “Die Polizei überprüft wegen der Beleidigungen und wegen der Bedrohung die Praxis und die Wohnanschrift-von Dr. Laupheimer. Um den Urheber der beleidigenden und teilweise sehr anstößigen Mitteilungen zu ermitteln, befassen wir uns eingehend-mit der Herkunft der E-Mails”, sagt Polizeisprecher Uwe Krause. Ergebnisse liegen der Staatsanwaltschaft Ravensburg noch keine vor.

Die Rechtsanwältin Claudia Dietz-Heiland hält es für möglich, dass viele der E-Mails von einer Person stammen. “Das ist nicht auszuschließen. Die Mails kommen zwar unter verschiedenen Mail-Adressen, viele stammen aber von einem Server”, sagt Dietz-Heiland.”

Heidelberger Zahnmediziner lernen mit Phantompuppen

March 26, 2008

so der Mannheimer Morgen

Mit leicht zitternder Hand setzt der angehende Zahnarzt den Bohrer an, er rutscht ab und muss neu ansetzen. Dennoch verzieht der Patient auf dem Behandlungsstuhl keine Miene. Die Phantompuppen – an denen die Zahnmedizinstudenten der Universität Heidelberg ihr Wissen testen – verzeihen kleine und große Fehler gleichermaßen. Nach Uniangaben stehen den Heidelbergern damit europaweit die modernsten Ausbildungsplätze zur Verfügung.

Rund 700 Stunden übt ein Student an der Puppe mit dem auswechselbaren Gebiss, bevor er unter Anleitung seinen ersten realen Patienten behandeln darf. “Unsere Studenten lernen hier systematisch alle Arbeitsschritte der Zahnerhaltung und des Ersatzes”, erklärt Professor Dr. Peter Rammelsberg, Studiendekan im Bereich Zahnmedizin an der Medizinischen Klinik.

Die Simulationsarbeitsplätze sind laut Rammelsberg komplett mit allen modernen Geräten ausgestattet. “Vom Bohrer über das Mikroskop bis zu Spülgerät und Fußschalter ist alles vorhanden”, so der Ausbilder.

Arbeitsplatz mit PC und Kamera

Zudem verfügten die Übungsplätze über eine Multimedia-Ausrüstung mit PC, Monitor, Kamera und Bildschirm. Damit könnten die Studenten im Großformat verfolgen, welche Fortschritte ihre Arbeit macht. Gleichzeitig ließen sich so die Lernprogramme und alle Arbeitsschritte abrufen, die ein Student zu durchlaufen hat. Der Kursleiter wiederum könne sich in jeden Arbeitsplatz einklinken, die Behandlung beurteilen und dem Teilnehmer via Bildschirm Hilfestellung geben.

Insgesamt 84 Simulationsarbeitsplätze wurden im vergangenen Jahr in zwei Sälen der Klinik für Mund-, Zahn- und Kieferheilkunde in Betrieb genommen. Rund 450 Studenten lernen an diesen geduldigen Patienten vom vierten bis zum sechsten Semester in vier Kursen, wie man einen Bohrer ansetzt oder eine Wurzelbehandlung durchführt. Dass die Patienten-Puppen auch dann keine Miene verziehen, wenn der Bohrer mal abrutscht, wissen die Studenten sehr zu schätzen.

Bangkok mit Biss

March 25, 2008

und so berichtet das dentale blog über einen dental-trip nach Thailand.

http://dentales.blog.de/2008/03/09/bangkok-mit-biss-3843481

kann mir lebhaft die Frage vorstellen:

“Und, was machst in Thailand?”

“Zum Zahnarzt gehen!”

“asso nennt man das jetzt”

*nur so ein Gedanke”

Warum sich Frühlingsgefühle auch beim Zahnarzt erleben lassen

March 24, 2008
und was empfielt der PR-Zahnarzt seiner Familie: Feng-Shui?

schreibt eine PR-Agentur über einen Zahnarzt-Kunden:

“Schöne weisse Zähne – mit Prophylaxe Zahnpflege zum Küssen betreiben

Vom Zauber eines schönen Lächelns – Mit Prophylaxe beim Zahnarzt optimal vorsorgen – Gesunde Zähne bringen Wohlgefühl

Ein lachendes Gesicht mit schönen Zähnen signalisiert Jugendlichkeit und Vitalität“, so Dr. Arthur Kotzor, Zahnarzt in Bad Homburg. In seiner Zahnarztpraxis VitaDent sind Prophylaxe und Karies-Risiko-Management Schwerpunkte des Behandlungskonzepts. Alle therapeutischen Maßnahmen, wie beispielsweise mikroinvasive Restaurationsmethoden mit keramischen Hochleistungswerkstoffen, haben das strahlend schöne Lächeln des Patienten zum Ziel. „Die professionelle

Zahnreinigung ermöglicht überhaupt erst eine differenzierte Diagnostik des Behandlungsproblems“, ergänzt Dr. Kotzor.

Zu einer Prophylaxe-Sitzung gehören neben der Entfernung weicher und harter Zahnbeläge auch die Zahnfleischsaumpflege und die Schmelzhärtung. Die Praxis von Dr. Kotzor ist für diese Therapie mit Equipment ausgestattet, das höchsten Ansprüchen genügt. Jeder noch so kleine Defekt kann nach einer professionellen Zahnreinigung, die auch Zahnzwischenräume und Zahnfleischtaschen umfasst, erkannt werden. Das Team von VitaDent ist bestens ausgebildet für die Erfordernisse moderner Zahn- und Mundpflege. Die Mitarbeiter sind neben der Kinder- und Erwachsenenprophylaxe auch qualifiziert für die parodontale Begleittherapie. In diesem Frühjahr beginnen zwei von ihnen die Ausbildung zur Dentalhygienikerin, um noch anspruchsvollere Aufgaben im Bereich der medizinischen Prophylaxe übernehmen zu können.

„Prävention ist das A und O der Zahngesundheit“, unterstreicht Dr. Kotzor die Bedeutung prophylaktischer Maßnahmen für sein Behandlungskonzept. Er weiß von vielen Patientenfällen, wie problematisch sich gerade mangelnde Zahnpflege auch in partnerschaftlichen Situationen auswirken kann, nicht nur im Berufs-, sondern auch im Privatleben. „An Mundgeruch, einer häufigen Erscheinung bei mangelnder Mundhygiene, kann auch eine leidenschaftliche Beziehung scheitern“, bringt der Bad Homburger Zahnarzt es auf den Punkt. Er stellt sein ganzheitliches medizinisches Know-how in den Dienst derer, die sich der (Zahn-)Gesundheit als Basis des persönlichen Wohlgefühls bewusst sind. Mehr dazu unter http://www.prophylaxe.de.

Zahnarzt Dr. Kotzor ist mit seiner Zahnarztpraxis VitaDent in Bad Homburg auf Endodontologie – Wurzelkanalbehandlung, Parodontologie – Zahnfleischbehandlung, Prophylaxe, Ästhetik und Ernährung spezialisiert. Die Zahnarztpraxis bietet minimalinvasive Behandlungen auf technologisch höchstem Niveau, z. B. gegen Karies und Zahnfleischerkrankungen. Ganzheitliche Diagnostik sorgt für hochwertige Behandlungsergebnisse und schöne gesunde Zähne. Behandlungs- und Praxiskonzept sind nach den Prinzipien des Feng-Shui ausgerichtet. Zum Einsatz kommt High-End-Technik wie das Zeiss-OP-Dental-Mikroskop.”

Fundsache

March 23, 2008

gefunden bei a dentists blog: 

CC vs. BCC

Eben erhalte ich wieder eine Spammail, diesmal von Volker Flöring, v.floering@dkl.de, seines Zeichens Vertriebsheini der Firma DKL, in der er seine Waren anpreist. Ich schreibe den Namen und die Firma nur aus, damit Google das hier indiziert.

Beim Download der Mail wunderte ich mich über deren Gewicht (1,8MB). Die Erklärung fand ich beim Öffnen der Mail: Fein säuberlich hat jemand (ich hoffe, das war kein bedauernswerter Azubi) Hunderte vom Zahnarzt-Mailadressen in das CC-Feld gestopft, womit jeder Empfänger sämtliche Mailadressen der anderen Opfer einsehen kann.

Würden Sie bei einer Firma kaufen, die sich beim Spammen so doof anstellt?

Zahnarzt vergisst Bohrer im Kiefer

March 22, 2008

Die Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen aufgenommen, nachdem der 45 Jahre alte Patient Anzeige erstattet hatte, sagte am Montag der Geschäftsführer des betroffenen Henriettenstiftes, Klaus Hager. Er bestätigte einen Bericht der “Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ).

Der 45 Jahre alte Taxifahrer war demnach im Februar 2007 von einem Kollegen verprügelt worden und hatte einen doppelten Unterkieferbruch erlitten. Anschließend wurde er im Henriettenstift viermal operiert. Nach dem dritten Eingriff klagte der Mann laut HAZ über starke Schmerzen, wenn er sich auf die betroffene Seite legte. Bei einer Röntgenuntersuchung entdeckte ein anderer Mediziner dann den abgebrochenen Metallstift. “Bei einer Operation wurde ein etwa fünf Millimeter großer Bohrer vergessen. Der Patient wurde darüber aufgeklärt und das Metallstück in einer Operation entfernt, die ohnehin notwendig war“, sagte Hager.

Der 45-Jährige wirft dem behandelnden Arzt dagegen vor, er habe den Vorfall vertuschen wollen und die vierte Operation nur durchgeführt, um den Bohrer zu entfernen. Außerdem hätte die Klinik ihm seine Krankenakte und die OP-Unterlagen vorenthalten. Sollte sich der Vorwurf bestätigen, will der Taxifahrer auf Schmerzensgeld in Höhe von 20 000 Euro klagen.

kein Stopp für den Stopp!

March 19, 2008

Ständerat gibt Ärztestopp noch nicht auf

Kleine Kammer verschiebt Entscheid über Aufhebung auf Sommersession – der Ständerat gibt die Aufhebung des Ärztestopps nicht «kampflos» preis. Er will erst in der Sommersession über das Geschäft beraten und bis dann eine Übergangslösung ausarbeiten. Der Nationalrat ist in der laufenden Session nicht auf das Geschäft eingetreten, um damit den Druck für eine Aufhebung des Vertragszwangs zu erhöhen.

Im Seilziehen um eine nochmalige Verlängerung des Ärztestopps will der Ständerat dem Nationalrat eine Brücke bauen. Er hat am Mittwoch auf Antrag seiner Gesundheitskommission beschlossen, die weitere Behandlung des Geschäfts bis zur kommenden Sommersession auszusetzen und bis dahin eine tragfähige Anschlusslösung für die Zeit nach dem Ärztestopp zu erarbeiten.

Im letzten Winter hatte die kleine Kammer beschlossen, den 2002 erstmals verfügten Zulassungsstopp für neue Arztpraxen bis Ende 2010 ein zweites Mal zu verlängern, weil sich die Aufhebung des Vertragszwangs zwischen Krankenkassen und Ärzten in die Länge zieht.

Druck für Aufhebung des Vertragszwangs erhöht

Darauf trat der Nationalrat in der laufenden Session aber nicht ein und erhöhte damit den Druck für die Aufhebung des Vertragzwanges. Die nun vom Ständerat angestrebte Kompromisslösung soll im Rahmen der Managed-Care-Vorlage gefunden werden.

Der Ständerat musste deshalb am Mittwoch erneut über Eintreten entscheiden. Auf Antrag der Gesundheitskommission (SGK) setzte er die Beschlussfassung nun bis zur Sommersession aus, die am 26. Mai beginnt. Bis dahin soll laut Kommissionspräsident Urs Schwaller (Freiburg, cvp.) klar sein, wie sich die WBK die Anschlussregelung vorstellt.

Allenfalls verkürzte Verlängerung

Schwaller hofft, dass der Nationalrat dann zum Eintreten bewegt werden kann und allenfalls einer verkürzten Verlängerung des Zulassungsstopps zustimmt. Als Anschlussregime schwebt der zuständigen Kommission eine selektive Vertragsfreiheit vor. Dabei müssten die Krankenkassen nur noch mit jenen Ärzten zusammenarbeiten, die anerkannten Netzwerken angehören.

Die Aufhebung des Vertragszwangs ist die umstrittenste Massnahme der in Pakete aufgeteilten KVG-Revision. Die Vorlage des Bundesrates liegt seit 2004 bei der Ständeratskommission. Gegen sie machte insbesondere die Ärzteschaft mobil. Der Ärztestopp, der bereits einmal verlängert worden war, läuft am 3. Juli dieses Jahres aus.