Archive for March 17th, 2008

TV Tipp: der “grüne Apfel” in Wiso

March 17, 2008

Liebe Kollegen,

für heute abend ist in der Sendung “WiSo”, (heute, 17.03. 19.25 Uhr, 2. Programm) ein Bericht über die Abmahnaktion der Kieferorthopädin Laupheimer aus Laupheim bei Ulm geplant.

Aktuell sind es 55 Zahnärzte, die von der Abmahnaktion Ihres Anwaltes wg. des grünen Apfellogos betroffen sind.

Ich habe in dem Beitrag mitgewirkt, ihn aber selbst noch nicht gesehen und bin auch darauf gespannt, was die Produktionsfirma daraus gemacht hat.

Es gab den einen oder anderen, der der Kollegin seinem Unmut über diese Art des Kollegialen Umganges schreiben wollte.
Vielleicht ist jetzt ein günstiger Zeitpunkt dafür, da die meisten Verfahren noch in der Schwebe sind.

Es wäre schön, wenn es derartige Aktionen in Zukunft nicht mehr geben würde und man damit auch den noch betroffenen Kollegen helfen könnte.

Mit kollegialen Grüssen

Diese Nachricht darf gerne weitergeleitet werden.
(Privataddresse editiert, kann ggf per PM weitergegeben werden) 

Zahnärztekammer Berlin: Delegiertenversammlung aufgelöst

March 17, 2008

Die Zahnärztekammer Berlin informierte unmittelbar nach Rechtskraft des Urteils des  Verwaltungsgerichts Berlin vom 19.12.2007 hinsichtlich der Ungültigkeit der Kammer-Wahlen zur Delegiertenversammlung 2006 nunmehr sowohl die Aufsicht als auch die bisherigen Delegierten über die erfolgte Auflösung der Delegiertenversammlung: „Der Vorstand der Zahnärztekammer Berlin erklärt die Wahl vom 27.11. bis 03.12.2006 zur Delegiertenversammlung der Zahnärztekammer Berlin hiermit für ungültig.“

Entsprechend § 26 der Wahlordnung der Zahnärztekammer Berlin und aufgrund der Feststellung der Ungültigkeit der Wahl haben damit alle Delegierten ihren Sitz in der Delegiertenversammlung verloren.

 

Der Vorstand der Zahnärztekammer Berlin bedankte sich in dem Informationsschreiben an die Delegierten ausdrücklich für deren zurückliegende Arbeit in der Delegiertenversammlung.

 

Der in der letzten Delegiertenversammlung am 21.02.2008 von den Delegierten bestätigte Wahlausschuss wird jetzt den Zeitplan für Neuwahlen festzulegen haben. Bis  zur Wahl einer neuen Delegiertenversammlung und eines neuen Vorstandes bleibt satzungsgemäß der bisherige Vorstand kommissarisch im Amt.

 

Der Vorstand ruft alle Berliner Zahnärzte auf, sich an der nächsten Wahl zur Delegiertenversammlung der Zahnärztekammer zu beteiligen, um so eine möglichst breite demokratische Legitimation für die zu wählenden ehrenamtlichen Interessenvertreter zu gewährleisten.

 

Urteile zu medizinischen Streitfällen

March 17, 2008

Wegen Krebsverdacht wurden einer Patientin beide Brüste amputiert. Als Jahre später Zweifel an der Diagnose auftraten, die Gewebeproben aber nach einem Brand „entsorgt“ worden waren, entschied das Oberlandesgericht Hamm, es könne nicht zu Lasten der Patientin gehen, dass Beweise vernichtet worden seien. Der Frau wurden 125 000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen (Az. 3 U 119 / 00).Ein Zehnjähriger, der nach einem Sportunfall mit Bruch des Oberschenkels notoperiert wurde und dabei Verätzungen durch Desinfektionsmittel erlitt, was eine viermonatige Nachbehandlung nötig machte, erhielt 5000 Euro Schmerzensgeld. Das Landgericht Freiburg sah darin einen Behandlungsfehler, da derartige Verätzungswunden in Fachkreisen allgemein bekannt seinen, so dass Maßnahmen zur Abwehr hätten ergriffen werden müssen. Von einem „schicksalhaften Geschehen“ im Sinne einer nie ganz auszuschließenden Komplikation während einer Operation könne nicht ausgegangen werden (Az: 6 O 489 / 04).

Bei einer Unterleibsoperation entfernte ein Arzt eine weitere Zyste, die bisher keine Beschwerden bereitet hatte. Dabei wurde der Harnleiter derart stark verletzt, dass eine Nachoperation erforderlich wurde. Während der Heilphase traten heftige Unterleibsschmerzen und eine vorübergehende Inkontinenz auf. Das Oberlandesgericht Köln entschied auf 10 000 Euro Schmerzensgeld. Dem Arzt sei zwar kein „handwerklicher“ Fehler vorzuwerfen, auch die Nachbehandlungen wären „normal“ gewesen. Gefehlt habe jedoch die Einwilligung der Frau, diese Risiken eingehen zu wollen (Az: 5 U 85 / 06).

Einer Bauchtänzerin, bei der eine Schönheits-OP Dellen am Po verursachte, wurden bei einem Vergleich vor dem Landgericht München I 8000 Euro Schmerzensgeld und 6000 Euro Schadenersatz zugesprochen für eine (von einem anderen Operateur) auszuführende Nachoperation (Az: 9 O 11833 / 05).

Ein Schmerzensgeld von 2500 Euro musste ein Arzt zahlen, der einen Patienten psychisch schwer belastete mit der Diagnose Hodenkrebs, die sich als falsch erwies. Der Mann war sterilisiert worden (Az: 4 U 172 / 02).

Ein Zahnarzt hatte versäumt, nach einer Wurzelbehandlung erneut zu röntgen, obwohl die Patientin mehrfach über nachhaltige Schmerzen geklagt hatte. Er übersah deshalb eine Entzündung, was zur Folge hatte, dass zwei natürliche Zähne gezogen werden mussten. Das Oberlandesgericht Köln sprach der Patientin 7000 Euro zu (Az: 5 U 148 / 04).

Obwohl nicht sicher festgestellt werden konnte, ob einem Gynäkologen bei einer Ausschabung der Gebärmutter ein Fehler unterlaufen war, wurden der Patientin Schadenersatz und Schmerzensgeld von 40 000 Euro zugesprochen, weil die 35-Jährige vor dem Eingriff nicht ausreichend über die Risiken der Behandlung aufgeklärt worden war. Seit der OP ist sie unfruchtbar, was laut Gericht eine junge Frau mit Kinderwunsch in ihrer Lebensführung belastet (Az: Oberlandesgericht Köln, 5 U 180 / 05). (aus der Kölnischen Rundschau)