Archive for April, 2008

Grauduszus: Die Ratten verlassen das sinkende Schiff

April 30, 2008

„Wir müssen aus dieser Dauerdepression heraus“, fordert der Präsident der Freien Ärzteschaft Martin Grauduszus. Der Protest der Hausärzte in Bayern werde in vielen ärztlichen Medien kleingeschrieben, dabei sei er ein gigantischer Erfolg. Wie er die Diskussionen um Praxissiegel und TÜV-Plakette für Ärzte einschätzt und welche weiteren Protestpläne die Freie Ärzteschaft hegt, erläuterte der Allgemeinmediziner im Interview mit der Redaktion. (more…)

Schnarcher haben keine Lobby

April 29, 2008

aus der Sendelfenger Tsei-dong:

Gründer einer Selbsthilfegruppe für Menschen mit Schlafstörungen, Berater der Bundesrepublik für zahnmedizinische Produkte, Vorsitzender der Böblinger Hockeyabteilung, Hobbymusiker morgen feiert der Maichinger Rudolf Taugerbeck seinen 80. Geburtstag.

Zumindest durch Artikel über Schlafapnoe auch in der SZ/BZ ist Rudolf Taugerbeck bekannt. Beständig macht er auf die Gefahren des Schnarchens und nächtlicher Atemaussetzer aufmerksam. Das Thema treibt ihn um, seit er selbst darunter leidet. Deshalb gründete er 1996 in Sindelfingen eine Selbsthilfegruppe und ist inzwischen Vorsitzender des Landesverbandes Schnarchen-Schlafapnoe mit zwölf Gruppen in Baden-Württemberg und über 1000 Patienten.

Selbst in Polizeiberichten steht mittlerweile, dass Autofahrer während des Sekundenschlafs Unfälle verursachten. “Das ist eine Folge gestörter Nachtruhe. Unbehandelte Schlafapnoe kann sogar zum Herzinfarkt führen”, so Rudi Taugerbeck, der selbst vier Bypässe hat.

Schnarchen als Frühwarnsystem

“30 Millionen Deutsche sägen nachts und vermutlich ebenso viele Partnerinnen leiden darunter. Da rufen verzweifelte Frauen an und fragen um Rat, bevor die Ehe kaputt geht”, so der Sindelfinger. Es gebe zu wenige Hausärzte, die das akustische Frühwarnsystem Schnarchen interpretieren könnten.

Rudolf Taugerbeck rät den Betroffenen, sich zu einem Schlafmediziner überweisen zu lassen, der mit einem elektronischen Messgerät herausfindet, ob das Schnarchen noch normal oder schon gefährlich ist. Nach der Menopause betreffe es zunehmend auch Frauen. Die Selbsthilfegruppe lädt viermal im Jahr zu Informationsveranstaltungen über den Umgang mit den komplizierten Atemmasken ein, die wieder einen erholsamen Schlaf ermöglichen. Für sein Engagement wurde Rudolf Taugerbeck mit dem bundesweiten “Somnus-Preis als Selbsthilfegruppenleiter des Jahres 2005” gewürdigt, auf den er besonders stolz ist.

Mit Medizin hatte der geborene Fürther schon früh zu tun. Eigentlich wollte er Zahnarzt werden. Inzwischen ist er froh, dass er nach dem ersten Friedensabitur 1947 zusammen mit viel älteren Kriegsheimkehrern eine Ausbildung zum Dental-Kaufmann absolvierte, die Studium und Praxis verband. Verdient hat er sich das Studium mit Musik.

Schon Weihnachten 1945 spielte er mit seinem Bruder bei amerikanischen Truppen für Essen, später in verschiedenen Bigbands um Zigaretten. “Für eine Stange erhielt man damals auf dem Schwarzmarkt 150 Mark. Außerdem bekamen wir Erdnussbutter und Eipulver für die Familie”, erinnert sich der Hobby-Pianist.

Zunächst arbeitete Rudi Taugerbeck in Mittelfranken und Hamburg. 1964 wurde er Geschäftsstellenleiter in Stuttgart. Seitdem wohnt die Familie in Maichingen. Taugerbeck erlebte die Entwicklung vom sitzenden Patienten und stehenden Zahnarzt zum liegenden Patienten und sitzenden Mediziner, machte Fortbildungen zur Panorama-Röntgentechnik und hielt Vorträge bei Praxisgründungsseminaren in ganz Deutschland. Er gründete die Zeitschrift Dental Magazin und wurde Berater der Bundesrepublik in der Arbeitsgruppe für zahnmedizinische Produkte der Welt-Organisation der Zahnärzte (FDI).

Aufregend sei die Zeit nach der Wende gewesen. Rudolf Taugerbeck war schon in Rente, als ihn seine Firma bat, die Universitäts-Zahnkliniken in den neuen Bundesländern zu beraten. “Die angehenden Zahnärzte konnten nicht kalkulieren und waren so verunsichert, dass ich mich noch einmal betätigte”, erinnert sich der Sindelfinger.

Zu seinen ehrenamtlichen Engagements gehörte lange Zeit die Mannschaftsbetreuung in der Hockeyabteilung der SVB. So wie er als Jugendlicher liefen auch seine beiden Kinder der weißen Kugel nach. 1992 wurde Rudolf Taugerbeck zum Vorsitzenden gewählt und freute sich über den Aufstieg der Herren I in die zweite Bundesliga sowohl auf dem Feld wie in der Halle und den ersten Deutschen Meistertitel der Knaben A. Inzwischen holt er seinen Enkel Julian vom Hockey-Training ab. Zum Tennisspielen, Skifahren und der Herzsportgruppe reicht die Puste nicht mehr. Aber die Musik lockt immer noch sowohl zu Konzerten in Sindelfingen als auch zum Jazz in Aidlingen.

Ab und zu muss er in Franken Freunde besuchen und Schäufele mit Kloß oder gebackenen Karpfen essen. Dann packt er den Kofferraum voll mit Bratwürsten und vor Weihnachten mit Lebkuchen. “Fürth ist eine tolle Stadt geworden”, schwärmt er. Früher sei die Altstadt furchtbar gewesen. Und dann fällt ihm ein, wie er als 15-Jähriger bei einem Luftangriff auf dem Dach des elterlichen Hauses herumturnte und die Brandbomben hinunterwarf: “Wenn das schon welche mit Sprengsatz gewesen wären, hätte es mich zerrissen.”

Morgen feiert Rudolf Taugerbeck seinen 80. Geburtstag, doch weder zu Hause noch in Fürth, sondern bei einem Familientreffen im Harz, der Heimat seiner Frau Erika. Sie hat ebenfalls in dieser Woche Geburtstag und Louisa, eins seiner vier Enkelkinder, sogar am selben Tag wie er. Danach kümmert er sich wieder um die Schnarcher: “Denn sie haben ja keine andere Lobby.”

Vanity Fair über Amy Winehouse: der Klügere kippt nach

April 28, 2008

Ihr famoser Retrosoul berauscht die Welt. Und doch spricht England nur über ihre Alkoholeskapaden. Ihrer Karriere muss das nicht schaden – ihren Zähnen schon!

Eine Fernsehshow, eine Coverversion von Michael Jacksons “Beat It“: Die Frau singt mitreißend, leidenschaftlich – mit schwerer Zunge. Die Langeweile, das Warten, die Drinks. Ein paar Tage später, eine Preisverleihung, Bono von U2 hält eine Dankesrede: Die Frau sitzt im Publikum, sie schreit: “Halt’s Maul! Ich scheiß drauf.“ Anfang dieses Jahres, ein Konzert, der erste Song. Die Sängerin wird blass, rennt von der Bühne, erbricht sich. War es eine Lebensmittelvergiftung? Oder doch die Nachmittagsration Alkohol, freundlich geteilt mit Kelly Osbourne? “Amy Winehouse, ihr Nachname klingt wie der Zustand ihrer Leber“, meinte der Komiker Russell Brand bei den Brit Awards.

Amy Winehouse sitzt im Büro ihrer Londoner Plattenfirma. Dort hatte man uns vorher gewarnt: Die Klientin, in ihrer Heimat derzeit ähnlich berühmt-berüchtigt wie Pete Doherty, sei etwas verkatert. Nun denn. Sie kramt ein wenig umständlich in ihrer Tasche, sucht ihren Lippenstift, gibt zunächst einsilbige Antworten. Es ist ein seltsames Gefühl: erleichtert zu sein, dass es jemandem gar nicht so schlecht geht wie erwartet. Einerseits. Aber auch leicht enttäuscht. Ihre schwarze Bienenkorbfrisur sitzt, die Seemannstatoos sind unter Jeans und T-Shirt versteckt. Nuschelnd erzählt Winehouse von dem mediterranen Fischeintopf, den sie den Kumpels ihres Freundes gekocht habe. Beneidenswert, so ein Kater.

Den Spott des Komikers bei der Verleihung der Brit Awards nahm die 23-jährige Londonerin im Übrigen gelassen. Schließlich war sie bei der Zeremonie im Januar die Königin des Abends. Trotz harter Konkurrenz von Lily Allen und Corinne Bailey Rae gewann sie den Preis als “Beste britische Sängerin“. Und ihr Album “Back To Black“, das sich zuvor schon mehr als 700000-mal verkauft hatte, kletterte danach zurück auf Platz eins der Charts. Nun will Amy Winehouse ihren Soulpop in die USA und nach ganz Europa bringen. Während zu Hause die Boulevardblätter nach neuen Saufgeschichten suchen.

Man will sie eigentlich fragen, ob es sie nicht nervt, ihr Trinkverhalten öffentlich diskutieren zu müssen − und erinnert sich dann: Die erste Single aus ihrem Album heißt “Rehab“ und erzählt die wahre Geschichte, wie Amy Winehouse von ihrem alten Management eine Entziehungskur nahegelegt wurde und sie nach einer Viertelstunde wieder draußen war: “They tried to make me go to rehab, I said no, no, no.“ Es ist also ein Thema.

Das Gerede störe sie nicht, sagt Amy Winehouse, “wenn ich nicht arbeite, trinke ich wirklich gern. Aber nicht exzessiv. Ich wurde nicht einmal ins Krankenhaus eingeliefert − in den letzten sechs Monaten.“ Ist das nun naiv oder kokett? “Ich bin ein junges Mädchen, das Spaß haben will“, sagt sie. Man wird dennoch den Verdacht nicht los, dass die ganze Alkoholgeschichte nur ein geschickter Marketing-Stunt ist. Bei einem Promotionauftritt Ende Januar in Berlin war den eingeladenen Medienleuten Amys Lieblingsdrink angeboten worden (“Rickstasy“, drei Teile Wodka, ein Teil Southern Comfort, ein Teil Bananenlikör, ein Teil Baileys).

Ein Journalist behauptete mal, Winehouses Trinken sei “weniger ein Symptom von Depression als vielmehr von chronischer Nostalgie“. Darauf angesprochen, ist Amy Winehouse für einen Moment entrüstet. Dann fällt ihr ein, dass ihr erster Freund geglaubt habe, sie versuche, wie Billie Holiday zu sein. “Dabei mag ich die gar nicht so sehr.“
Amy Winehouse ist, anders als man vermuten könnte, keine White-Trash-Queen. Sie stammt aus der Mittelschicht, die Mutter ist Apothekerin, der Vater Taxifahrer. Als junges Mädchen ging sie auf eine Stage School und schwärmt noch heute davon, dass dort alle wie eine Familie waren. Sie habe dort viel gelernt, “aber nicht zu tanzen oder zu singen, sondern Dinge wie Manieren. Oder wie man es schafft, Leute zu überzeugen, dass man eine Aufgabe erfüllen kann“.

Als 2003 ihr Debütalbum “Frank“ erschien, gab es viel Kritikerlob für die Mischung aus Jazzakkorden, Hip-Hop-Beats und Texten aus dem Leben einer 20-jährigen Großstädterin, von ihren Kämpfen mit Männern, die sich nicht genug kümmern, und Frauen, die nur darauf aus sind, einen reichen Fußballer abzuschleppen. Weil die Musik aber sehr höflich und allzu geschmackvoll daherkam, wurde Winehouse in die Schublade der jungen Traditionalistinnen gesteckt, mit Katie Melua, Norah Jones, Joss Stone. Schöne Musik, die aber in dem Ruf steht, Klangtapete zu sein für Leute mittleren Alters und mit hohem Einkommen.Es wurde also Zeit, sich abzuheben.

Ihre Musik hat Winehouse jedenfalls umgemodelt: Auf “Back In Black“ ist sie immer noch retro, aber statt an verrauchte Jazzclubs erinnert sie jetzt an die Girlgroup-Revuen der 60er-Jahre, an den Sound von Motown und Phil Spector. Besonders die Shangri-La’s haben es Amy Winehouse angetan, “deren Atmosphäre von verhängnisvoller Liebe“. Die Texte handeln von einer zerbrochenen Beziehung, alles selbstverständlich ganz authentisch, denn: “Ich bin ehrlicher, wenn ich schreibe, als ich im wirklichen Leben bin. Wenn ich die Texte singe, werden mir die Dinge klarer.“

Die alte Geschichte von der Kunst, die aus dem Leiden geschaffen wird, gepaart mit dem Image eines smarten Partygirls, gestylt als Mischung aus Dusty Springfield und Morticia Addams, die nicht nur beim Augen-Make-up manchmal über das Ziel hinausschießt: Das lässt sich verkaufen, auch über England hinaus. Das Brachenmagazin “Billboard“ zitiert den Marketingdirektor von Amy Winehouses Plattenfirma, dass ihr Lebenswandel positiv gesehen werde: “Wir wollten ihn nicht herunterspielen − Amy ist, wie sie ist −, aber wir haben auch keinen anzüglichen Klatsch befördert.“ Zwei Hauptthemen der Popkultur werden von ihr zugleich bedient: die Lust am Promiklatsch und die Vorliebe für die Klänge und Stile von früher.

In die Entzugsklinik will Amy Winehouse deshalb niemand mehr schicken. Außer vielleicht die Mutter ihres Freundes, die immer erschrickt, wenn sie Zeitung liest. Sie erzählt gern und viel von ihrem Freund. Er heiße Alex Jones-Donelly und sei auch derjenige, der sich mit der Geschichte ihrer Familie auskenne, aus Russland stammenden Juden. “Ich bin wirklich ignorant in solchen Sachen. Ich bin zwar stolz, Jüdin zu sein, aber praktiziere die Religion nicht.“ Sie bekocht ihn, einen ausgebildeten Koch, sogar koscher – “dabei isst er lieber Meeresfrüchte“. Es klingt nach Harmonie, es klingt nach Glück.

Worüber will sie ihre nächsten Lieder schreiben? Amy Winehouse lacht. “Ich glaube, ich werde immer einen Weg finden, mein Leben zu versauen.“ (Vanitiy Fair)

Anlegerflucht aus Nobel Biocare – die Aktie stürzt ab!

April 26, 2008

Schweizer Börse fester – Nobel Biocare stürzt ab

Zürich – Die Schweizer Börse hat am Donnerstag fester tendiert. Zwar drückte der unerwartet schwache deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex auf die Stimmung, doch wurde dies durch die Gewinne einzelner Schwergewichte mehr als wettgemacht.

bert / Quelle: sda / Donnerstag, 24. April 2008 / 18:47 h


Der SMI schloss 1,86 Prozent höher auf 7460 Punkten. Der breite SPI gewann 1,49 Prozent auf 6195,12 Zähler. Für Unterstützung sorgten die beiden Pharmaschwergewichte Novartis und Roche, die 2,9 beziehungsweise 2,3 Prozent gewannen. Gute Ergebnisse anderer Medikamentenhersteller sorgten für eine bessere Stimmung im Sektor.

Anlegerflucht aus Nobel Biocare

Die Aktien des Zahnimplantate-Herstellers Nobel Biocare stürzten bis Schluss 11,2 Prozent ab. Zeitweise waren sie sogar 17 Prozent tiefer. Der Weltmarktführer hat im ersten Quartal 2008 ein Viertel weniger verdient als im Vorjahr und senkte den Ausblick für das Gesamtjahr. Im Sog von Nobel Biocare verloren auch die Aktien von Konkurrent Straumann rund 6,6 Prozent. Volatil zeigten sich auch die Titel der Credit Suisse. Die Aktien legten nach einem verhaltenen Start erst am Nachmittag zu und folgten damit den guten Vorgaben von der Wall Street, wo insbesondere Finanzdienstleister gefragt waren. Zu Schluss notierten sie 4,2 Prozent höher.

Amy Winehouse: Keine Tournee mit Zahnlücke

April 26, 2008

…passend zu den vielen Implantologenkongressen im Moment der Beitrag zu Amy Winehouses Zahnlücke beim zahnteufelchen-weblog

einst Basketballmeister – heute Zahnärzte

April 25, 2008

Zahnärzte und Anwälte erinnern sich sehr unterschiedlich

Meister von 1978 sind in ganz Deutschland verstreut – Augenzwinkern von Roland Peters

GIESSEN (wol). Mannschaftssport schweißt zusammen, Erfolge mit der Mannschaft verbinden die Sportler für ein Leben lang miteinander. Sagt man. Ebenso heißt es, dass ein und dieselbe Lebenssituation von jedem anders wahrgenommen und in Erinnerung behalten wird. Die letzte Gießener Basketball-Meistermannschaft von 1978 bestätigt beide Behauptungen. Was die Erinnerung angeht, fragten wir nach bei den Gefeierten vom 1978er-Meisterteam: Wie erinnerst du dich an den letzten Schritt zur deutschen Meisterschaft in Wolfenbüttel?
Zahnarzt Roland Peters, mittlerweile dreifacher Großvater, stolzer Vater eines dreijährigen Nesthäkchens und beheimatet im friesischen Saterland, war der Mann mit der goldenen Hand in den Schlussminuten von Wolfenbüttel. Mit einem Augenzwinkern und eigentlich nur für den Privatgebrauch denkt er gerne zurück an “die schreckgeweiteten Augen der Wolfenbütteler, als ich mit erschreckender Präzision das orangene Runde ins orangene Runde versenkte.” Danach erinnert sich Roland vor allem an “vernichtete” Jägermeisterflaschen in einem Gießener Balkan-Restaurant.
Alkohol spielt auch in den Erinnerungen des Wahl-Berliners Matzi Strauß, ebenfalls seit vielen Jahren Zahnarzt , eine herausragende Rolle – allerdings vor dem Spiel! Er habe an diesem Tag nicht so toll gespielt, doch “das einzige was ich nie vergessen werde, ist der Sch… Spruch vorm Sprungball: Wer hat den Sieg, die Niederlage – noch völlig offen ist die Frage – doch eines, das ist sonnenklar – ein Wolterspils schmeckt wunderbar.” Nach Meinung von Strauß, der nach seiner Gießener Zeit noch sehr erfolgreich in Berlin auf Korbjagd ging, sei dieser Spruch schon Grund genug gewesen, Wolfenbüttel den Allerwertesten aufzureißen.
Noch deutlich martialischer fallen die Erinnerungen von Bobby Minor aus. Der kampfstarke kleine Center, mittlerweile seit vielen Jahren im norddeutschen Ganderkese wohnhaft und in Delmenhorst als Rechtsanwalt und Notar tätig, denkt allerdings vor allem an die rauschhafte Zeit nach dem Schlusspfiff. Busfahrer Theo Esch hatte vor Beginn der Endrunde versprochen, seine Kopfbedeckung zu verbrennen, wenn der Coup gelingen sollte. Noch auf dem Parkplatz ging die Schiebermütze zur Melodie von “Theo, wir fahr´n nach Lodz” und der Zeile “Theo, jetzt brennt die Kapp´” in Flammen auf. Außerdem fällt Minor ein: “Theo versorgte die Wolfenbütteler Bevölkerung über die Außenlautsprecher des Mannschaftsbusses und mit Unterstützung der Gruppe ,Queen´ auch mit der Information über die wahren Champions.”
Die Erinnerung an das Spielgeschehen von Wolfenbüttel fällt bei den damals viel weniger eingesetzten Bankspielern Günther Lindenstruth, der als Oberstudienrat am Herder-Gymnasium Gießen treu geblieben ist, Auswechselcenter Ebi Bauernfeind (Risiko-Manager bei der Deutschen Leasing in Bad Homburg), Spielmacher und dem heutigen Kaffeehausbesitzer in Bayreuth Ingo Froese (“Es war ein tolles Gefühl. Die harte Arbeit hatte sich gelohnt. Das kleinste Team hat es den Großen gezeigt.”) weniger prägnant aus. Aber alle erinnern sich an die Bedeutung der mannschaftlichen Geschlossenheit über die gesamte Saison. Minor: “Wir waren als Mannschaft gereift.” Und auch Mannschaftskapitän Hansi Hess, als selbstständiger Versicherungs-Agent in Langgöns lebend, wie auch der Gießener Journalist Ulrich Strack wissen mehr von den Feiern danach als vom entscheidenden Spiel selbst. Hess: “Ich war an dem Tag nicht so gut”.
Aber alle signalisieren, dass diese Meisterschaft für immer ein Höhepunkt in ihrem Leben bleiben wird. Dass sie sich immer verbunden bleiben. Und geplant wird auch schon an einem Wiedersehen – vielleicht im Herbst, etwas mehr als 30 Jahre nach dem Coup von Wolfenbüttel.

Zahnersatz aus Fernost zu Höchstpreisen abgerechnet

April 24, 2008

Zahnarzt erliegt Verlockungen

OLDENBURG/DELMENHORST – Weil er mit Krankenkassen und Patienten billigen Zahnersatz aus Fernost zu deutschen Höchstpreisen abgerechnet hatte, hat das Oldenburger Landgericht am Mittwoch einen 48 Jahre alten Zahnarzt aus Delmenhorst wegen banden- und gewerbsmäßigen Betruges in 181 Fällen zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Der Angeklagte sei den Verlockungen des schnellen Geldes erlegen gewesen, sagte gestern der Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann. (more…)

German Amalgam Trial GAT

April 23, 2008

In einem groß angelegten, 12 Jahre dauernden Forschungsprojekt untersuchten “schulmedizinische” und “komplementärmedizinische” Einrichtungen in mehreren Teilprojekten das Schädigungspotential von Amalgam, die diagnostischen Möglichkeiten einer eventuellen Amalgamschädigung sowie die Wahl einer geeigneten Therapie. Die Ergebnisse des Projekts liegen nun vollständig vor.
Um Ihnen diese Ergebnisse vorzustellen, möchten wir Sie zu einem Pressegespräch am Freitag, 4.4. 2008, um 11:00 Uhr im Klinikum rechts der Isar einladen. Es erwarten Sie folgende Themen und Referenten:

Übersicht über das Forschungsprojekt Amalgam
PD Dr. Dieter Melchart, Zentrum für Naturheilkundliche Forschung (ZNF) des Klinikums rechts der Isar

Kurzvorstellung der Einzelprojekte (Falldarstellungen “Amalgamgeschädigter”, toxikologische Ergebnisse, Ergebnisqualität bei Patienten mit Amalgamsanierung)
o Dr. Wolfgang Weidenhammer, ZNF
o PD Dr. Klaus Linde, ZNF
o Prof. Stefan Halbach, Institut für Toxikologie am Helmholtz-Forschungszentrum

Vorstellung der aktuell publizierten Therapiestudie: Therapiestrategien bei Patienten mit dem subjektiven Verdacht gesundheitlicher Beeinträchtigung durch Amalgamfüllungen
o PD Dr. Dieter Melchart, ZNF
o Prof. Reinhard Hickel, Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie der LMU
o Prof. Thomas Zilker, Toxikologische Abteilung am Klinikum rechts der Isar

Der Weg zum Konferenzraum des Klinikums ist vom Haupteingang in der Ismaninger Straße 22 ausgeschildert. Für eine kurze Rückmeldung, ob wir mit Ihrem Kommen rechnen dürfen, wären wir Ihnen dankbar.

Kontakt:
Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München
Tanja Schmidhofer, Pressereferentin
Tel.: +49 89 4140 2046
Fax: +49 89 4140 7709
Email: schmidhofer@lrz.tum.de

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news252713

Zahnarzt vor Gericht – Billig-Zahnersatz als Markenware abgerechnet

April 23, 2008

Wegen gewerbsmäßigen Betrugs muss sich am Mittwoch ein Zahnarzt vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Augsburg verantworten, so ad hoc. Dem 43-Jährigen, der bis vor wenigen Jahren in Nordrhein-Westfalen wohnte und erst nach der Aufdeckung eines großen Abrechnungsbetrugs nach Bayern gezogen ist, wirft die Staatsanwaltschaft vor, seinen Patienten billigen Zahnersatz aus China verpasst zu haben. Abgerechnet habe er aber zu deutschen Höchstpreisen «Zahnersatz made in Germany».

Alleine durch ihn sollen Kassen und Patienten um mindestens 24 000 Euro betrogen worden sein, wirft ihm die Anklage vor und wertet dies als gewerbsmäßigen Betrug. Bekommen haben soll er das Geld über sogenannte Kick-Backs, also Rückvergütungen, die sich auf rund 20 Prozent belaufen haben sollen. Die Rabatte hätte der Mediziner an die Leistungsträger weitergeben müssen und nicht für sich behalten dürfen.

Aufgeflogen ist das betrügerische Treiben im Rahmen des Globudent-Skandals 2002. Nach Medienberichten über «falsche Zähne» wurden die Geschäftsräume der Firma Globudent in Mühlheim durchsucht. Im Rahmen der Ermittlungen wurden zahlreiche Zahnärzte namentlich bekannt, die – wie im Fall des Augsburger Angeklagten – Abrechnungsbetrug begangen haben sollen. Zwei der Globudent-Manager sind inzwischen zu drei Jahren, ein weiterer zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Patientenberatung rät zur Zweitmeinung

April 23, 2008


Vor der Entscheidung für teuren Zahnersatz sollten sich Patienten Zeit nehmen und mehrere Angebote vergleichen, rät die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD).

Die UPD empfiehlt, einen zweiten Vorschlag und je nach Umfang des Zahnersatzes auch ein drittes Angebot einzuholen. Für die Zweitmeinung falle keine Praxisgebühr an.

Wichtig sei, dass der Patient die Behandlung versteht. Außerdem müsse klar sein, was die Versorgung kostet, welche Zusatzleistungen zu welchem Preis angeboten werden und ob es Alternativen gibt