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Nordrheins Engel soll nächster BZÄK-Präsident werden

April 14, 2008

Nordrheins Engel soll nächster BZÄK-Präsident werden (DZW)

Sicher ist nur die Wahl Dr. Dietmar Oesterreichs zum BZÄK-Vize – Dr. Peter Engel vermeidet die Offenlegung seiner Teamzusagen

Mit kaum wahrnehmbarem Klopfen und fast ohne jede Emotion hat das Konsilium der Landesfürsten im Vorstand der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) vergangene Woche den Vorschlag von BZÄK-Präsident Dr. Dr. Jürgen Weitkamp abgenickt, Nordrheins Kammerpräsident Dr. Peter Engel als seinen Nachfolger zur Wahl im Herbst zu nominieren. Auffallend war nur, dass Engel sich mit keinem Wort zu seiner Teamabsprache mit Hessen, Bayern und anderen Kammern bekannte, im Tandem mit dem hessischen Kammerpräsidenten Dr. Michael Frank als Vizepräsident für die BZÄK-Spitze anzutreten. In einem Vorgespräch am Vorabend der BZÄK-Vorstandssitzung soll Engel dargestellt haben, es sei im Falle seiner Nominierung noch zu früh, um „aus der Deckung zu kommen“. Um die Posten der Vizepräsidenten werde es mehrere Bewerber geben, so den bisherigen BZÄK-Vizepräsidenten und Hamburger Kammerpräsidenten Dr. Wolfgang Sprekels, dann Dr. Dietmar Oesterreich, ebenfalls BZÄK-Vizepräsident und Präsident in Mecklenburg-Vorpommern, sowie eben den Hessen-Präsidenten Frank. Ins Spiel gebracht werden aber noch andere Namen, etwa Niedersachsens Kammerpräsident Dr. Michael Sereny. Aus einzelnen Organisationen kommt auch die Forderung, es müsse endlich eine Zahnärztin mit an die Spitze der Bundesvertretung der Zahnärzteschaft.

Sicher ist nur die Wahl Dr. Dietmar Oesterreichs zum BZÄK-Vize – Dr. Peter Engel vermeidet die Offenlegung seiner Teamzusagen

In diesem Zusammenhang wurde von einem Kammerpräsidenten die Frage aufgeworfen, ob man nicht den bisherigen Präsidenten Dr. Dr. Jürgen Weitkamp bitten sollte, wenigstens noch zwei Jahre als Präsident weiterzumachen, um der heutigen, hervorragenden Position der BZÄK, vor allem in der Politik, aber auch gegenüber der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der Wissenschaft, Kontinuität zu sichern. Eine Wiederwahl für eine dritte (auch Teil-)Amtszeit bedarf eines zustimmenden Drei-Viertel-Quorums in der Bundesversammlung.

Oesterreich ist dabei mit seinen Fachgebieten in der BZÄK, seiner Verankerung in den neuen Bundesländern, seinen fachlich fundierten und seriösen Auftritten in der Öffentlichkeit, aber vor allem wegen seiner ungeheuren Arbeit in seinen BZÄK-Arbeitsgebieten als Vize-Kandidat „gesetzt und unbestritten“.

engel

Dr. Peter Engel

Für den weiteren Bewerber um einen Vizepräsidentenposten, Hessens Präsident Frank, spreche seine politische Zielstrebigkeit und die Tatsache, dass er sich mit der jeweils beauftragten Sache aktiv und zielführend befasse, berufspolitisch wichtige Zukunftsakzente setzen könne und hervorragend für die Zahnärzteschaft eintrete. Andererseits sei er selbst ein „Alphatier“, was ihm das Leben im Team nicht einfacher mache. Und dann sei da noch seine „Verbundenheit“ mit dem KZBV-Chef Dr. Jürgen Fedderwitz aus alten Hessen-Kooperationstagen zwischen Kammer und KZV, die ins Zustimmungskontor schlage.

Hamburgs Präsident Sprekels hat seinen Hut wieder selbst in den Ring der Vizekandidaten geworfen. Ins Gespräch gebracht worden ist auch der niedersächsische Kammerpräsident Dr. Michael Sereny als künftiger BZÄK-Vize, er lehnte aber aus persönlichen Praxisrücksichten ab. Dennoch versucht man in Niedersachsen, Sereny zu bestärken, als Kandidat aufzutreten, um, so heißt es, ein „starkes neues Berliner Team bilden zu können, in dem auch besondere freiverbandliche Aspekte aus der Niedersachsen-Politik eingebracht werden.“

In einzelnen Delegiertenkreisen wird die Frage aufgeworfen, ob nicht an der Zeit sei, wie in öffentlichen Einrichtungen üblich, eine „Frauenquote“ zum Tragen kommen zu lassen und eine Zahnärztin als Vizepräsidentin aufzunehmen. Dies schon deshalb, weil Zahnärztinnen in absehbarer Zeit mehr als die Hälfte aller Berufsangehörigen stellen werden und sie wegen ihrer besonderen Lage der Berufausübung auch eine Vertretung ganz oben an der Spitze brauchen.

Die Nominierung von Engel wurde im BZÄK-Vorstand ohne Gegenstimme und ohne jegliche Kommentierung hingenommen. Die Vizepräsidentschaftsvorschläge blieben ohne jegliches Votum, und, so heißt es, die Landeskammerpräsidenten wollen nun nach Hause in die Landesversammlungen gehen, um dort eine entsprechende Personallinie zu finden. Interessant ist, dass einzelne Vizepräsidentschaftskandidaten mit jeweils gleichen Zusagen aus einzelnen Ländern rechnen.

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