Archive for May 2nd, 2008

Modernste Zahnklinik ohne Notdienst

May 2, 2008

Dentjournalblog – München: Diese Woche eröffnete die neue Universitäts-Zahnklinik in der Goethestraße. Zahnarzt und Klinikdirektor Prof. Reinhard Hickel (53) ist richtig stolz: „Vor der großen Renovierung war das Gebäude ja fast schon eine Bruchbude. Doch jetzt hat München nicht nur die größte Zahnklinik Deutschlands, sondern gleichzeitig die modernste der ganzen Welt.“Auf 130 funkelnagelneuen Behandlungs-Plätzen können Zahnschmerz-Patienten mit neuesten High-Tech-Geräten versorgt werden. Doch leider nur tagsüber. Nachts bleibt die modernste Zahnklinik der Welt auch für Notfälle und Schmerzpatienten geschlossen.

Schiedsrichterzahnarzt zeigt Bankern wo’s lang geht

May 2, 2008

Fifa-Schiedsrichter gibt Bankern Tipps

Richtige und schnelle Entscheidungen zu treffen können Wirtschaftler von einem berühmten Fußballschiedsrichter lernen. Dr. Markus Merk, der mit 336 Bundesligaspielen den absoluten Rekord hält, bis Ende 2007 Fifa-Schiedsrichter war, sechsmal Schiedsrichter des Jahres in Deutschland, dreimaliger und aktueller in der Welt, transportierte Ratschläge vom Fußballfeld in den mit Wirtschaftsfachleuten vollbesetzten Saal des Eychmüller-Hauses in Vöhringen. Er sprach auf Einladung der VR-Bank Weißenhorn, mit Filiale u. a. in Vöhringen, zum Thema “Sicher entscheiden”.

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Vorstandssprecher Alois Spiegler stellte die Fragen, die Merk beantworten sollte: Wie viele Entscheidungen werden getroffen ohne umfassende Information, mit eingeschränktem Blickwinkel zum Sachverhalt, einfach aus Erfahrung und aus dem Bauchgefühl heraus? Wie oft wird versucht, den Entscheidenden zu manipulieren.

Belegt mit Erfahrungen vom grünen Rasen

Merk hatte die Antworten dann in der Tat belegt mit Erfahrungen vom grünen Rasen aus aller Welt und von berühmten Spielen. Merk verlangte als Erstes, dass die eigene Leistung stimmen müsse, ebenso wie des (Schiedsrichter) Teams. Nur so könne Erfolg durch schnelle und präzise Entscheidungen auch erhalten bleiben. Weder Drohgebärden noch ständiges gut gemeintes Hinreden dürften ablenken.

Falsche Entscheidungen würden nicht ausbleiben, aber schlimm sei es, eine falsche durch eine zweite falsche korrigieren zu wollen. In Bild und Wort zeigte er Beispiele aus Fußballspielen, die er selbst “gepfiffen” hatte, um seinen Unterricht zu dokumentieren. Und er verlangte, dass man zu seinen Entscheidungen stehen müsse – auch wenn sie (wie in seinem Fall) vor “80 000 Schiedsrichtern im Stadion” und vor Hunderten von Medienvertretern zu verantworten seien. Mit einem Lächeln erzählte er, wie er zum “Schiedsrichtern” gekommen sei. Er sei selbst nicht der Schussstärkste gewesen, habe so kleine Füße gehabt, dass es für ihn keine Fußballschuhe gab und er sei beeindruckt gewesen, wie das Schiedsrichterteam mit starker Hand ein Spiel leitete und Verantwortung übernahm. So habe er Regeln gelernt, habe gelernt sie umzusetzen und sie durchzusetzen. Anekdoten aus seinem Schiedsrichterleben würzten die Sachdarstellungen zum Thema “Sicher entscheiden”.

Als Entwicklungshelfer in Südindien tätig

Dass Merk ein mutiger Mann ist, bewies er auch auf einem ganz anderen Gebiet: Der studierte Zahnarzt gab seine Praxis 2004 auf, hält Fachseminare zum Thema Entscheidungen und ist in Südindien als Entwicklungshelfer tätig, und zwar nicht nur als Zahnarzt, sondern auch als Mithelfer beim Aufbau von drei Kinderdörfern mit drei Schulen, zehn Waisenhäusern, einem Seniorenheim und vielen anderen Projekten der Kampagnen “Schützt Kinder im Krieg” des Internationalen Roten Kreuzes und des Weltfußballverbandes.