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“Daten-Prostitution”?

June 10, 2008

Warum spreche ich von “Daten-Prostitution”?

Ich stelle zunehmend fest, dass wir in einer Welt leben, in der jeder von sich etwas Preis gibt – und dabei vornehmlich “freiwillig”. Man nutzt Kunden- oder Rabattkarten und offeriert sein Einkaufsverhalten um im Gegenzug (vermeintliche) Rabatte zu erhalten. Man stellt Informationen über sich selbst, seine Hobbys und Neigungen, in so genannten sozialen Netzen detailliert zur Verfügung, in der Hoffnung im Gegenzug Kontakte zu erhalten. Mein zeigt sich selbst, in peinlichsten oder intimsten Momenten, auf Video-Plattformen, um im Gegenzug Bekanntheit zu erhalten. In jedem Fall gibt man etwas von sich her, vielleicht meint man sogar etwas nicht so wertvolles, in der Hoffnung dafür etwas zu bekommen. Man verkauft etwas von sich, etwas dass einen selbst ausmacht. Zwar keine sexuelle Handlung, auch nicht den Körper selbst, aber trotzdem ein Stück von sich selbst. Der provokante Begriff “Prostitution” erscheint mir da nicht abwegig in der Form der “Daten-Prostitution”.

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