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Ziel der neuen Approbationsordnung: der fortbildungsfähige Halbzahnarzt?

June 11, 2008

so der BVAZ in einer aktuellen Stellungnahme:

„Ziel der neuen Approbationsordnung ist nicht mehr der berufsfertige
Zahnarzt, sondern der fortbildungsfähige Halbzahnarzt – der dann der
gleichen Universität, die ihn im Studium nicht richtig ausgebildet
hat, das Geld für die Aufbaukurse hinterher tragen soll”, so fasst Dr.
Günter Kau, Vorsitzender des Berufsverbandes der Allgemeinzahnärzte
(BVAZ), die Befürchtungen der Allgemeinzahnärzte zusammen.

In einer Internetveröffentlichung der Universität Greifswald zu deren
neu aufgelegten „Masterstudiengang Zahnmedizinische Prothetik” werden
Marschrichtung und Ziele der Hochschullehrer klar benannt: “Unter den
Hochschullehrern besteht Konsens, dass im Studium der Zahnmedizin nur
die Grundlagen des Faches vermittelt werden können. Der Absolvent ist
ohne weitere akademische Anleitung nicht in der Lage, zahnärztliche
Prothetik in der ganzen Breite der Möglichkeiten zu überblicken und zu
betreiben. Das gilt für die Ausbildung nach der noch gültigen
Approbationsordnung aus dem Jahr 1955. Durch die vor der Einführung
stehende neue Approbationsordnung wird dieser Aspekt noch verstärkt
werden. Aus diesem Grund ist die Einführung eines strukturierten
akademischen Masterstudienganges zur Qualitätssicherung dringend geboten.”

Dreiste Werbesprüche oder bittere Wahrheit?

Da die Vereinigung der Hochschullehrer für Zahn-, Mund- und
Kieferheilkunde (VHZMK) an dieser neuen Approbationsordnung wie auch
an der Änderung der Musterweiterbildungsordnung maßgeblich
mitarbeitet, sind das sicherlich mehr als nur platte Werbesprüche für
einem Master-Studiengang, folgert Kau. Zusammen mit der geplanten
Änderung der Musterweiterbildungsordnung über den Umweg eines
modularen System, das neue Master- und Fachzahnarzttitel (auch im
Heim- und Teilzeitstudium) ermöglichen soll, ergebe sich ein
beängstigendes Gesamtbild: „Der Allgemeinzahnarzt, der heute
Spezialist für die gesamte Zahnheilkunde ist, wird gezielt zum
hauszahnärztlichen Dilettanten mit eingeschränktem Ausbildungs- und
Leistungsspektrum heruntergeredet.”

Das Mantra der Hochschullehrer, dass aufgrund einer angeblichen
Wissensexplosion in dem eigentlich sehr überschaubaren Fach der
Zahnheilkunde das aktuelle Wissen im Studium alleine nicht mehr
vermittelt werde könne, diene nur einem Zweck: Künstliche
Spezialisierungen zu schaffen, um den Fakultäten lebenslange Einkünfte
aus den Taschen der Allgemeinzahnärzte zu garantieren. Und die
Bundeszahnärztekammer (BZÄK) mischt bei diesen Bestrebungen
offensichtlich fleißig mit.

„Wir fordern unsere Standesvertreter, besonders die BZÄK auf, sich
weniger Gedanken um die Finanzierung von Hochschulen und
Professorenstellen zu machen. Sie sollen statt dessen endlich
eindeutig Stellung zu Gunsten der Allgemeinzahnärzte in eigener Praxis
beziehen, die die überwältigende Masse des Berufsstandes ausmachen!”,
sagt Kau und fordert: „Beenden Sie endlich diese marketinginduzierte
Demontage der 55.000 niedergelassenen Allgemeinzahnärzte!”