Archive for June 17th, 2008

Politik lobt Pläne für Einheitskasse

June 17, 2008
Versicherungskarten von Krankenkassen

Berlin – Die Pläne einiger privater Versicherungskonzerne, die Krankenversicherung in Deutschland zu vereinfachen, haben eine heftige Debatte entfacht. Das Gesundheitsministerium begrüßt die Initiative. Beifall kommt auch aus der SPD und von den Grünen. Krankenkassen und die Bundesärztekammer hingegen meldeten am Mittwoch ihre Vorbehalte gegenüber den Plänen an.


Von Armin Käfer und Barbara Thurner-Fromm


“Das ist ein klarer Schritt Richtung Bürgerversicherung”, so hat Marion Caspers-Merk, Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, am Mittwoch die Pläne einiger privater Krankenversicherungen kommentiert, das System umzubauen. Die Versicherungsbranche habe nun offenbar selbst erkannt, dass ihr Geschäftsmodell der privaten Krankenversicherung “nicht zukunftsfähig” sei”, erklärte die SPD-Politikerin gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Bisher seien solche Überlegungen stets “als Staatswirtschaft oder Überregulierung abgetan” worden. Die Versicherungswirtschaft habe in der Vergangenheit einen dringenden Strukturwandel behindert. Das Ministerium sei “offen für weiter gehende Diskussionen”.Am Dienstag war bekanntgeworden, dass Versicherungskonzerne wie Allianz, Axa und Ergo, die private Krankenversicherungen anbieten, einen radikalen Umbau des Systems erwägen. Statt getrennter gesetzlicher und privater Krankenkassen soll es eine einheitliche Krankenversicherung für alle geben. Dem Vorschlag zufolge würden die Krankenversicherer Einheitsprämien berechnen. Die Grundabsicherung wäre für alle verpflichtend. Angeboten würde sie von privaten und gesetzlichen Kassen zu gleichen Konditionen. Alle Anbieter müssten jeden Versicherten akzeptieren, unabhängig von Alter und Geschlecht. Die Beiträge für Kinder zahlte der Staat. Privatversicherer würden Zusatzversicherungen für Leistungen anbieten, die der Grundtarif nicht abdeckt.

Bert Rürup, der Vorsitzende des Sachverständigenrates der Bundesregierung, wertete dieses Denkmodell als “großen Schritt in die richtige Richtung”. Es sei vernünftig, die Trennung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung zu überwinden. Der SPD-Politiker Karl Lauterbach sagte, ein Umbau der privaten Krankenversicherung sei unausweichlich. Auch Birgitt Bender, Grünen-Sprecherin für Gesundheitspolitik, begrüßte die Pläne für einen Systemwechsel.

Der Chef der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK), Herbert Rebscher, sagte der StZ, der Vorschlag der privaten Krankenversicherer sei nicht neu. “Immer wenn die angeblichen Marktwirtschaftler merken, dass ihre Geschäftsmodelle nicht funktionieren, dann wollen sie die Risiken auf die Gesamtheit abwälzen, aber die Gewinne einstecken. Mehr Tiefgang hat das nicht.” Nach Ansicht Rebschers zielen die Pläne darauf, eine Basisversicherung auf niedrigstem Niveau für alle zu schaffen, um rentablere und gewinnträchtigere Zusatztarife anbieten zu können. Damit werde das Geschäftsmodell der kleineren Bewerber kaputtgemacht. Rolf Hoberg, der Chef der baden-württembergischen AOK, sagte der StZ, dass die zehn Prozent, die die privaten Kassen repräsentieren, keine große Wettbewerbsveränderung schaffen würden.

Auch die Bundesärztekammer stellt sich gegen die Einführung eines einheitlichen Krankenversicherungssystems. Die Koexistenz von privater und gesetzlicher Versicherung sei im internationalen Vergleich einzigartig, erklärte der Vorsitzende des Ausschusses “Gebührenordnung” der Bundesärztekammer, Franz Gadomski. Der Deutsche Ärztetag habe sich geschlossen gegen eine Angleichung von privater und gesetzlicher Krankenversicherung gewandt. “Von den privaten Krankenversicherungsunternehmen sollten wir im Interesse unserer Patienten dieselbe Geschlossenheit erwarten dürfen.”

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FVDZ-Empfehlungen: Stammtischparolen und Binsenweisheiten

June 17, 2008

Scheint der Weisheit letzter Schluss zu sein – aber für einen Verband, der die Interessen des Standes vertritt schlicht ein Armutszeugnis – alldiweil ein Eingeständnis, der Machtlosigkeit gegenüber den bestehenden Verhältnissen. Und mit dieser Referenz will man als starker Verband auftreten und um neue Mitglieder werben bzw. ihnen zeigen, dass ihre Beiträge in diesem Verband gut aufgehoben sind?

Schmach!

der Bericht im Dentalen Blog ist allerdings für sich genommen schon eine Peinlichkeit. Wobei das Blog den Text aus der RP eh nur unkommentiert eingestellt hat. Und die RP hat unkommentiert gedruckt, was ihnen Otterbach so in den Block diktiert hat. Ergo liegt (eigentlich) der schwarze Peter bei Otterbach. Und Otterbach ist ja nicht irgendwer, sondern stellvertretender Bundesvorsitzender des FVDZ

Der Bericht selbst ist eine Ansammlung von Stammtischparolen und Binsenweisheiten. Aussagen, die man in den letzten Wochen und Monaten irgendwo aufgeschnappt hat, werden verallgemeinert und als große Weisheit dargestellt. Aber so kennen wir den Freien Verband: die Leistungen dieser Organisation sind immer auf niedrigstem Niveau. Wollten wir diese Leistungen testieren, würden wir sagen: man bemüht sich in den Grenzen der eigenen Möglichkeiten :-))

Aber wir sagen ja nix, gesagt haben andere, ob sie wissen, dass sie sich mit solch einer Aussage die Unfähigkeitsbescheinigung selber ausgestellt haben, wissen wir nicht.  Nichtwissen ist ja schließlich auch eine Aussage.