Archive for June 19th, 2008

Abgebrochene Zähne und bodenlose Sixpacks

June 19, 2008

hat die Netzeitung gefunden:

Freitag der 13. ist ein beliebtes Thema der Medien, wenn sie kein besseres finden: Ursprung, Umfragen usw. Doch eine seriöse Nachbereitung dieses Tages findet nirgends statt. Nirgends? Nicht ganz. Der Blogblick.

Die Unglücke, die an einem Freitag den 13. geschehen, lassen sich einteilen: in Unglücke mit Tieren, Unglücke mit einem selbst, Datums-Unglücke, Unglücke mit Sixpacks und multiple Unglücke. Surpresa, Das Leben der Bastels, protokolliert einen Tag des multiplen Malheurs. Dabei beginnt der Morgen zunächst wie ein ganz normaler Unglückstag: «7:40 Uhr – Alle stehen vor dem Haus. Mama hat was vergessen und rennt zurück, währenddessen hat Fee sich das Fahrrad geschnappt und läuft damit auf die Straße. Mama schreit, zerrt die Kleine zurück und stellt fest: alle draußen außer dem Haustürschlüssel.» Schon um 8:30 scheint die Welt wieder im Lot: «Mülltonne putzen». Doch fünf Minuten später: «Das ist nicht meine Tonne.» Und der Tag wird nicht besser. Steffen Tendler, steffens block, ist an diesem Freitag besonders «früh» dran: «Fast kam es mir vor, als sei ich der Erste, obwohl es, als ich ankam, ganz kurz vor neun war. Gut vorbereitet, wie ich war, wusste ich nicht, in welchem Raum die Konferenz stattfinden würde. Also fragte ich an der Information nach. ‘Konferenz zu den Kindergesundheitszielen? Hm. Da hätten Sie früher kommen sollen. Das war gestern’ bekam ich zur Antwort.» Diagnose: Datums-Unglück. Paprika1, Buntes Durcheinander, erleidet ein Unglück mit sich selbst: «Erst lege ich mich auf Arbeit über 4 Stufen der Länge lang bergauf (viele schön blaue Flecke).» (Nach dieser Einleitung gibt das Posting übrigens all jenen Futter, die die Ansicht vertreten, Blogs seien in ihrer oftmals radikalen Kryptik nur etwas für Eingeweihte: «Wie ihr bei Blechi sicher schon gelesen habt, hat die Akromaus 2 mal Gold abgeräumt, alle sind superstolz und freuen sich mit ihr.»)

Noch ein Unglück mit sich selbst: Ulli, ulli rockt, bricht sich beim Pfirsichessen einen Zahn ab. BeastyBasti geht nach der Arbeit noch einmal einkaufen, und prompt passiert’s: «Der Bodenträger vom Six-Pack (zum Glück vor der Kasse) aufgerissen. Und ich hatte mich noch gefreut, das letzte Six-Pack erwischt zu haben. Stand unten, dort wo immer die Pappe aufweicht. 6 halbe Liter Flüssigkeit vom Hosenbein gewischt und beim Aufheben an Scherbe geschnitten.» All diese Missgeschicke sind nichts gegen jenes Unheil, das man mit Tieren erleben kann, seien es nützliche (Kühe) oder nutzlose (Hunde). Ssunny2186, Sonnenscheinchens Leben, sieht an diesem Freitag Bilder, die sie in ihrem Leben «nie wieder sehen möchte». Und weiter: «Tja doch die Dinge die ich heute beim Tierarzt sah will ich nie wieder sehen. Ich erwähne dazu, mein Hund ist leider schon 11 Jahre alt und somit auch schon vom älteren Eisen. Fakt war dass sich aus einfachem Zähne ziehen zweimal die folgende Situation ergab. Lokalanästhetikum am Zahn — Krampfanfall — Kammerflimmern — Atem-und Herzstillstand!!!» Sandra Seebach, Let’s go … everywhere, hütet auf Island Kühe, und das ist auch nicht ohne: «Die Kuehe kommen jetzt tagsueber immer auf die Weide. Das heisst man muss sie reinholen, bevor man sie melkt am Abend. Ich also um17h auf die Weide. Sehe weit und breit keine Kuh. Rufe Gisli an, wo denn die Kuehe sind. Dieser sagt, ich weiss nicht, vorhin waren sie noch da. Ok, ich lauf also einfach mal los und schau mal, ob ein paar Kuehe auftauchen.Denn die Flaeche ist sooo gross, ich weiss auch nicht, wie das funktionieren soll. Da lauf ich also erstmal ne halbe Stunde, finde ein paar Kuehe und treibe die dann zurueck heim. Dann bin ich endlich zuhause angekommen, machen die Kuehe voll das Theater, sich anbinden zu lassen.» Und. So. Weiter. Natürlich gibt es auch Blogger und Bloggerähnliche, für die Freitag der 13. gut beginnt. Zum Beispiel, weil sie den neuen Kleintraktor angeliefert bekommen. So etwa uweschwanz.com: «Heute ist zwar Freitag der 13., aber für Uwe Schwanz begann der Tag sehr gut, nämlich mit der Anlieferung des neuen Kleintraktors». Andere gewinnen an diesem Tag sogar «dolle Preisen» (R. Carrell †). claudilaudi, BuchSucht, gewinnt eine Foo Fighters DVD, Mary, Carry on smiling and the world will smile with you, gewinnt zwei Karten fürs EM-Viertelfinale und Dani K, D fait le pitre dans le monde non-commutatif, gewinnt den «alfred-wehrl preis für theoretische physik». Zwei ziemlich verschiedene Blogger machen sich Gedanken über die Bedeutung dieses Tages. Hans Spiegl, «(45), evangelischer Pfarrer in Bischofshofen, Österreich», unterhält in seinem Tagebuch eines Pfarrers eine Podcast-Reihe. Gerade am 13. bringt er den 13. Teil. Thema: «Was bringt der Glaube? Von Heil und Heilung». Spiegl zu einem Gemeindemitglied, das sich gar zu distanziert gibt (Transkription nach bestem Wissen und Gewissen): «Schaungs, wenn Ihnen des nix gibt, dann machen’s doch einen klaren Schnitt und sohng [sagen]: Des gibt mir nix, also i tritt aus. Wir san Ihnen ned bös und des passt olles [alles] total, aber mit Leut, denen des einfach nix gibt, das hat jetzt eigentlichen kan Sinn.» Dirk Schröder, hor.de, ist der Aberglaube um Freitag den 13. noch weniger begreiflich als all die anderen Aberglauben es «eh» (Pfarrer Spiegl) schon sind: «Beschlösse die EU-Bürokratie morgen eine Kalenderreform, man bangte vor anderen Tagen?»