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Hochschulzahnmedizin weiter in der Kritik: Mangels Studien keine belastbaren Aussagen möglich

July 2, 2008

Das IQWiG bittet um Stellungnahmen – aber wer ist das IQWiG?

Dazu ein Kollege: (Danke an GK)

QWIG = Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
http://www.iqwig.de/

“Das Institut erforscht, was therapeutisch und diagnostisch möglich und
sinnvoll ist und informiert Ärzte und Patienten darüber.”

Wörtlich aus der Website “Über uns”:

“Finanziert wird das IQWiG durch Zuschläge für stationäre und ambulante
medizinische Leistungen, die überwiegend von der Gesetzlichen
Krankenversicherung (GKV) erstattet werden.”

2008: 85 Stellen, 15 Millionen Euro Kosten.

Die Frage ist nur, ob dies genau die Stellen sind, die in den Notdienstabteilungen der Krankenhäuser fehlen?

Da wird Qualtitä gesichert ohne Ende, dafür sitzen Eltern mit todkranken Kindern stundenlang auf den Fluren der Krankenhäuser und warten, dass kein Arzt kommt?

Hier der PR-Text:

Zahnlücken sind nicht nur ein ästhetisches Problem. Sie können sich
auch ungünstig auf die benachbarten Zähne und die Zähne des
Gegenkiefers auswirken: Probleme beim Kauen, Karies, nächtliches
Zähneknirschen und migräneartige Kopfschmerzen sind nur einige der
möglichen Folgeschäden. Schließen lassen sich die Lücken durch
festsitzenden Zahnersatz in Form von Brücken oder durch herausnehmbare
Teilprothesen. Beides lässt sich auch auf Implantate aufbauen. Seit
Anfang 2005 zahlen die Krankenkassen ihren Versicherten einen festen
Betrag, unabhängig davon, für welche dieser Varianten sich die
Patienten entscheiden.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat deshalb das Institut für
Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
beauftragt, anhand der wissenschaftlichen Literatur zu prüfen, ob je
nach Beschaffenheit der Zähne – oder des Zahnersatzes – im
gegenüberliegenden Kieferteil ein fester oder ein herausnehmbarer
Zahnersatz für Patienten vorteilhafter ist. Die vorläufigen Ergebnisse
dieser Nutzenbewertung hat das Institut am 30. Juni 2008
veröffentlicht und zur Diskussion gestellt. Stellungnahmen zum
Vorbericht können interessierte Personen und Institutionen bis zum 28.
Juli 2008 beim IQWiG einreichen.

Nur eine Studie stellt direkten Vergleich an

Wie die Wissenschaftler feststellten, ist die Studienlage
unzureichend. Dabei hatten sie sich bei ihrer Recherche nicht nur auf
randomisiert kontrollierte Studien (RCTs) beschränkt, sondern auch
nicht randomisiert kontrollierte Studien und unkontrollierte
Interventionsstudien einbezogen, sofern diese bestimmte methodische
Voraussetzungen erfüllten. Insgesamt konnten sie 17 Arbeiten in die
Bewertung einschließen, wovon allerdings nur eine einzige Studie die
beiden untersuchten Zahnersatzformen im Sinne einer kontrollierten
prospektiven Interventionsstudie direkt miteinander verglich.

Leider sind aufgrund der vorhandenen unzureichenden wissenschaftlichen
Untersuchungen belastbare Aussagen nicht möglich. Somit bleibt unklar,
ob die Beschaffenheit der Gegenbezahnung einen Einfluss auf den für
Patienten bedeutsamen Nutzen von festem oder herausnehmbarem
Zahnersatz hat. Als Aspekte des patientenrelevanten Nutzens hatte das
IQWiG die Funktionsdauer, die Veränderung des Ernährungsverhaltens,
die Patientenzufriedenheit sowie den Aufwand für Prothesenpflege und
-nachsorge untersucht.

Mehr und bessere patientenorientierte Forschung in der Zahnmedizin
notwendig

Das Institut empfiehlt, weitere klinische Vergleiche anzustellen.
Studien, die hinreichend sichere und interpretierbare Daten liefern,
sind nach Auffassung des IQWiG auch in der Zahnmedizin notwendig und
möglich. Zwar gebe es in diesem Bereich der medizinischen Versorgung
besondere Einschränkungen etwa durch die Art der Kostenerstattung oder
die Unmöglichkeit der Verblindung. Dennoch sollte die
wissenschaftliche Zahnmedizin vermehrt Anstrengungen unternehmen, auch
hier belastbare Evidenz zu schaffen. Der Vorbericht enthält in diesem
Zusammenhang auch Vorschläge für die Planung künftiger Studien zur
Fragestellung des Auftrags (Diskussionsteil S. 79-86).

Zum Ablauf der Berichtserstellung

Den Berichtsplan in der Version 1.0 hatte das IQWiG Anfang November
2006 publiziert. Zu diesem Berichtsplan sowie zu einem Mitte Juli 2007
veröffentlichten Amendment bat das Institut um Stellungnahmen.
Erhalten hat das Institut allerdings nur eine einzige Stellungnahme.
Sie stammte vom Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI) und
war bereits November 2004 vom VDZI anlässlich der Änderung der
Festzuschussrichtlinien (A.3, gemäß § 91 Abs. 6 SGB V) beim G-BA
eingereicht worden. Sie bezog sich inhaltlich nicht auf den
Berichtsplan, sondern auf die auftragsbezogene Forschungsfrage und war
bereits vor der Vergabe des Auftrags im G-BA diskutiert worden. Da
substanzielle Stellungnahmen fehlten, verzichtete das IQWiG auf eine
mündliche Erörterung.

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