Der Zahnarzt muss in der Mundgesundheit Herr des Geschehens bleiben

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Delegation in der Prävention ja, aber keine Substitution – BZÄK-Vizepräsident Professor Dr. Wolfgang Sprekels setzt bei der CED klare Resolution durch so die dzw

Um Bestrebungen auf europäischer Ebene klar entgegenzutreten, dass über eine Qualifizierung von Heilhilfsberufen in der Zahnmedizin dem Zahnarzt immer mehr Arbeitsfelder und medizinische Kompetenzen streitig gemacht werden, hat der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Professor Dr. Wolfgang Sprekels, auf einer Sitzung des Council of European Dentists (CED) vergangene Woche in Prag eine Resolution durchgesetzt, mit der klare Regelungen zur Delegation von Leistungen in der Mundgesundheit getroffen werden, aber auch eine Substitution des Zahnarztes abgelehnt wird.

Für Sprekels ist wichtig, so erklärte er gegenüber der DZW – Die ZahnarztWoche, dass eine weitere Qualifikation der Heilhilfsberufe in der Zahnmedizin angestrebt und gefördert wird, dass aber keinesfalls in die Gesamtverantwortung des Zahnarztes eingegriffen wird oder Leistungsbereiche –  wie in der EU-Kommission in Brüssel angestrebt – übertragen werden. Das bedeute: Kein selbstständiges Erbringen von Leistungen durch Dentalhygienikerinnen (DH) gegenüber „Patienten“, aber dennoch ein breiter Einsatz nach entsprechender Ausbildung – auch einer universitären Bachelor-Qualifikation –, und „der Zahnarzt bleibt in der Delegation von Verantwortung“ Herr des Geschehens.

sprekels
Dr. Wolfgang Sprekels

Im CED-Workshop in Prag im Rahmen des nationalen Fortbildungskonvents der Zahnärzteschaft in Tschechien wurde aufgrund von Berichten aus den Niederlanden – dort umfasst das Bachelor-Studium Dentalhygiene acht Semester – und Irland klar, so Sprekels, dass in Europa zunehmend eine Verselbstständigung bestimmter präventiver Leistungsbereiche angestrebt wird.

Die aus den Berichten resultierende Unruhe unter dem CED-Repräsentanten der europäischen Zahnärztevereinigungen nutzte Sprekels für eine Resolution „Delegation ja – Substitution nein“. Dies sei geboten gewesen, um vor allem gegenüber der EU-Kommission die Haltung der Zahnärzteschaft, dass der Zahnarzt der „erste Ansprechpartner für alle Belange der Mundgesundheit“ bleiben müsse, eindeutig zu positionieren.

Die Zahnheilkunde sei, so heißt es in der CED-Resolution, „ein komplexes Fachgebiet der Medizin mit hohen Anforderungen, das in seiner Gesamtheit sowohl die Bereiche Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten des festen und weichen Gewebes des Mundes und der Kiefer, Fehlbildungen und Läsionen der Zähne, des Munds und der Kiefer als auch Zahnersatz bei fehlenden Zähnen und die Wiederherstellung einer funktionierenden Mundgesundheit umfasst“.

Weiter wird ausgeführt: „Behandlungen dieser Art erfordern medizinische Fachkenntnisse, die in den Bereich der theoretischen und praktischen universitären Qualifikation von Zahnärzten fallen, aber nicht zur Ausbildung von Dentalhygienikerinnen, Dental Therapists oder anderen nicht-zahnärztlichen Gesundheitsberufen gehören“.

Für den BZÄK-Vizepräsidenten Sprekels heißt dies eindeutig, „dass die Gesamtverantwortung für Untersuchung, Aufklärung, Diagnosestellung, Therapieplanung und -durchführung bei Zahn-, Mund- und Kiefererkrankungen ausschließlich beim Zahnarzt liegt“. Dies schließe aber nicht aus, dass eine Delegation „zahnärztlicher Leistungen an dafür qualifizierte nicht-zahnärztliche Gesundheitsberufe unter zahnärztlicher Aufsicht“ erfolgt, so Sprekels, „um den Zahnarzt zu entlasten und erhöhte Versorgungsbedarfe erfolgreich zu bewältigen“.

So folgt die CED-Resolution der Position Sprekels und der BZÄK, mit der „jede eigenständige Behandlung von Patienten durch nicht-zahnärztliche Gesundheitsberufe“ abgelehnt wird. Dies bedeute ein Ja zur Fort- und Weiterbildung und ein Nein zu jeder „Untergraduate- und Postgraduate-Ausbildung, durch die nicht-zahnärztliche Gesundheitsberufe den Status eines spezifizierten Dienstleisters im Gesundheitsbereich erhalten würden“. Dabei müsse der Teamgedanke weiter im Vordergrund stehen, so Sprekels, um so gemeinsam die „bestmögliche Mundgesundheitsversorgung zu sichern“.

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