„Professioneller Status der Zahnmedizin ist ein Privileg und kein Recht“

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die dzw über die FDI:

FDI-Präsident Dr. Burton Conrod fordert, die Zahnmedizin als Berufung wahrzunehmen und nicht nur als Möglichkeit, Geld zu verdienen

Für ein Bild der Zahnärzteschaft in der Öffentlichkeit als „Gesundheitsprofis“ und nicht als Dental-Wellness-Dienstleister hat sich der Präsident der World Dental Federation (FDI), Dr. Burton Conrod, in einem FDI-Worlddental-Communique eingesetzt. Hierin sieht er einige der vorrangigen Aufgaben der Zahnärztekammern. Conrod: „Ich bin sicher, dass sich jeder praktizierende Zahnarzt als Mitglied eines angesehenen Gesundheitsberufs sieht. Allerdings findet im Umfeld der zahnmedizinischen Versorgung ein überaus schneller Wandel statt, und ich frage mich, wie die Öffentlichkeit unsere Profession wohl ansieht, wenn es in Medienberichten nur noch um Wellness und Spa, Zahnaufhellung und Reisearrangements für Dentaltourismus geht. Der professionelle Status der Zahnmedizin ist ein Privileg und kein Recht.“

Wenn Zahnärzte, so der Kanadier Conrod weiter, das für eine erfolgreiche Gesundheitsförderung und Behandlung von Munderkrankungen so dringend gebrauchte Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient herstellen wollen, müsse die Öffentlichkeit die „Zahnmedizin als eine Berufung wahrnehmen und nicht nur als eine Möglichkeit, Geld zu verdienen“. Der seit 2007 amtierende FDI-Präsident sieht den eigentlichen Wert einer starken nationalen Zahnärztekammer darin, Zahnärzten die Möglichkeit zu bieten, sich selbst als Gesundheitsprofis darzustellen und nicht als einfache Dienstleister.

Conrod führt als Beispiel die Aktivitäten der Zahnärzte-Vereinigungen Brasiliens und Amerikas an, aber auch die kleinerer Organisationen wie in Chile und Kroatien, denen es gelungen sei, öffentlich darzustellen, „welche Anforderungen an Zahnärzte gestellt werden, um im Rahmen einer professionellen Zusammenarbeit die Gesundheit ihrer Mitbürger zu verbessern und nicht nur im Markt um Geld aus dem Gesundheitssystem zu konkurrieren“

Conrod: „Ich konnte einige gemeinsame Elemente in ihren erfolgreichen Initiativen feststellen, Zahnärzte als respektierte und ethischen Grundsätzen verpflichtete Angehörige eines ärztlichen Berufs zu unterstützen, der eine evidenzbasierte Versorgung in völlig unterschiedlichen Umgebungen leistet.“

Für den FDI-Präsidenten besteht die eigentliche Stärke der Zahnärztekammern darin, die unterschiedlichen zahnmedizinischen Disziplinen zusammenzuführen. „Die umfassende Einbindung von Akademikern, Spezialisten, Studenten und praktizierenden Zahnärzten ergibt ein in sich stimmiges Bild der zahnmedizinischen Versorgung der Bevölkerung mit zahlreichen Synergieeffekten in den Bereichen Ethik, Wissenschaft und Praxis. Die Zahnärzteverbände müssen für alle Akteure der zahnmedizinischen Betreuung Relevanz haben“, erklärte Conrod. Besonders die Spezialgruppen leisten in diesen Ländern einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Entwicklung und zu Förderung des lebenslangen Lernens.

In seinem klaren Votum für starke Zahnärztekammern zeigt Conrod auf, dass als Alternative nur ein „unprofessionelles Umfeld“ vorstellbar sei, „in dem die Zahnärzte um die Patienten konkurrieren und dabei ihre ganz individuellen Versionen einer ethischen und angemessenen Berufsausübung repräsentieren“.

Angesichts der damit verbundenen düsteren Aussichten auf Unterstützung für wichtige Bereiche wie berufliche Fortbildung, evidenzbasierte Behandlungen und Initiativen zur Förderung der Gesundheit könne man sich leicht vorstellen, dass ein vormals hoch angesehener Beruf nur noch als eine Dienstleistungsbranche unter vielen betrachtet werde. Conrod: „Eine ethische Berufsausübung sollte von uns selbst in einer kollektiven Initiative definiert und nicht den Eigeninteressen einiger weniger Personen überlassen werden.

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