Interessen der niedergelassenen Kollegen stärker im Fokus

by

DZW-Gespräch mit DGZMK-Präsident Prof. Hoffmann und Vizepräsident Dr. Bengel – GOZ-neu, Leitlinien, Deutscher Zahnärztetag und Spezialisierung sind nur einige der aktuellen Themen (aus dzw-archiv)

Interessen der niedergelassenen Kollegen stärker im Fokus

Für den Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) stehen derzeit die Interessen und Bedürfnisse der Zahnärztinnen und Zahnärzte in der Praxis im Fokus: „Gut 90 Prozent unserer derzeit gut 18.000 Mitglieder sind niedergelassene Zahnärzte“, so DGZMK-Vizepräsident Dr. Wolfgang Bengel, Meersburg, im Gespräch, das die DZW-Redaktion mit ihm und DGZMK-Präsident Prof. Dr. Thomas Hoffmann, Dresden, kürzlich führte (siehe den ersten Teil des Interviews auf Seite 5 dieser Ausgabe).
Auch in der Diskussion um die GOZ-neu sieht man sich eng an der Seite der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen. Die kritische Analyse des jetzt vorliegenden Referentenentwurfs aus Sicht der von der DGZMK erarbeiteten präventionsorientierten Neubeschreibung der Zahnheilkunde sei in die gemeinsame ablehnende Stellungnahme von Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV), Freiem Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) und DGZMK eingegangen. „Wir wollen und müssen hier auch künftig gemeinschaftlich vorgehen“, so Hoffmann.
Im Spannungsfeld zwischen neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und deren Umsetzung und Finanzierung in der Praxis sehen beide auch die Hochschullehrer in der Pflicht: Auch der Sektor der praktischen Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit gehöre zur Ausbildung, so Bengel.
Die Praktiker sollen auch in Forschung und Lehre, vor allem aber beim heftig umstrittenen Thema Leitlinien stärker eingebunden werden, denn Leitlinien könnten den Praktikern Hilfe in ihrer Arbeit geben. „Wir müssen die Kollegen auf diesem Weg mitnehmen, das ist eines unserer wichtigen Anliegen“, so Hoffmann: „Unser Ziel ist, dass jeder Praktiker, der dies ernsthaft möchte, die Möglichkeit hat, an diesem Prozess des Erarbeitens von Leitlinien teilzunehmen.“ Leitlinien dürften aber nicht ungerechtfertigt die Kollegen benachteiligen, so Bengel.
Aus der enttäuschenden Resonanz auf den Deutschen Zahnärztetag in Stuttgart Ende Oktober 2008 seien erste Konsequenzen bereits gezogen worden. Man habe sich mit BZÄK und KZBV zusammengesetzt und wolle das Konzept eines fachlichen Updates zu allen praxisrelevanten neuen Entwicklungen in den einzelnen Fachbereichen, wie es in Berlin und Erfurt schon erfolgreich praktiziert wurde, hier in den Fokus stellen, weil es den Interessen der Praktiker am ehesten gerecht werde. Ziel sei es, dem Deutschen Zahnärztetag als Veranstaltung aller in Deutschland tätigen Zahnärztinnen und Zahnärzte auch beim wissenschaftlichen Programm ein Alleinstellungsmerkmal zu verschaffen. „Der Deutsche Zahnärztetag muss zu einer echten Marke werden, ein Ort der Fortbildung und Diskussion für alle“, so Hoffmann. In diesem Jahr steht mit einem Festakt am 2. Juli in Berlin und dem Deutschen Zahnärztetag Anfang November in München auch das 150-jährige Jubiläum der DGZMK an.
Eine gewisse qualitative Steuerung der Master-Fortbildungen sieht Hoffmann durch das Konsensuspapier von BZÄK, DGZMK und Hochschullehrerverband darin, dass Masterstudiengänge nur an solchen Universitäten eingerichtet werden sollen, an denen das Fach auch gelehrt werde. Die aktuelle Zersplitterung der Angebote und Anbieter im Masterbereich sei aber auch eine Folge falscher Einschätzungen der Bedürfnisse der niedergelassenen Kollegen durch einzelne Fachgesellschaften.
Zur Internationalen Dental-Schau in Köln Ende März dieses Jahres will man sich auf dem Gemeinschaftsstand der Zahnärzte in Halle 11.2 vor allem mit den neuen Diagnose-Angeboten für die Zahnärzte in der Praxis präsentieren. Die Resonanz der Mitglieder und Zahnärzte auf die Unterstützung bei Mundschleimhaut- und Röntgendiagnosen sei überaus erfreulich. „Wir wollen den Kollegen in Köln die Chance geben, ihre Fragen an die Experten vor Ort zu stellen“, so Bengel. Zweiter Schwerpunkt sind die jungen Zahnärzte mit Young Dentists2 – „die Federführung für dieses Angebot liegt ganz klar bei der DGZMK und der Akademie Praxis und Wissenschaft“, so Hoffmann mit einer Klarstellung.
Die Zukunft der Zahnmedizin liege ganz eindeutig in der Medizin. „Der Zahnarzt wird wieder stärker Arzt sein dürfen und müssen“, so Hoffmann. Der Schwerpunkt werde sich von der rein restaurativen zur stärker präventionsorientierten Zahnmedizin verlagern.

(Artikel gekürzt)

Advertisements

Tags: , ,

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s


%d bloggers like this: