Wenn ein Zahnarzt pfuscht.

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…antwortet jetzt (süddeutsche)

Text: fragwuerdig

Wenn ein Zahnarzt pfuscht, gibt es viele Möglichkeiten. Eine davon ist, die Rechnung – meist über außervertragliche Leistungen – zu bezahlen und anschließend einen weiteren Zahnarzt aufzusuchen, der das schlechte Behandlungsergebnis korrigieren kann. Die zweite Möglichkeit ist, sich mit dem Zahnarzt anzulegen. Das kann unweigerlich zu einem Rechtsstreit führen, in dem Gutachter, i.d.R. andere Zahnärzte, gehört werden.

Diesen Weg habe ich gewählt und für mich festgestellt, dass es sehr schwer ist, eine Klage gegen einen Arzt durchzusetzen. Ich habe daraus (für mich) ein ganzes System wahrgenommen, das aus Ärzten, Verbänden, Abrechnungsinstituten (Factoring), Ärztebanken und großen Anwaltskanzleien besteht, die für mich klar untereinander vernetzt sind und ganz fein jeden Rechtsstreit überwachen. Und ich habe für mich erfahren, dass ein Zahnarzt Behandlungserfolg versprechen kann, ohne den dazugehörigen Erfolg zu schulden. Des Messers Schneide liegt also bei einem Gutachter, der wie gesagt i.d.R. selbst Zahnarzt ist.

Bild gefunden unter …

Nun habe ich im Internet bei einem Zahnarzt die Berufsordnung für die Bayerischen Zahnärzte gefunden. Zahnärzte versprechen darin, bei ihrer Ehre, das kollegiale Verhalten und das gute Verhältnis dieser Berufsgruppe (untereinander) zu schützen. Wenn ich nachfolgenden Ausschnitt lese, werde ich über das Offensichtliche doch stutzig. Für mich heißt das übersetzt, die eine Krähe darf der anderen kein Auge auspicken.

(1) Der Zahnarzt hat seinen Kollegen durch rücksichtsvolles Verhalten Achtung zu erweisen. Die Verpflichtung des Zahnarztes nach § 7 (Ausstellung von Gutachten und Zeugnissen) bleibt unberührt, bei der Ausstellung zahnärztlicher Gutachten und Zeugnisse, auch soweit es die Behandlungsweise eines anderen Zahnarztes betrifft, mit der notwendigen Sorgfalt zu verfahren und nach bestem Wissen seine zahnärztliche Überzeugung auszusprechen. Unsachliche Kritik an der Behandlungsweise oder dem beruflichen Wissen eines Zahnarztes sowie herabsetzende Äußerungen über seine Person sind berufsunwürdig.

(2) Es ist berufsunwürdig, einen Kollegen aus seiner Behandlungstätigkeit oder als Mitbewerber durch unlautere Handlungsweise zu verdrängen.

(3) In Gegenwart von Patienten oder Nichtzahnärzten hat ein Zahnarzt zurechtweisende und geringschätzige Beurteilungen der zahnärztlichen Tätigkeit eines Kollegen zu unterlassen. Dies gilt auch für pflichtgemäße Äußerungen gegenüber Gerichten, Behörden, einem Dienstherrn oder einem Berufsverband.

Aus der Berufsordnung für die Bayerischen Zahnärzte vom 20. Oktober 1979 (BZB 12/1979, S. 51), zuletzt geändert durch Änderungssatzung vom 11. März 2002 (BZB 4/2002, S. 88 f.), Zweiter Abschnitt, Verhalten der Zahnärzte untereinander, § 13.

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