Einmachgummi als Dankeschön

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Der Zahnarzt Karl Ampt und seine Tochter Maren helfen auf den Philippinen der verarmten Bevölkerung. Bild: privat

Der Gießener Zahnarzt Dr. Karl Ampt besuchte die Philippinen. Wie bereits in den zwei Jahren zuvor setzte er sich als Mitglied des Vereins “Lotus Hilfsprogramme”, dessen Vorsitzender der Rödgener Heinrich Treutner ist, für das nach ihm benannte Projekt “Dentalmission von Dr. Karl Ampt” ein. Erstmals unterstützte ihn dabei seine Tochter Maren Ampt vor Ort. Schon beim Landeanflug auf Manila war für Maren Ampt zu erkennen, dass “es sich hier um ein Land der dritten Welt handelt.”

Das Wetter sei heiß und die Luftfeuchtigkeit sehr hoch gewesen. In einem Hotel trafen sich die Gießener mit Irene, einer Holländerin, die seit sieben Jahren auf den Philippinen wohnt und sich vor Ort um alle Projekte der “Lotus Foundation” kümmert. “Zusammen besprachen wir, was uns die nächsten Tage erwartet und zu welchen Orten wir fahren werden”, berichtete Maren Ampt von ihrer Reise. Einer der ersten Sätze, den die Frau zu ihr gesagt habe, sei gewesen: “Das, was du in den nächsten Tagen erleben wirst, wird dein Leben verändern.” Mit Zahnarzt-Utensilien sowie einigen Medikamenten und Spritzen ausgestattet, fuhren die Gießener zu verschiedenen Institutionen, wie zum Beispiel einem Gefängnis, einer Schule vorwiegend für Gehörlose und sozialen Einrichtungen. “Dort wurde mein Vater immer mit einem Plakat ,Welcome Dr. Karl Ampt´ erwartet.” Außerdem standen schon ehrenamtliche Helfer bereit. “Viele Menschen hatten bereits davon gehört, dass ein deutscher Zahnarzt mit seiner Tochter anreist, um kostenlose Behandlungen anzubieten.” Besonders in Erinnerung geblieben ist Maren Ampt eine Einrichtung von “ProjectLife”, einer sozialen Organisation, die mit “Lotus Foundation” zusammenarbeitet. “Sie liegt am Rande der Slums in Olongapo, dort wo besonders deutlich wird, dass 40 Prozent der Philippinos unterhalb der Armutsgrenze leben.” Das kleine Häuschen, in dem der Gießener Arzt die Patienten behandelte, sei aus Stein gebaut gewesen und habe winzige Fenster gehabt, vor denen bunte Gardinen gehangen hätten. Wie überall, habe auch hier kein Strom zur Verfügung gestanden, geschweige denn ein Zahnarztstuhl. Die meisten der Patienten hätten zuvor noch nie einen Zahnarzt gesehen, “was man nach einem Blick auf die Zähne auch unschwer erkennen konnte. Viele der Jugendlichen hatten schon so gut wie keine Zähne mehr”, berichtete Maren Ampt. An diesem Tag habe ihr Vater trotz sengender Hitze über 60 Kindern und Erwachsenen helfen können.
“Als ich abends vor dem Haus stand, kam ein kleiner Junge zu mir, den wir schon am Vormittag behandelt hatten. Er streifte einen Einmachgummi von seinem Handgelenk ab und zog es mir als Armband an”, sagte die Gießenerin. “Er nuschelte ,Thank you´ und rannte weg.”
In diesem Moment habe sie gewusst, dass das Ende dieser Reise “nicht das Ende meines sozialen Engagements in der dritten Welt sein wird”. Diese Menschen lebten unter Bedingungen, “die wir uns nicht einmal annähernd vorstellen können. Ohne sauberes Wasser, ohne Strom, ohne Medikamente, ohne Bildung und ohne ausreichende Nahrung”.

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