Abivardi-Schwestern: Zahn-Imperium wackelt

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Schönen Zahnärztinnen wächst der Erfolg über den Kopf<
Mit Swiss Smile haben die Schwestern Abivardi die Schweizer Zahnarzt­branche revolutioniert. Doch jetzt gibts Ärger.

Perfekter Teint, blonde Haare, strahlend weisse Zähne – so kennt man die beiden schönen Zahnärztinnen Haleh (40) und Golnar (36) Abivardi aus Hochglanzpostillen. Vorletzte Woche waren sie zum zweiten Mal für den Preis «Unternehmerinnen des Jahres» nominiert. Den Titel holten sie sich 2007.

Vor sechs Jahren gründeten die Schwestern das Zahnärztezentrum Swiss Smile am Hauptbahnhof Zürich, das praktisch rund um die Uhr geöffnet ist. Nach eigenen Angaben zählt die Kundenkartei bereits ­­40000 Patienten – eine einmalige Erfolgsgeschichte, die eine um ihre Pfründen fürchtende Branche aufmischt. Doch der Erfolg droht den Abivardi-Schwestern inzwischen über den Kopf zu wachsen.

Fakt ist: Das Zahnimperium steckt in Zahlungsschwierigkeiten. Gegen die Schwestern laufen Betreibungen von über einer halben Million Franken. AHV-Rückstände und nicht beglichene Quellensteuern, wie sie zugeben. «Wir haben in den letzten fünf Jahren die AHV immer bezahlt», sagt Haleh Abivardi dazu. «Ende 2007 und 2008 hatten wir in der Buchhaltung zu wenig Leute. So blieb einiges liegen.» Mit der Behörde wurde ein Ratenplan vereinbart, wie AHV-Sprecherin Daniela Aloisi bestätigt. 50000 Franken sind monatlich fällig.

Die Gerüchte um die Finanzprobleme lassen Zulieferer vorsichtig werden. Weil bei Nobel Biocare ein Posten von über 140 000 Franken offen steht, hat der renommierte Medizinaltechnik-Hersteller angekündigt, nur noch per Nachnahme zu liefern. Man sei guter Kunde von Nobel Biocare, heisst es dazu bei Swiss Smile. «Wenn sie unsere Preise nicht akzeptieren und uns so unter Druck setzen wollen, schicke ich ihnen die Post gleich zurück», sagt Haleh Abivardi.

Einen Schritt weiter ist bereits ein anderer Zulieferer. Gianluca Li Donni (41), Geschäftsführer der ABC Dental AG: «Aufgrund der Gerüchte lieferten wir nur noch gegen Barzahlung.» Swiss Smile bestreitet, Kunde der Firma zu sein.

Offenbar um Umsatz zu bolzen, lancierten die Abivardis vor einer Woche eine aufsehenerregende Aktion: «Wir möchten, dass auch in der Krise alle lächeln können und senken deshalb die Preise!», verkündeten sie. Neu zahle der Kunde für ein Zahnimplantat maximal 3500 statt 8000 Franken, ohne Krone. Über die «grosszügigen» Rabatte kann Beat Wäckerle, Präsident der Zahnärzte-Gesellschaft des Kantons Zürich, nur den Kopf schütteln. «Wenn jemand nach offiziellem Tarif arbeitet, kostet ein Implantat sowieso 3500 Franken, inklusive Krone.»

Auch intern brodelt es. Mehrere Brancheninsider berichten, dass überdurchschnittlich viele Angestellte die Firma verlassen. Erst Anfang Monat warf der erfahrene Implantat-Experte Thomas Grau* den Bettel hin. Dazu sagen wolle er nichts, liess er ausrichten. Ein Arbeitskollege: «Wir haben alle eine Mordsangst vor den beiden.» Abivardi sagt dazu: «Im Durchschnitt haben uns ein bis zwei Zahnärzte im Jahr verlassen.» Das sei für ein Zentrum der Grösse von Swiss Smile wenig. «Bei den weiteren Funktionen liegen wir unter dem Durchschnitt der Dentalbranche.» Die Angestellten seien zufrieden.

Swiss Smile habe halt viele Neider, sagt Finanzchef Benz (54). Er habe noch nie ein Unternehmen gesehen, das sich in so kurzer Zeit in einem gesättigten Markt etabliert habe. Das beeindruckte auch den Zürcher Gemeinderat: Er überschrieb vergangene Woche die Villa Moser einstimmig dem Ehemann Haleh Abivardis. Kosten: 3,2 Millionen Franken und ein Baurechtszins von 250000 Franken jährlich. Das Mietrecht gilt für 90 Jahre.

Quelle: Blick

20 min

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