Zahntechniker-Innung Berlin-Brandenburg warnt: Zahnersatzversorgung im Ausland

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Der Gesundheitstourismus scheint ungebrochen – trotz aller Warnungen! Nunmehr liegt eine zweite Studie vor, die auch für 2006 bis 2007 nachweist: Zahnersatzbehandlungen im (Nicht-EU-) Ausland weisen Mängel auf. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) selbst kommt zu dem Ergebnis: Ein Drittel der jenseits der Grenzen erfolgten Zahnersatzversorgung sei nicht in Ordnung. Bei zwei Dritteln davon wurde empfohlen, den Zahnersatz sogar vollständig neu anfertigen zu lassen. Als Gründe zählt der MDK u.a. auf: „abstehende Kronenränder, fehlender oder fehlerhafter Gegenbiss, fehlerhafte technische Ausführung und nicht erhaltungswürdige oder parodontal vorgeschädigte Pfeilerzähne.“ Im Zahnärzteblatt Rheinland-Pfalz sind hierzu noch folgende arlarmierende Ergebnisse der MDK-Studie zu finden: „Oft wurde für festsitzenden Zahnersatz statt kombiniert festsitzend-herausnehmbaren oder komplett herausnehmbaren Zahnersatz entschieden – obwohl die Gegenbiss-Situation der Patienten aufgrund Zahl und Zustand der Restzähne gemessen an den deutschen Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses eine solche Lösung auf Dauer nicht zuließ. Negativ fiel zudem auf, dass Vorbehandlungen wie die Entfernung nicht erhaltungswürdiger Zähne, notwendige Wurzelkanalbehandlungen oder Parodontaltherapien im Ausland vernachlässigt werden. Insgesamt entsprachen nur 55 Prozent der Versorgungen den Kriterien Mängelfreiheit und Richtlinienkonformität. Technisch weniger aufwendiger Zahnersatz war eher richtlinienkonform und mängelfrei.“ Weiter weist die Studie „darauf hin, dass in Deutschland für jeden gesetzlichen Krankenversicherten vor dem Anfertigen von Zahnersatz ein Heil- und Kostenplan erstellt wird, den die Krankenkassen überprüfen. Damit habe der Patient die Garantie, dass die Planung den Richtlinien und den gesetzlichen Vorgaben entspreche. Vor der Behandlung im Ausland lag in 51 Prozent der Fälle ein deutscher Heil- und Kostenplan vor. Diese HKPs hätten auf die Art und Qualität der später im Ausland gefertigten Arbeit jedoch keinen Einfluss gehabt. […] Insgesamt waren 45 Prozent des Auslands-Zahnersatzes andersartig, 33 Prozent gleichartig und 22 Prozent Regelversorgungen.“ „In keinem Fall der begutachteten Fälle“, so die Studie, „ gab es eine Konformitätserklärung. In Deutschland hat der Patient Anspruch auf eine Konformitätserklärung des zahntechnischen Labors mit Informationen über die verwendeten Materialien und deren chemische Zusammensetzung.“ […] Auch nicht „außer Acht gelassen werden dürfe, so der MDK, dass ja immerhin 45 Prozent der Auslandsversorgungen nicht richtlinienkonform und mängelbehaftet gewesen seien und somit Kosten für Nachbesserungen bzw. Neuanfertigungen anfielen. Selbst wenn der Zahnarzt im Ausland die Kosten für die Nachbehandlung übernehme, müsse der Versicherte erneut die Ausgaben für Hin- und Rückfahrt sowie Unterbringung tragen. Zudem sei es fraglich, wer die Mängel an dem im Ausland hergestellten Zahnersatz behebe und die dadurch entstehenden Kosten übernehme. Deutsche Zahnärzte könnten das Nachbessern von ausländischen Zahnersatz ablehnen, so lange nicht ein Notfall eintrete.“ Quelle: Zahnärzteblatt Brandenburg, Ausgabe 2/2009, Seite 14 f. Patient trägt das Risiko! Wenn sich allein aus dem hier Geschilderten ein Fazit ziehen lässt, dann erneut dies: Die Patienten tragen das Risiko! Für die eigene betriebliche Öffentlichkeitsarbeit empfehlen wir in diesem Zusammenhang den Patientenflyer „Risiko Auslandsbehandlung“ der KZV Brandenburg. Darin werden sämtliche Fakten aufgeführt, die Patienten bedenken sollten, bevor sie einen Auslandszahnarzt aufsuchen. Besonders für Patientenaufklärung gut geeignet ist auch das entsprechende Info-Blatt der Innung: „Qualitätszahnersatz von hier…!“ Beides kann über die Innungsgeschäftsstelle bezogen werden.

http://www.zibb.de

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