Bundeszahnärztekammer bescheinigt ihren Mitgliedern Inkompetenz

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Wenn es nach der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) geht, sollen die von den approbierten Zahnärzten eigenständig fortgebildeten Praxismitarbeiterinnen zukünftig auch unter zahnärztlicher Aufsicht nicht mehr selbstständig am Patienten arbeiten dürfen. So sollen sie, um nur einige wenige Beispiele zu nennen, nicht einmal mehr supragingivale Beläge entfernen, Situationsabdrücke machen,  Zementreste entfernen, Fissuren versiegeln oder Patienten über geeignete Maßahmen zur individuellen Mundhygiene beraten dürfen.

„Nachdem die BZÄK unter ihrem letzten Präsidenten Weitkamp uns Allgemeinzahnärzten bereits die Fähigkeit abgesprochen hatte, unseren zahnmedizinischen Fachbereich zu überblicken, traut sie der gesamten Zahnärzteschaft unter ihrem neuen Präsidenten Engel  jetzt offensichtlich nicht einmal mehr zu, die Mitarbeiterinnen in den Praxen vernünftig auszubilden und den Bedürfnissen der Patienten entsprechend verantwortungsvoll einzusetzen“, erklärte der Geschäftsführer des Berufsverbandes der Allgemeinzahnärzte in Deutschland (BVAZ) Dr. Dr. Rüdiger Osswald nach der Lektüre eines Entwurfs der BZÄK für ein Konsenspapier aller Landeszahnärztekammern über einen neuen Delegationsrahmen für zahnärztliches Assistenzpersonal, der dem BVAZ vorliegt.

„Da beklagen sich unsere Funktionäre in Sonntagsreden permanent über zuviel Bürokratie im Allgemeinen und im Gesundheitssystem im Besonderen“, so Osswald weiter, „die größten Bürokraten sitzen jedoch offenbar in unseren eigenen Reihen. Genauso gut könnte man auf die Idee kommen, ausgelernten Kfz-Mechanikern das Radwechseln zu verbieten.“

Die BZÄK sei offensichtlich angestrengt  bemüht, die Fortbildungskompetenz für die zahnärztlichen Mitarbeiterinnen von den zahnärztlichen Praxen auf die Kammern zu übertragen. Durch diese Einschränkungen, die praktisch einem Ausbildungsverbot gleichkommen, werde auch das Berufsbild der zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) wesentlich unattraktiver und werde die Ausbildungsplatznachfrage von für den Beruf geeigneten jungen Menschen noch weiter negativ beeinflusst. Und dies möglicherweise allein deshalb, um die kammereigenen Fortbildungseinrichtungen besser auszulasten. Ein anderer Grund für diesen nicht einmal mehr als vorauseilenden Gehorsam zu bezeichnenden Irrweg der BZÄK, fernab der Vorstellungen und Praxisrealität ihrer Mitglieder, sei kaum vorstellbar.

„Allein der Versuch der BZÄK, derart fundamentale, den gesamten Berufsstand bei seiner täglichen Arbeit am und mit dem Patienten behindernde Beschlüsse im stillen Kämmerlein der Länderpräsidenten quasi „entre nous“ fassen zu lassen, ist das gerade Gegenteil einer vertrauensbildenden Maßnahme,“ fuhr der Geschäftsführer des BVAZ betroffen fort. „Es versteht sich vielmehr von selbst, dass solche einschneidenden Eingriffe in die Berufsfreiheit vor einer Beschlussfassung mit allen davon betroffenen Zahnärzten offen, öffentlich und kollegial diskutiert werden müssen. Dafür ist zum Beispiel die kommende Bundesversammlung im Herbst in München der geeignete Rahmen. Wehret den Anfängen!“

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