Panik vor dem Zahnarzt: Zahnarzt-Phobiker gesucht

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    Für manche Menschen bedeutet der Gang zum Zahnarzt eine große psychische Belastung

Studie zur Zahnbehandlungsphobie untersucht Gehirnaktivierungsmuster beim Anblick von Behandlungsfotos

Graz – Erhebungen zufolge leiden drei bis fünf Prozent der Bevölkerung im deutschsprachigen Raum unter einer Zahnbehandlungsphobie. Solche Menschen sucht nun das Institut für Psychologie der Karl-Franzens-Universität Graz, genauer Männer im Alter zwischen 18 und 50 Jahren. Mit einer Studie will man herausfinden, was sich im Gehirn von Menschen abspielt, die panische Angst vor einer Zahnbehandlung haben.

Schätzungen gehen davon aus, dass nur etwa 30 Prozent der Menschen hierzulande vor einem Zahnarzttermin völlig gelassen bleiben. Eine Mehrheit hat zumindest ein mulmiges Gefühl beim Gang in die Ordination. In Extremfällen kommen Symptome wie Schwitzen, Zittern und Herzrasen, begleitet von panischer Angst hinzu. Dies sind laut Studienleiterin Verena Leutgeb typische Symptome der Zahnbehandlungsphobie.

Vorgänge im Hirn besser verstehen

Die Untersuchung an der klinisch-psychologischen/psychotherapeutischen Lehr- und Forschungsambulanz “PsyAmb” der Uni Graz will herausfinden, welche Vorgänge sich bei Menschen mit einer Zahnbehandlungsphobie im Gehirn abspielen. Untersucht wird, welche Reaktionen bestimmte Reize bei ihnen erzeugen und wie sich ihre Gehirnaktivierungsmuster von jenen nicht Betroffener unterscheiden. So soll es möglich werden zu überprüfen, was Therapien bewirken und wie Behandlungsmöglichkeiten dementsprechend verbessert werden können, erklärt Leutgeb.

Im Frühjahr dieses Jahres hat Leutgebs Team bereits Frauen mit dem gleichen Angstbild untersucht. Die Ergebnisse sind noch nicht ausgewertet, sollen aber in den nächsten Wochen vorliegen, hieß es. Um auch Geschlechterunterschiede in die Untersuchung einbeziehen zu können, ist das Team um auf der Suche nach 20 männlichen Phobikern und ebenso vielen Männern “ohne Angst vor dem Bohrer”. Die Teilnehmer sollen körperlich gesund sein und auch keine Medikamente einnehmen, vor allem keine Psychopharmaka.

Vorgehensweise

Die Teilnahme an der Untersuchung umfasst zwei Termine zu maximal 90 Minuten. Den Probanden werden verschiedene Bilder gezeigt, während ein Elektroenzephalogramm (EEG) dabei ihre Gehirnaktivierung aufzeichnet. Die Messung ist schmerzfrei und ungefährlich. Neben einer detaillierten Diagnose erhalten die Studien-Teilnehmer Informationen über effektive Behandlungsmöglichkeiten einer Zahnbehandlungsphobie. “Auf Wunsch vermitteln wir die Betroffenen auch an qualifizierte TherapeutInnen”, so Leutgeb. (APA)

Anmeldung zur Studie

E-mail: marion.linder@edu.uni-graz.at, Tel. 0650/6273746

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