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Ausbildung zum Medizin-Bachelor: Doctor light in Oldenburg

September 28, 2009

Die Universität Oldenburg will als erste deutsche Hochschule einen “Bachelor of Medicine” einführen. Die Ärzte reagierten mit scharfer Kritik: Die Absolventen würden nach einer “Schmalspurausbildung” auf Patienten losgelassen.

In Niedersachsen sind bereits 94 Prozent aller Studiengänge im Zuge der Studienreform auf Bachelor und Master umgestellt. Die kleine Uni Oldenburg will die neuen Abschlüsse nun auch in der Medizin einführen. Die Uni Oldenburg plant, zusammen mit der holländischen Universität Groningen eine “European Medicine School Oldenburg-Groningen” zu gründen.

Bislang gibt es in der Stadt aber weder ein Uni-Klinikum noch eine medizinische Fakultät, berichtet die “Hannoversche Allgemeine Zeitung”. Die drei Krankenhäuser sollen als Ausbildungsstätte mit jährlich 40 Studienplätzen zusammengeschlossen werden. Im Wissenschaftsministerium in Hannover sieht man dem Blatt zufolge große Vorteile für Studierende: Die Absolventen könnten problemlos den Studienort wechseln und leichter Stellen im Ausland annehmen.

Ende Oktober wird die Entscheidung des Wissenschaftsrates erwartet. Stimmt er zu, können Studierende frühestens im Wintersemester 2011/12 starten. Die etablierte Ärzteschaft nennt das Vorhaben “Discount-Medizin”. Für einen Arzt mit Bachelor gebe es weder Bedarf noch ein Berufsbild, betont die Niedersächsische Ärztekammer. Es drohe eine “Banalisierung der Medizin” kritisiert Privatdozent Günter Bergmann vom Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen. Es sei nicht auszuschließen, dass Medizin-Bachelor in abgelegenen Regionen mit Hausärztemangel als Ärzte zweiter Klasse eingesetzt würden.

Diese im Original und weitere aktuelle Meldungen und zusätzliche Informationen finden Sie unter www.zm-online.de, dem Internet-Angebot der Zahnärztlichen Mitteilungen.

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