“Eine ganz seltene Sternstunde für uns!”

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Das Alsfelder Tierheim erhielt eine große Spende aus einer ungewöhnlichen Spendenaktion: aus gesammeltem Zahngold

Die Idee kam schon vor genügend Jahren auf, dass das genaue Datum nicht mehr einfällt. Aber das Ergebnis klingt dennoch Aufsehen erregend: 4400 Euro übergaben gestern der Alsfelder Zahnarzt Dr. Peter Paul Zehner und seine zahnmedizinische Mitarbeiterin Bettina Krug als Spende dem Tierheim in Alsfeld. Dieser für eine einzelne Spende ungewöhnlich hohe Betrag stammt aus einer ungewöhnlichen Sammelaktion: aus dem Zahngold, das Patienten nach einer Entfernung der Praxis überließen. Simone Herrholz, Leiterin des Tierheims, nahm den Betrag gestern entgegen – sichtlich in großer Freude: “Das ist eine ganz seltene Sternstunde für uns!” Die Spende resultiert aus älteren Verbindungen zwischen dem Zahnarzt Zehner und dem Tierheim. Dessen Tochter hatte vor mehreren Jahren einmal im Tierheim mitgearbeitet und Bettina Krug besitzt zwei Katzen aus dem Tierheim. Daher war von vornherein klar, dass der Erlös der Aktion an diese finanziell ewig klamme Einrichtung gehen würde. Die Idee dazu würde er ja gar nicht für sich beanspruchen, erklärt Dr. Zehner. Eine Praxis in Nordhessen habe etwas Ähnliches auch schon einmal gemacht. Jedenfalls fiel ihm die Möglichkeit ein, weil Patienten, bei denen er altes Zahngold entfernt hatte, meistens nicht wissen, was sie damit anfangen sollen. Oftmals sei das Material übrigens sehr viel weniger wert, als es zunächst erscheint, aber ältere Kronen mit größerem Goldgehalt können gewissen Erlös bringen. Als Dr. Zehner den Patienten anbot, ihnen das Gold für einen guten Zweck abzunehmen, beteiligten sich die Patienten jedenfalls prompt und im Laufe der Jahre kam eine ganze Schüssel voller Kronen und Zahnersatz-Teilen zusammen. Das Material ließ der Zahnarzt im zahnärztlichen Labor einschmelzen und analysieren und verkaufte es bei einer Scheideanstalt. Die Übergabe der Spende fällt in ein besonderes Jahr der Praxis: Sie besteht jetzt 30 Jahre. Den Verdienst weist der Zahnarzt übrigens bescheiden von sich. “Da stehen Hunderte Spender hinter.” Beim Tierheim, für das die Leiterin Simone Herrholz und Lucy Waschkewitz als zweite Vorsitzende des Tierschutzvereins die Spende entgegennahmen, weiß man auch schon eine Verwendung: Der uralte Katzenauflauf am Haus soll abgerissen, neu gebaut und dabei ganz neu, katzengerechter, konzipiert werden. Die Tierheimleiterin: “Da muss ganz dringend was gemacht werden.”

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