Zahnarzt und Künstler: Spiel von Farbe, Form und Licht

by

Er ist Zahnarzt und Künstler. Beides hat viel mit Ästhetik tun, beschreibt Fred Zawadzki den gemeinsamen Nenner seiner Tätigkeiten. Der malende Zahnmediziner stellt derzeit in der Eninger Kreissparkasse aus.

Seit 1993 lebt Fred Zawadzki mit seiner Familie in der Gemeinde unter der Achalm. Er ist hauptberuflich zwar Zahnarzt, hat aber auch ein Kunststudium absolviert und kann in seiner Vita schon etliche Ausstellungen – beispielsweise in Gummersbach, Bonn, Reutlingen und Nürnberg – verbuchen.

Zum Malen komme er meist an den Wochenenden oder im Urlaub, erzählt Zawadzki, der auch Mitglied in der Reutlinger Hans-Thoma-Kunstgesellschaft ist, vor der Vernissage seiner Ausstellung, die den Titel “Farbschaufenster” trägt.

Bevorzugt widmet er sich bei seinem künstlerischem Wirken der Darstellung von Landschaften, architektonischen Motiven und Stillleben, die er mit Hilfe von – oft intensiv leuchtenden – Gouache-Farben und Spachtel zur Geltung bringt. Mal sind die Farben klar und leuchtend, mal gedeckt: Zawadzki hat ein gutes Gespür für spannende, ausdrucksstarke Farbkombinationen.

Aber auch die Werke, in denen der 51-Jährige mit nur wenig Farbe arbeitet, sind beeindruckend. So etwa ist “Frau im Zweifel” ein Bild mit einer großen emotionalen Aussagekraft. Ja, oftmals sind es gerade die etwas düster wirkenden Bilder, die melancholischen Themen, die Zawadzki in eindringlicher Manier vermittelt, wie beispielsweise die Arbeit “Abschied”.

Er kenne Zawadzki trotz diverser Ausstellungen in erster Linie als kompetenten Ansprechpartner in Sachen Zahnmedizin, sagte Filialleiter Eberhard Kopp in seiner Begrüßung, doch in der Kunstszene sei Zawadzki längst eine feste Größe, der Maler genieße dort eine hohe Wertschätzung. Er sei deshalb stolz, nun einer breiten Öffentlichkeit das künstlerische Schaffen Zawadzkis näher bringen zu können, so Kopp bei der Vernissage.

Fred Zawadzki habe den Anspruch, ” die Erscheinungen der Außenwelt in den Dienst der Innenwelt zu stellen” und “das Äußere mit den gestalterischen Anforderungen der Komposition in Einklang zu bringen”, erklärte Helmut Bachschuster, der in die Schau einführte und dabei stellvertretend die Rede von Bernd Storz präsentierte, der kurzfristig absagen musste.

Farbwahl, Farbspannung, Formenspiel und Bildlicht dienen dem Maler als kompositorische Mittel, mit denen er “Einzelerscheinungen der Natur malerisch in ihrem metamorphorischen, ja allegorischen Bedeutungsgehalt erschließe”, zitierte Bachschuster. Nicht die Abbildung der realen Erscheinungen seien von Interesse, sondern die künstlerische Deutung, die “Transformation als Ausdruck seelischer Gestimmtheit und geistiger Interpretation des Gesehenen.”

Und wie beschreibt Zawadzki – für den in der bildenden Kunst die Grenzen zwischen Denken, Fühlen und Gestaltungsdrang verschwimmen – selbst seine kreative Zielsetzung? “Meine Bilder sind als Wohltat für Auge und Seele gedacht, und wenn dem Betrachter eine vollkommene, langanhaltende Freude in unserer schnelllebigen, hektischen Welt bereitet wird, hat meine Kunst ihren Zweck erfüllt”.

Info

Die Ausstellung ist bis zum 21. Mai in der Kreissparkasse Eningen (zu den üblichen Geschäftszeiten) zu sehen.

Advertisements

Tags:

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

w

Connecting to %s


%d bloggers like this: