Botox-Spritzen bringen Zahnarzt vor Gericht

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Weil er Schönheits-OPs durchgeführt haben soll, klagte ihn die Staatsanwaltschaft wegen „unzulässiger Ausübung der Heilkunde“ an. Am Mittwoch sollte verhandelt werden. In der Nähe der Kö betrieb Dr. L. eine Praxis für Schönheits-Operationen. Er selbst führte zwischen 2006 bis 2008 an 54 Patienten Eingriffe durch. Darunter Botox-Behandlungen an Augen, Nase, Lippen, Wangen, Stirn und Hals.

Das aber, so die Auffassung der Anklage, ist einem Zahnarzt nicht erlaubt. Der Doktor schweigt zu den Vorwürfen. Jetzt droht ein Mammutprozess. Alle 54 Patienten sollen als Zeugen vernommen werden. Dann soll der Prozess bis ins nächste Jahr andauern. Außerdem droht nächstes Ungemach. Denn einige seiner Patienten hatten Beschwerden nach den Eingriffen. Übelkeit, Schwellungen und Rötungen. Der Staatsanwalt: „Bisher habe ich nur die unzulässige Ausübung der Heilkunde angeklagt. Vielleicht kann man auch angesichts der Beschwerden der Patienten über eine Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung nachdenken.“ Der Arzt wehrt sich vor Gericht gegen 45.000 Euro Geldstrafe, die er laut Strafbefehl zahlen soll. Dabei kassierte er vor Jahren schon einmal ein Urteil. Damals hatte er als Aushilfe ähnliche Operationen durchgeführt. Die Strafe: 4500 Euro. Der Prozess wird fortgesetzt.

Sie wollten Falten glätten lassen, jünger aussehen. Und ließen sich von dem Arzt, den ihnen Freundinnen empfohlen hatten, Botox-Spritzen geben. Doch der Mediziner soll als Zahnarzt dazu gar nicht befugt gewesen sein. Der 49-Jährige steht derzeit vor dem Amtsgericht.Über 50 Frauen und einige Männer hat der Staatsanwalt auf der Liste der Patienten. Sie sollen sich 2006 bis 2008 in dem Ästhetik-Center in er Stadtmitte Spritzen in den Bereich von Augen, Nase, Mund, Hals und Achseln geben lassen haben. Das Gericht hat einen Strafbefehl über 45 000 Euro Geldstrafe erlassen, der Mediziner dagegen Einspruch erhoben.

Schon im Juli hatte es einen ersten Prozess-Start gegeben. Doch der Arzt schwieg überraschend. Das Gericht musste daher Zeugen laden, den Prozess neu ansetzen. Gestern bestätigte eine Gymnastiklehrerin (38), dass sie sich mehrfach bei dem Angeklagten Spritzen gegen Stirnfalten geben ließ. „Ich bin immer sehr zufrieden gewesen“, betonte sie. Was für ein Arzt er war, darauf habe sie aber nicht geachtet. „Ich wusste nur, dass er ein guter Arzt war.“ Eine Kosmetikerin (52) hatte den Mediziner für einen Schönheits-Chirurgen gehalten.

Nicht alle Patientinnen sollen so zufrieden gewesen sein. Beim ersten Prozesstermin hatte der Staatsanwalt auf Ermittlungen wegen Körperverletzung verwiesen, die allerdings eingestellt worden sind. Zudem ist der Zahnarzt 2007 bereits zu 4500 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Damals hatte ihn eine Patientin angezeigt, bei der sich Knötchen gebildet hatten. Der Prozess geht weiter.

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