Zukunft Zahntechnik: Wo geht die Reise hin?

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Die Zahntechnik und Zahnmedizin unterliegt einem täglichen Wandel. Immer mehr versucht die Industrie, vorbei am Dentallabor, neue Techniken zur Herstellung von Inlays, Kronen und Brücken direkt beim Zahnarzt zu platzieren. Patienten sind heute, dank Internet, über die zahnmedizinischen Möglichkeiten sehr gut informiert, möchten mitreden und entscheiden, welche Versorgung für sie gut und richtig ist. Dabei scheuen die Patienten nicht, den Zahnarzt zu wechseln, wenn der ihren Wünschen und Vorstellungen nicht nachkommt. Wer bezahlt, der bestimmt. Wer hier als Dentallabor die Trends der Zeit verpasst, keine neuen Konzepte überlegt, wird irgendwann sein Labor schließen müssen. Was in der Zahntechnik lange Jahre gut funktionierte, steht heute mit Billigzahnersatz aus Fernost und im Zeichen von Zirkon auf der Kippe.

Zu einem „Tag der Inspirationen“ hatte picodent, Hersteller und Lieferant von Dentalgipsen zur Modellherstellung aus Wipperfürth, zu einem hochkarätigen Treffen mit führenden Referenten aus der Dentalbranche *) nach Gütersloh eingeladen. Gesprochen wurde über die derzeitige Situation in der Zahntechnik, die Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Labor und über praktisches Marketing für das Dentallabor.

Klaus Müterthies ist weltweit einer der bekanntesten Zahntechniker. Sein Schichtkonzept „Vier Jahreszeiten“ ist geradezu legendär. Durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Zahnärzten und dem professionellen Umgang mit Patienten hat sich Klaus Müterthies im Laufe der Jahre eine Arbeitsqualität geschaffen, die seines Gleichen sucht. Er bewies im Kreise der Kollegen, dass man mit neuen Ideen und innovativen Produkten den Dentalmarkt neu beleben kann. Die von Müterthies handgeschichteten Veneers können ohne jede Präparation eingegliedert werden. Minimal invasive Restaurationen haben den entscheidenden Vorteil, dass sie die brillante Ästhetik der natürlichen Zahnhartsubstanz erhalten helfen. Unabhängig davon, ob es sich um konservierende oder prothetische Restaurationstechniken im Rahmen dieser Therapieform handelt, dient das Restaurationsmaterial eigentlich nur dazu, zerstörte Zahnhartsubstanz oder fehlende Funktionsflächen zu ersetzen.

Achim Ludwig von Da Vinci Dental in Meckenheim: „Wir haben unser Labor bereits auf Kurs Zukunft gebracht, denn unsere Kunden haben längst begriffen, dass sie den Zahntechniker nicht mehr als den Nur-Handwerker und Lieferanten für Zahnersatz verstehen, sondern als Partner auf Augenhöhe“. Bei Da Vinci Dental ist es üblich, dass der Zahnarzt berät und der Zahntechniker über die zahnmedizinischen und zahntechnischen Möglichkeiten informiert. Dazu veranstalten Praxis und Labor gemeinsam Informationsabende für Bürger, beteiligen sich an Gesundheitsmessen und informieren mithilfe der Medien die Patienten. Anzeigen in der Tagespresse machen Stimmung für Zahngesundheit, Ästhetik und Lebensqualität. So entsteht in der Bevölkerung ein neues Zahnbewusstsein. Patienten schöpfen neues Vertrauen zu dem Zahnarzt und zu dem Zahntechniker, der sie am besten informiert. Informiert werden die Patienten über die Möglichkeiten und Risiken von Billigzahnersatz aus dem Ausland, bei dem oft auf die Gnathologie nicht besonders berücksichtigt wird. Wer als Patient Gutes will, wird auf die Arbeit des Zahntechnikers vor Ort nicht verzichten. Zahnarzt und Zahntechniker haben ein feines Gespür für Ästhetik. Sie kennen den Patienten persönlich, wissen demzufolge was für ihn und seine Lebensqualität gut und richtig ist.

Durch die tägliche Zahnpflege und professionelle Prophylaxe wird die Zahngesundheit gefördert. Immer weniger Nur-Zahnersatz wird gebraucht. Die Sparmaßnahmen der Krankenkassen und die Hürden der Politik tun das ihre dazu. Arbeiten bleiben aus. Gute Zahntechniker wandern ab in andere Berufe. Dringend benötigte Fachkräfte gehen zum Nachteil der Patienten verloren. Diesen Trend gilt es durch mehr Informationen über ästhetischen Zahnersatz aufzuhalten. Patienten müssen erfahren, was gut für ihre Zähne ist, wie Ästhetik ihr Wohlbefinden steigert. Anhand von Modellen oder mit der intraoralen Kamera kann der Zahnarzt dem Patienten seine Zahnsituation verdeutlichen, begreifbar machen und Lösungsvorschläge für ein Mehr an Lebensqualität unterbreiten.

Peter Schaller von esthetic concept in München und Präsident der „dental-excellence“, einem renommierten, international tätigen Dentallabor-Netzwerk, sieht für die Dentallabore sehr gute Zukunftschancen mit neuen, endlosen Möglichkeiten, weit weg vom Althergebrachten. Innerhalb der Arbeitsgebiete eines Zahntechnikers gäbe es, so Schaller, eine riesige Bandbreite an Spezialisierungsmöglichkeiten. Ein aufgeschlossenes, erfolgsorientiertes Labor wird im Dentalmarkt sehr schnell seine Position finden, indem es überlegt: „Was sind unsere handwerklichen Stärken?“ „Welche Arbeiten machen wirtschaftlich Sinn?“ „Auf welchen Zahnersatz wollen wir uns ab sofort spezialisieren?“

Ein innovatives Dentallabor wird dem Zahnarzt in Zukunft mehr bieten als nur Zahnersatz. Der Zahntechniker wird zum aktiven Partner des Zahnarztes. Der Zahnarzt übernimmt die Diagnose und macht erste Lösungsvorschläge. Für weitergehende, ästhetische Informationen schickt der Zahnarzt seine Patienten „in sein“ Labor, denn der Zahntechniker kann den Patienten besser erklären, was technisch möglich ist. Dem Zahnarzt spart es wertvolle Zeit. Durch diesen spürbaren Mehrnutzen für die Patienten, erleben die einen nie gekannten Service Ihres Zahnarztes. Dieses Erleben verbindet, denn die Patienten bleiben dem Zahnarzt treu, der sie am besten informiert.

Christian Hannker vom Dentallabor Bellmann & Hannker in Hüde bei Diepholz rät: „ Die Zahntechniker müssen aufpassen, wo sie sich in Zukunft positionieren. Die Industrie versucht immer mehr Zahnersatz, vorbei am Dentallabor, zentral zu fertigen“. Der Zahntechniker sollte sich beispielsweise nur noch auf den Zahnersatz konzentrieren, den er besser fertigen kann als die Maschine.

Dazu ist es wichtig, sich umgehend im Markt neu zu positionieren. Der Zahntechniker sollte sich beispielsweise nur noch auf den Zahnersatz konzentrieren, den er besser fertigen kann als die Maschine. Das, was die Maschine gut kann, sollte er aus wirtschaftlicher Sicht von der Maschine produzieren oder fremd produzieren lassen. Das Labor tut gut daran, sich als Marke zu etablieren. Der Patient muss beispielsweise sagen können: „Meine Brille ist von Armani“. „Meine neue Krone von Al Dente und die Veeners sind von Art-Oral“. Profilieren kann sich der Zahntechniker als Berater des Zahnarztes. Partnerschaftlich unterstützt er den Zahnarzt bei der Planung von Zahnersatz und erarbeitet oder bietet Finanzierungslösungen für dessen Patienten.

Massimo Trombin von Da Vinci Dental in Meckenheim findet das Konkurrenzdenken unter Praxen und Laboren unproduktiv. Es schadet Zahnarzt, Zahntechniker und den Patienten! Das kostet Nerven. Wertvolle Arbeitsenergie geht verloren, weil man sich um seinen Kontrahenten mehr kümmert als um das Wohl der Patienten. Dabei ist nicht die nächste Praxis oder das nächste Labor der wirkliche Konkurrent, sondern die Autoindustrie, Reiseveranstalter oder die Elektronikindustrie u. v. a. m. Der Patient überlegt beispielsweise, ob er sich ein neues Auto leistet oder seinen Zähnen eine ästhetische Behandlung gönnt. Durch mehr Informationen werden die Patienten schnell erkennen, dass ohne schöne Zähne, kombiniert mit Funktionalität, all die begehrenswerten Dinge keine Freude machen. Ästhetik und schöne Zähne bedeuten Wohlbefinden, Erfolg im Berufsleben, Anerkennung und Sympathie beim Lebenspartner, bei Freunden und Kollegen. Gesunde Zähne sind Ausdruck von Persönlichkeit, vermitteln Selbstwertgefühl und geben Sicherheit. Ästhetik ist wichtig für die Psyche eines jeden Menschen.

Aus der Erfahrung von Haristos Girinis von Girinis Dental Design in Nagold ist zu beobachten, dass mehr und mehr Patienten zum Dentallabor kommen, um die Informationen zu fordern, die sie bei Ihrem Zahnarzt so nicht erhalten. Deshalb macht es Sinn, wenn sich Zahnarzt und Zahntechniker partnerschaftlich zusammentun und gemeinsam die Patienten über modernen, ästhetischen Zahnersatz informieren. Das schafft gegenseitiges Vertrauen, spart allen Zeit und liefert dem Zahntechniker optimale Voraussetzungen für eine hochwertige, naturorientierte Versorgung, mit der Zahnarzt und Patient auf Dauer zufrieden sind.

Wenn es nach Shahab Esfarjani, Oral-Designer von Al Dente Dental Labor und Inhaber von Esfarjani Dental Concept (EDC) geht, ist der Erfolg im Dentalmarkt kein Zufall. Die Dentallabore müssen sich bewegen und selber für Ihren Unternehmenserfolg etwas tun. Dentallabore brauchen in der heutigen Zeit finanzielle Robustheit. Die menschliche Trägheit ist einer der Hauptgründe für die Schieflage eines Unternehmens! Shahab Esfarjani weiß wovon er spricht: „Ich bin Dentalcoach, der aus dem Labor kommt und alle negativen wie positiven unternehmerischen Zyklen selbst erleben durfte“.

Oft sind die Zahntechniker so sehr in ihre Arbeit verliebt, dass sie glatt vergessen, neuen Markt für den Zahnersatz von Morgen zu generieren. Angesichts der Krisen sind die Labore in einen Schockzustand verfallen, von dem sich viele Labors noch nicht erholt haben. Kaum ein Dentallabor macht sich darüber Gedanken, wie seine Zukunft aussehen soll. Spontan können sie keine Ziele formulieren. Wie wollen Dentallabore ein Ziel erreichen, wenn sie keines haben?

Dentallabore können mit einem einfachen Flyer, Anzeigen in der Tageszeitung und natürlich mit einem gut gemachten Internetauftritt, Aufmerksamkeit erzielen und neue Märkte eröffnen. Sie haben es in der Hand, neue Patienten für ihre Kunden zu gewinnen. Für alle die Werbemittel sollte sich das Dentallabor professionelle Unterstützung holen. Schlecht gemachte Flyer, Anzeigen und Internetauftritte schaden mehr als sie bringen! Optik und Inhalte müssen passen, wie der perfekte Zahnersatz im Mund des Patienten. Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft ist die Bereitschaft der Zahntechniker von ihrem warmen Stuhl aufzustehen, um Neues auszuprobieren.

Die Patienten brauchen das Gefühl, dass sie bei ihrem Zahnarzt und bei ihrem Dentallabor im Mittelpunkt stehen. Ein zufriedener Patienten bringt dem Zahnarzt zwei neue Patienten in die Praxis und Arbeiten ins Labor. Die Patienten berichten von Ihrem Erlebnis im Bekannten- und Freundeskreis: „Mein Zahnarzt hat mich darüber informiert, wie wichtig meine Zähne für meine Lebensqualität sind. Er hat mich sogar in sein Labor geschickt. Der Zahntechniker hat mir gezeigt, was für mich gut und richtig ist“. Die Mund zu Mund Propaganda ist immer noch die Beste!

Christian Thie vom Dentallabor-Service Thie & Söhne aus Blankenfelde findet, dass die Zahnärzte den Wert einer Arbeit und die Leistungen des Zahntechnikers nicht zu schätzen wissen. Der Zahnarzt gliedert die Arbeiten ein und damit hat es sich. Die Patienten erfahren nur selten, was sie an hoher handwerklicher Leistung erhalten. Entsprechend empfinden sie den Preis für ihren Zahnersatz sehr hoch. Hier muss das Dentallabor mit Flyern oder besser mit einem Video ein neues Preis/Leistungsbewusstsein in den Köpfen der Patienten anstreben.
Die fehlende Anerkennung und die nicht überschwängliche Bezahlung der Zahntechniker demotivieren und sorgen schon jetzt für einen Mangel an Zahntechnikern rund um Berlin.

Dietmar Bosbach und Hermann-Josef Böhlefeld, Geschäftsführer von picodent in Wipperfürth, sehen das traditionelle Gipsmodell auch noch in digitalen Zeiten als Basis für passgenauen, ästhetischen Zahnersatz. Dabei ist es gleich ob der Zahnersatz maschinell oder in liebevoller Handarbeit vom Zahntechniker gefertigt wird. Mit sehr guten Produkten erzielt der Zahntechniker hochwertige Ergebnisse, die dem Wettbewerb aus dem Ausland meist weit überlegen sind. Dietmar Bosbach: Patienten, die für sich nur das Beste wollen, werden sich nach weniger guten Erfahrungen wieder mehr für hochwertigen Zahnersatz entscheiden“.

Alle zehn Referenten waren sich einig, einen solchen runden Tisch mit vielen guten Gesprächen in einer gelösten Atmosphäre sollte es öfter geben. Viele interessante Ideen kamen zutage, die den Bestand der Zahntechnik sichern. Die Ergebnisse aus dem „Tag der Inspirationen“ werden den Vorträgen und Seminaren dieser Referenten neue, wertvolle Impulse geben.

*) Klaus Müterthies, Achim Ludwig, Massimo Trombin, Shahab Esfarjani, Peter Schaller, Haristos Girinis, Christian Hannker, Christian Thie, Dietmar Bosbach und Hermann-Josef Böhlefeld.
Presse-Ansprechpartner:
picodent
Ralf Busch
Lüdenscheider Straße 24 – 26
51688 Wipperfürth
GERMANY
Telefon: +49 (0)2267 6580-15
eMail: ralfbusch@picodent.de
http://www.picodent.de

picodent gehört zu den führenden Unternehmen bei der Herstellung von Dentalgipsen, Einbettmassen und anderen wichtigen Materialien in der Zahntechnik. Gerade im dem Arbeitsfeld der Modellherstellung hat sich picodent einen sehr guten Namen gemacht. picodent kümmert sich sehr um neue Trends, die der Zahntechnik helfen ihre Zukunft zu meistern.

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2 Responses to “Zukunft Zahntechnik: Wo geht die Reise hin?”

  1. wo geht man hin Says:

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