KZBV: Zahnärzte verdienen 150 Millionen Euro zu wenig

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Zahnärzte wollen höhere Honorare, KZBV: Zahnärzte verdienen 150 Millionen Euro zu wenig,Verbandschef: Regierung muss Versprechen einhalten – so und ähnlich klingen die Überschriften zu einer Studie der KZBV.

Die etwa 55000 Zahnärzte in Deutschland bestehen auf höhere Honorare. Nach Schätzungen der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) klafft derzeit zwischen den Leistungen der Mediziner und ihrer Bezahlung eine Lücke von etwa 150 Millionen Euro. ‘Es kann nicht angehen, weiterhin auf dem Rücken der Zahnärzte Mangelwirtschaft zu betreiben’, sagte der KZBV-Vorsitzende Jürgen Fedderwitz der Süddeutschen Zeitung. Die Mediziner hätten schon im Jahr 2008 insgesamt etwa 1,7 Millionen Kassenpatienten behandelt, ohne dafür ein Honorar erhalten zu haben.

Im Jahr 2008 haben die gesetzlichen Krankenkassen insgesamt knapp elf Milliarden Euro für die zahnärztlichen Leistungen ausgegeben. Knapp 70 Prozent dieser Finanzmittel sind gedeckelt. Das heißt, für alle darüber hinausgehenden Abrechnungen erhalten die Mediziner keine Vergütung. Diese Regelung geht auf die Gesundheitsreform von Horst Seehofer (CSU) in der schwarz-gelben Koalition im Jahr 1993 zurück. Angehoben wird der Betrag nur in dem Ausmaß, wie auch die Grundlohnsumme steigt.

1999 wurde dann mit Rückgriff auf Daten von 1997 festgelegt, wie viel Geld jede Kasse an die 17 Kassenzahnärztlichen Vereinigungen zu zahlen hat. Weil es für die Versicherten seitdem aber die Möglichkeit gibt, die Kasse zu wechseln, konnten sich auch die Beträge ändern, die die einzelnen Kassen zahlen müssen. Dies ist aber nicht geschehen. Das führt dazu, dass viele Kassen den Zahnärzten weniger überweisen als eigentlich notwendig, andere Kassen aber am Ende des Jahres einen Überschuss verzeichnen. Ausgeglichen werden die Beträge aber nicht unter den Versicherern. Bekannt geworden ist dies am Beispiel des Streits zwischen der AOK Bayern und den dortigen Zahnärzten. Hier drohen die Zahnärzte, bis zum Ende des Jahres nur noch Notfälle zu behandeln. Nach Fedderwitz” Worten existiert das Problem aber im ganzen Bundesgebiet: ‘Die Kassen müssen endlich ihre Rechnungen bezahlen, damit die Behandlungen für die Patienten abgesichert sind’, betonte er.

Fedderwitz forderte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) zu Änderungen auf. Schwarz-Gelb habe im Koalitionsvertrag zugesagt, die strukturellen Probleme im Vergütungssystem zu lösen. ‘Das sollte jetzt auch umgehend passieren.’ Dies müsse auch das Ende der Budgetierung bedeuten.

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