Messerattacke auf Zahnarzt

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Weil sie mit der medizinischen Behandlung nicht zufrieden war, hat eine 36-jährige Frau versucht, ihren Zahnarzt mit einem Küchenmesser umzubringen. Am ersten Prozesstag am Schwurgericht Ulm hat die Staatsanwaltschaft am Freitag beantragt, die Beschuldigte auf Dauer in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen. Die Frau sei allgemeingefährlich und es seien vergleichbare Taten wie dieser versuchte Mord zu erwarten, sagte die Staatsanwaltschaft.

Bei dem Prozess handelt es sich um ein so genanntes Sicherungsverfahren, weil die Angeklagte für ihre Tat nicht verantwortlich gemacht werden kann. Sie leidet unter psychotischen Störungen und ist derzeit in einem Krankenhaus untergebracht. Gleich zu Beginn machte die zierliche Frau von ihrem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern.

Nach Insistieren des Vorsitzenden Richters Gerd Gugenhan stellte die Anwältin der Beschuldigten, Christina Seng-Roth für den nächsten Verhandlungstag am Montag in Aussicht, dass ihre Mandantin doch noch über die unfassbare Tat sprechen werde. Zum Auftakt sei sie noch zu verängstigt gewesen.

Laut Staatsanwaltschaft hat die 36-jährige Frau eine Tötungsabsicht gehegt, als sie im November vergangenen Jahres ihren Ulmer Zahnarzt aufsuchte. Zunächst nahm sie laut Ermittlungen im Wartezimmer Platz und verbarg dabei ein Küchenmesser mit einer zehn Zentimeter langen Klinge. Plötzlich stürmte sie in den Büroraum, wo der Zahnarzt am Computer saß. Als der sich überrascht umdrehte, stieß die Frau ihm das Messer in die Brust.

Weitere Stiche konnte der Arzt abwehren und seine Mitarbeiter alarmieren. Diese überwältigten die Frau, die laut Staatsanwaltschaft in heimtückischer Weise versucht hat, den Mann absichtlich zu töten. Er musste ambulant chirurgisch versorgt werden.

Der Tatbestand, mit dem sich das Schwurgericht jetzt zu beschäftigen hat, lautet auf versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Der Prozess wurde am Freitag nach Verlesung der Anklageschrift auf Montag vertagt, wo die Beschuldigte ab 8.30 Uhr im Schwurgerichtssaal die Möglichkeit hat, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Danach sind Zeugen und ein psychiatrischer Sachverständiger geladen. Der Prozess ist auf drei Verhandlungstage ausgelegt.

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