Als Zahnarzt von Lünen nach Connecticut

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Michael Schneider – Ein Weltenbummler auf Heimat-Besuch

Michael Schneider ist ein echter Weltenbummler. Seit einigen Jahren lebt und arbeitet der ehemalige Fußballer des Lüner SV als Zahnarzt in Connecticut, USA. Aber einmal im Jahr ist er wieder in der alten Heimat zu Besuch. Und bei diesen Anlässen beweist Schneider, dass er immer noch mit dem runden Leder umzugehen weiß. Ein Porträt.

Samstagnachmittag auf der roten Asche bei den Fußballern des BV Lünen 05 in der Geist. Die Altherren des SV Preußen Lünen 07 sind zu Gast. 2:2 endet der Kick. In Absprache mit den 05ern durfte Michael Schneider bei den 07ern als Gastspieler auflaufen.

Ein Gast, der eine weite Anreise hinter sich hatte. Schneider weilte als Besucher aus der USA in Lünen. Er besuchte seine Eltern und Verwandten in Bork und ein Klassentreffen des Lüner Stein-Gymnasiums. 30 Jahre nach dem Abi trafen sich die ehemaligen Pennäler wieder.

Einmal im Jahr nach Deutschland

Zu Schneiders Klassenkameraden zählten auch Uwe Schaaf, heute Altherren-Spieler der Preußen, und Uli Wöstmann, mit dem er später beim Lüner SV zusammenspielte. Auf dem Platz in der Geist traf er in Reihen der 05er auf weitere frühere Mitspieler aus erfolgreichen LSV-Zeiten: Werner Barth und Klaus Potthoff.

“Bei einem Bier wurde dieses Gastspiel verabredet. Michael hatte Lust, mal wieder in Lünen Fußball zu spielen. Wir stimmten natürlich zu. Sein Trikot hängt bei uns im Partykeller”, plaudert Peter “Flieger” Lemke, Keeper und Chef der Preußen-Oldies.

Fliegen, das gehört bei Schneider zum Muss. “Ich versuche, jedes Jahr einmal nach Deutschland zu kommen. Meist klappt es”, erzählt er.

Ehefrau Karen auf Fidschi kennengelernt

Fliegen muss er, seit er vor 23 Jahren seine Heimat verließ. Die Fußballschuhe waren da an den berühmten Nagel gehängt, der Bund geschafft. “Es lockte die weite Welt”, blickt er zurück. Acht Monate genoss er die grenzenlose Freiheit in vielen Ländern, landete in Australien und auch auf den Fidschi-Inseln im Südpazifik.

Dort lernte er die US-Amerikanerin Karen, eine Börsenmaklerin, kennen. Ein Jahr lang hieß er für Michael regelmäßig, rüber über den großen Teich zu seiner Karen und wieder zurück. “Dann haben wir geheiratet.”

Inzwischen sind sie stolze Eltern dreier Kinder. Michael (11), Allisen (10) und Julian (5) spielen auch Fußball. Die Tochter tanzt zusätzlich im Ballett. Der Älteste wurde mit seinem Team schon Landesmeister von Connecticut – New York ist 250 Kilometer entfernt.

Eigene Zahnarztpraxis in Connecticut

Landesmeister wurde Michael Schneider selbst mit seiner Mannschaft in einer amerikanischen Ü-40-Liga. Das Team gehört zu einem irischer Soccer-Club, in dem er als Deutscher neben Iren, Schotten und Engländern aufläuft. Auch beruflich hat der frühere Rot-Weiße seinen Weg gemacht. Er studierte in den USA Zahnmedizin und führt eine eigene Zahnarztpraxis in Connecticut.

“Lüner SV, das war eine schöne Zeit damals,” erinnert sich der immer noch drahtige und durchtrainierte Mann, der regelmäßig seine fünf, sechs Kilometer läuft und der im Januar 50 Jahre alt wird, gern zurück. Als B-Jugendlicher kam er vom PSV Bork zum LSV, holte mit einem Nachwuchsteam sofort die Meisterschaft, kickte dann in der Lüner A-Jugend mit Uli Wöstmann, Holger Gehrmann und Co in der Bezirksliga.

Diese Jugend war ein damals einmaliger Talentschuppen beim LSV. Fast alle erhielten ihre Chance bei den Senioren.

Vom “Sechser” zum Stürmer

“Waldemar Ludwig arbeitete gerne mit jungen Spielern,” hat er heute noch den damaligen Trainer vor Augen. Der Mut mit den Jungen wurde belohnt: Meisterschaft in der Verbandsliga, Aufstieg in die alte Oberliga. Lünen war im Fußball des damaligen Kohlenpotts wieder wer.

Das Aus in der Oberliga kam schon nach einer Saison. Für Schneider folgten eine Saison beim PSV Bork und zwei Spielzeiten bei GW Selm, bevor es in die weite Welt ging.

“Unter Waldemar Ludwig war ich im defensiven Mittelfeld, sollte immer den gegnerischen Spielmacher ausschalten. Heute spiele ich den klassischen Mittelstürmer.” Einer, der auch treffen kann. So erzielte Schneider das 2:2 für Preußen beim BV 05.

Schneiders Wunsch: Mit dem USA-Team nach Lünen

Ludwig ist einer der Trainer, an die er sich gern erinnert. Das waren beim Lüner SV auch Sepp Högerl und in Selm Günter Spitzer. Zwei väterliche Typen, mit allen Wassern des Fußballs gewaschen. Schneider: “Schade, dass sie schon tot sind.”

Ein Jahr wird es dauern, bis Schneider wieder seine alte Heimat besucht. Vielleicht wird dann schon einer seiner Wünsche Wirklichkeit: “Ich möchte gern mit meinem US-Team Lünen besuchen, bei einem Turnier mitspielen. In fände es auch toll, wenn ein Lüner Altherren-Team uns in Connecticut besucht.”

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