Wozu brauchen wir eine zahnärztliche Selbstverwaltung?

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Diese  Frage stellte sich kürzlich jemand im Hippokra-Net und hat damit nicht so ganz unrecht. Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist die Feststellung: “Die berufsständischen Körperschaften sind “Körperschaften öffentlichen Rechts”. Sie nehmen primär staatlich zugewiesene Aufgaben wahr. Sie stehen unter Staatsaufsicht. Es besteht eine Zwangsmitgliedschaft.”

Konsequenterweise folgt die Frage danach, warum dies so sein muss? Und damit kommt der Autor schonmal auf den Punkt: wenn schon die Körperschaften der verlängerte Arm des Staates sind, warum tritt dann nicht gleich der Staat selber auf den Plan?  Damit wäre die Standesverwaltung als Augenwischerei blos gestellt. Ein Instrument seiner selbst willen, dass keinerlei Zweck erfüllt, ausser die staatliche Bevormundung zu kaschieren und um uns noch ein bissle das Gefühl zu geben, “frei” zu sein.

Soweit die Frage nach der Selbstverwaltung. Der nächste Punkt ist die Gebührenordnung.  Auch die kann ruhig mal auf den Prüfstand: wozu braucht man eine Gebührenordnung? Könnte sie nicht im Sinne europäischer Marktderegulierung rechtswidrig sein? Ist es nicht jedem selbst überlassen, seine Preise aufgrund individueller betriebswirtschaftlicher Kalkulation selbst zu gestalten?

Auch hier sliegt der Autort mit seinen Antworten nicht so ganz daneben: “Um Erstattungen von Kostenträgern zu ermöglichen. Die GOZ ist somit niemals eine Honorarordnung gewesen, sondern seit jeher eine Erstattungsfähigkeitsverordnung.”

Die Bewertung des dritten Punkts kommt allerdings etwas zu kurz:

“Eine Ablehnung der GOZ hätte es gar nicht geben können: längst sind die neuen GOZ Kurse der Körperschaften beworben und gebucht.”

Denn diese Aussage ist bringt die ganze Auseinandersetzung auf den Punkt!. Dass sie absolut richtig ist, zeigt allein die Papierflut, die unjs dieser Tage mit Angeboten zu tausend und einem GOZ-Kurs ins Haus flattert.

Ganz deutlich wird dadurch mal wieder, dass an oberster Stelle zwischen Staat, PKV/Beihilfe und Kammerführung gekungelt wurde. Jeder hat was bekommen. Der eine mehr, der andere weniger.

Lassen wir den Autor nochmal zu Wort kommen:

“Wir haben Freiberufler-Status, sind aber kein freier Beruf. Denn dann bräuchten wir keine berufsständischen Körperschaften, keine Zwangsmitgliedschaften, keine –  selbstbezahlten – Prüfungsorgane und keine Gebührentabellen. In der Tat:  vor der Therapie kommt die Diagnose. Aber vorher kommt Anamnese und Befund.”

 

Dem ist an sich nichts mehr hinzuzufügen!

 

 

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