Hilfe hat Gold im Mund

by
KINDERSCHUTZBUND Zahnärzte und ihre Patienten unterstützen Organisation.Wenn es um die gute Sache geht, ist der Mainzer Zahnarzt Dr. Gerhard Kosanke nicht zu bremsen. Fast noch im Behandlungsstuhl fragt er seine Patienten, „ob sie uns ihr Alt-gold überlassen“. Weit über 90 Prozent sagen „ja“, wenn Kosanke sie über sein Anliegen informiert. Seit über zehn Jahren sammelt er altes Zahngold und lässt es dem Mainzer Kinderschutzbund zukommen. „Aber die eigentlichen Spender sind unsere Patienten“, betont er. „Ihnen gebührt der Dank.“

Kosanke ist einer von 40 Zahnärzten in Stadt und Kreis, die den Kinderschutzbund auf diese Weise unterstützen. Über 40 000 Euro kamen so 2010 zusammen. Kosanke selbst sammelt – bei den gegenwärtig hohen Goldpreisen – Füllungen und Prothesen im Wert von 3000 bis 6000 Euro im Jahr. „Wir sind zwar nur eine kleine Praxis, aber wir machen viel Zahnersatz“, erklärt Kosanke seinen Erfolg. Mit ein Grund für seine überdurchschnittlich guten Ergebnisse dürfte aber auch die Vertrauensbasis sein, die der Zahnarzt zu seinen Patienten aufbaut. „Da ist teilweise schon ein großes Stück Überzeugungsarbeit gefragt“, berichtet er. Kosanke hat zwei gute Argumente, die für eine Zahngoldspende sprechen: Zum einen kommt der Erlös Kindern in der Region zugute, denn der Kinderschutzbund braucht die Mittel, um der steigenden Nachfrage nach seinen Leistungen zu begegnen. Die Anfragen wegen potenziellen Kindeswohlgefährdungen hätten in den vergangenen Jahren zugenommen, berichtet Elke Rauhut vom Kinderschutzbund.

Ein weiteres Argument für die Zahngoldspende sei der zwei-felhafte Leumund einiger der aus dem Boden sprießenden Geschäfte, die Alt- und Zahngold ankaufen. „Oft nur für einen Bruchteil des eigentlichen Wertes“, ist Kosanke überzeugt. Bei der Spende erhalte der Patient zwar überhaupt nichts, er könne sich aber sicher sein, dass der gesamte Wert des Goldes der guten Sache zufließe. Denn auch die Firmen, die das eigentliche Gold aus den Legierungen der Goldzähne trennen, stellten diesen Service dem Kinderschutzbund nicht in Rechnung, wie Rauhut bestätigt.

Wie lange Kosanke den Kin-derschutzbund noch auf diese Weise unterstützen kann, ist ungewiss. Denn Gold findet in der modernen Zahnmedizin immer seltener Verwendung. Zumindest eine Quelle gibt es noch: „Viele Menschen haben ihre alten Goldzähne einfach zu Hause in der Schublade liegen“, weiß Kosanke. Der Zahnarzt wirbt darum, auch diese „Reserven“ entweder über seine Praxis oder auf direktem Weg dem Kinderschutzbund zukommen zu lassen.

Advertisements

Tags:

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s


%d bloggers like this: