Zahnputztanten“ befürchten massive Einsparungen: Land will neue Vorsorge

by

Nach dem Aus für den Lovetour-Bus droht dem PGA (Verein für prophylaktische Gesundheitsarbeit) die nächste Streichung. Die Besuche der „Zahnputztanten“ in Schulen sollen halbiert werden, so der PGA. LH Pühringer erklärt, den Schwerpunkt der Zahnvorsorge künftig in den Kindergarten verlegen zu wollen.Zweimal im Jahr haben die Volksschulkinder bisher von den „Zahnputztanten“ Besuch bekommen. Es wurden Zahnlieder gesungen, es wurde getanzt und erklärt, wie man richtig Zähne putzt. Um die Angst abzubauen, kam auch ein Zahnarzt ins Klassenzimmer, und die Kinder durften einmal sehen, was er auch sieht, sie durften in den Mund schauen. Zum Schluss bekamen die Kinder eine neue Zahnbürste geschenkt, einmal im Jahr einen Zahnputzbecher.

100.000 Kinder wurden in knapp 20 Jahren besucht und zahnputztechnisch aufgeklärt – ein Modell, aufgrund seines Vorzeigecharakters vielfach kopiert und ausgezeichnet, unter anderem von der Internationalen Vereinigung der Kinderärzte. Achtmal haben die Zahnpädagoginnen des PGA bisher den Kindern im Laufe der Volksschule einen Besuch abgestattet. „Wahrscheinlich schon ab Herbst sollen es nur noch vier Besuche sein“, sagt Heinz Eitenberger, PGA-Geschäftsführer. Eine Kürzung, die nicht ohne Folgen bleiben wird, ist sich Adelheid Wörnhör-Klein, Leiterin des Bereichs Zahngesundheit beim PGA, sicher: „Wenn wir nur die Hälfte der Zeit haben, können nicht mehr alle Themenbereiche so ausführlich besprochen werden.“ Das ständige Wiederholen sei pädagogisch jedoch sehr wichtig.

Land will neues Modell

Doch das Land will die Förderung der Zahngesundheit auf neue Beine stellen, um das WHO-Ziel zu erreichen, wie man sagt. Demnach sollen bis zum Jahr 2020 insgesamt 80 Prozent der Sechsjährigen kariesfrei sein. Zum Vergleich: In Oberösterreich waren es im Jahr 2009 30,7 Prozent.

Das neue Modell soll bereits im Kindergarten ansetzen. „Durch das verpflichtende letzte Kindergartenjahr ist es möglich, die Kinder bereits ein Jahr früher gezielt zu erreichen“, sagt Landeshauptmann Josef Pühringer. Es reiche nicht aus, wenn die Kinder ein- bis zweimal im Jahr in Sachen Zahngesundheit unterrichtet würden – und das restliche Jahr passiere nichts.

Das Zähneputzen solle künftig Teil des Alltags werden, so der Gesundheitsreferent, beispielsweise durch gemeinsames Zähneputzen und Spülen nach der Jause. Schul- und Kindergartenpersonal soll verstärkt in die Arbeit einbezogen werden.

Beim PGA befürchtet man jedoch, dass das neue Modell auch Personaleinsparungen zur Folge haben wird. Wir werden wahrscheinlich zehn bis 15 Mitarbeiter kündigen müssen“, sagt Eitenberger.

 

Kommentare

“Das ist absurd. Überall ist man für unser Modell voll des Lobes, es wird kopiert und bei uns wird es reduziert.” H. Eitenberger, PGA-Geschäftsführer

“Es reicht nicht aus, wenn die Kinder ein- bis zweimal in Sachen Zahngesundheit unterrichtet werden.” Josef Pühringer, Landeshauptmann

Advertisements

Tags:

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s


%d bloggers like this: