Elektronische Gesundheitskarte weiterhin problematisch

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Die Anforderungen an die individuelle Versorgung/ Behandlung/
Betreuung der Bürger in Deutschland steigen. Dabei wird es erforderlich,
Daten zum Gesundheitszustand des Einzelnen zu sammeln und zur
Verfügung zu stellen. So können Risiken für die Patienten und Behandler
minimiert, die Qualität verbessert und gleichzeitig wirtschaftliche Vorteile
erreicht werden. Der Gesetzgeber hat die Einführung der elektronischen
Gesundheitskarte (eGK) als Ersatz für die bisherige
Krankenversicherungskarte (KVK) vorgeschrieben.
Nach Überzeugung des Präsidenten der Bürgerinitiative Gesundheit
DGVP e.V., Wolfram – Arnim Candidus, erfüllt die von der Politik initiierte
elektronische Gesundheitskarte nur in sehr beschränkter Weise die
eigentlich wichtige Anforderung: nämlich das Datendilemma im
Gesundheitssystem zu beenden.
Die eGK ist laut Gesetz in der Regel mit einem Lichtbild des Versicherten
zu versehen. Die Begründung dafür ist die angeblich weit verbreitete
betrügerische Inanspruchnahme von Leistungen der Krankenkasse mit
der bisherigen Versichertenkarte durch Personen, die nicht versichert
sind. Dem soll mit einer durch das Foto personalisierten Karte Abhilfe
geschaffen werden.
Personen, die behindert sind oder nicht mehr ausreichend mobil, bzw.
Kinder müssen jedoch kein Lichtbild in der eGK verankert haben. „Das
macht zwar für diese Personen absolut Sinn, lässt aber doch die Frage
nach der Gleichberechtigung stellen“, so Candidus.
Die Krankenkassen handhaben die Foto-Forderung zudem sehr
unterschiedlich. In Bayern zahlt eine Kasse z.B. einen Zuschuss von 8
Euro bei Einsendung des Fotos. Candidus kritisiert: „Dies deckt aber
nicht die logistischen Kosten zur Erstellung und den Versand des
Lichtbilds. Der Versicherte zahlt erneut drauf.“
„Dazu kommt: Eine Prüfung der Identifikation der Person auf dem
Lichtbild durch die Krankenkassen mit der Versicherungsnummer und
dem Namen des Versicherten ist unter den vorhandenen
organisatorischen Rahmenbedingungen faktisch unmöglich. Inwiefern ist
da der Missbrauch nicht wieder erleichtert?“, fragt Candidus nach.
„Momentan kommt es außerdem immer wieder zu der Situation, dass die
neuen Karten in Praxen noch nicht gelesen werden können. Das
verunsichert den Patienten, der zur Sicherheit zwei Karten bereithalten
muss. Und es bedeutet einen zusätzlichen bürokratischen Aufwand, der
die Mitarbeiter belastet und zu zeitlichen Verzögerungen führt.
Kurioserweise besteht keine Verpflichtung für Kassenärzte das System
bis zu einem bestimmten Termin ausgetauscht zu haben. Praxen und
stationären Einrichtungen können aber einen Zuschuss für die Installation
von Lesegeräten für die eGK erhalten.“
Hauptsitz: c/o Residenz am Dt. Theater Reinhardtstr. 29 10117 Berlin Tel. 030- 280081 981 Geschäftsstelle: Brückenstr. 2 67551 Worms , Tel. 06247-
904 499 0, Fax 904 499 9, E-Mail: info@dgvp.de  http://www.dgvp.de Vereinsregister: Berlin-Charlottenburg VR 29945 B Bankverbindung: Sparkasse
Starkenburg, Kto. 30104 BLZ 509 514 69  Vorstand: Wolfram – Arnim Candidus (Präsident), Dr. med. Richard Barabasch (Vizepräsident), Peter Schmidt
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Laut Candidus liegt der größte Mangel der Einführung der elektronischen
Gesundheitskarte jedoch darin, dass es keinerlei Wertschöpfung
gegenüber der alten Versicherungskarte gibt: „Die diversen angedachten
Zusatzfunktionen sind bisher noch alle Zukunftsmusik.“
Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte kostet über eine
halbe Milliarde Euro und muss aus Mitgliedsbeiträgen finanziert werden.
Die aktuelle Version kann nur die Verwaltungsdaten von der Karte
ablesen. Geplant ist ein Online-Datenabgleich. Viele Bürger haben hier
Datenschutzbedenken.
Nach Vorgabe des Gesetzgebers sollen die Versicherten zukünftig selbst
bestimmen können, ob und welche medizinischen Daten auf ihrer Karte
gespeichert werden. So können notfallrelevante Informationen
gespeichert werden, wie z.B. zur bestehenden Medikation, zu Allergien,
zu Implantaten usw. Die wichtigen Daten zum generellen
Gesundheitszustand des einzelnen Menschen sollen dann zu einem
späteren Zeitpunkt in die Karte eingebracht werden können. In jedem Fall
soll das Einpflegen der Daten freiwillig sein. Ob und in welcher Anzahl
dies dann von den Versicherten wahrgenommen kann nicht abgeschätzt
werden. Auch viele praktische Fragen sind hier noch zu klären.
„Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ist eine
Fehlinvestition. Bei den knappen Ressourcen für die Versorgung/
Behandlung/ Betreuung der Versicherten, bei steigender verdeckter und
offener Rationierung von Leistungen für die Patienten und reduzierter
Vergütung für die Behandler, wünscht man sich einen besseren Umgang
mit dem Geld“, fasst Candidus zusammen.
„Ein ganzheitlicher Ansatz zur Beseitigung des Datendilemmas im
Gesundheitswesen fehlt leider immer noch. Das wird zu weiteren
Kostensteigerung in der Versorgung bei sinkender Versorgungsqualität
beitragen.“

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