Zahnärzte wehren sich gegen Rechnungskontrolle

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Krankenkassen wollen künftig Zahnarztrechnungen besser kontrollieren, um Patienten vor unnötigen Zuzahlungen zu schützen. Die Zahnärzte kritisieren die Vorwürfe.

Die Verbände der Zahnärzte kritisieren den Vorstoß der gesetzlichen Krankenkassen, private Zuzahlungen zur Zahnarzt-Abrechnung künftig stärker zu kontrollieren. Die Kassen wollen verhindern, dass die Ärzte beim Eigenanteil der Patienten zu deren Lasten tricksen.

Der Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) Peter Engel sagte: “Gesetzliche Kassen bezuschussen nur von ihnen festgelegte Grundleistungen – dadurch gegebenenfalls nötig gewordene Zuzahlungen können nicht den Medizinern angekreidet werden.” Wünsche sich ein Patient höherwertige Leistungen, zum Beispiel eine Kunststofffüllung statt Amalgam, werde dies nach der Gebührenordnung abgerechnet.

Auch die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) wies den Vorwurf zurück. Die Versicherten hätten stets die “volle Kostentransparenz”, sagte Vorstandschef Jürgen Fedderwitz. Der stellvertretende Bundesvorsitzende des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte, Reiner Zajitschek, sagte, bereits heute könnten Kassenpatienten ihren Kostenvoranschlag oder ihre Rechnung bei der Kasse prüfen lassen.

Die Krankenkassen fordern, künftig auch jenen Teil der Rechnung prüfen zu dürfen, den die Versicherten privat zahlen. Fortan sollten die Kassen Rechnungskopien erhalten, um die Abrechnung nachvollziehbar zu machen, heißt es in dem Positionspapier des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Geringere Zuzahlung für Patienten

Zudem fordern die Kassen ein neues Abrechnungssystem. Sie wollen mit den Zahnärzten künftig Höchstsätze für privatärztliche Leistungen aushandeln, sofern die Kassen anteilig Kosten übernehmen. Bislang wird über die private Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) abgerechnet. Zuzahlungen für eine Krone oder eine Brücke wären dann immer noch nötig, aller Voraussicht nach aber deutlich niedriger als bislang. “Die Patienten müssten dafür ganz sicher weniger bezahlen”, sagte GKV-Vizechef Johann-Magnus von Stackelberg der Süddeutschen Zeitung.

Durch die zunehmende Privatisierung der zahnärztlichen Versorgung sehen die Kassen das GKV-Leistungsangebot gefährdet. Der Honoraranteil, der über den gesetzlichen Leistungskatalog abgerechnet wird, macht bei Zahnersatzleistungen demnach nur noch knapp ein Viertel aus. Die übrigen drei Viertel werden privat abgerechnet. Dadurch haben sich laut GKV die Eigenanteile der Versicherten erhöht.

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, unterstützt den Vorstoß der Kassen. “Es gibt enorme Preisunterscheide für vergleichbare Leistungen”, sagte er der Saarbrücker Zeitung. Einige Zahnärzte kassierten ihre Patienten “systematisch ab”, während viele korrekt abrechneten.

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