Discount-Zahnärzte wollen Schweiz aufrollen

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Budget-Zahnärzte erobern die Schweiz: Eine neue Kette verspricht Behandlungen, die bis zur Hälfte weniger kosten als diejenigen der etablierten Konkurrenz. Konsumentenschützer mahnen zur Vorsicht.

Vom Bleaching über die Zahnkorrektur bis hin zur Wurzelbehandlung: Für einen Zahnarztbesuch muss man in der Schweiz tief in die Tasche greifen. So kostet allein die Reparatur eines Stockzahns laut einer Umfrage der Zeitschrift «Saldo» im Schnitt 287 Franken. Zu viel, meint die Swiss Dental Group und bietet das Ganze unter dem Namen «Budgetdent» in den Praxen in Ebikon, Oerlikon und Dietikon im Vergleich zum Marktpreis um bis zur Hälfte günstiger an: «Viele Zahnärzte arbeiten in Einzelpraxen. Das ist ökonomisch total ineffizient», so Geschäftsführer Stefan Vogt. Nebst der Verwendung von Generika begründet Vogt den enormen Preisunterschied durch Mengen­rabatte, tiefere Mietkosten und die standardisierten Praxen.

Umfrage
Können Sie sich vorstellen, sich beim Budget-Zahnarzt behandeln zu lassen?
  • Ja, zumindest einen Versuch ist es wert.
  • Nein, bei dem Preis kann die Qualität nicht stimmen.

Millionengeschäft und Angst vor minderer Qualität

Mit dem Angebot, das bis in vier Jahren an 15 Standorten existieren soll, will Vogt vor allem preissensitive Kunden ansprechen. «Viele Schweizer lassen ihre Zähne im Ausland behandeln, obwohl sie den Weg nur ungern in Kauf nehmen.» Tatsächlich war laut einer Umfrage der Schweizerischen Zahnärztegesellschaft (SSO) bereits jeder fünfte Schweizer einmal im Ausland beim Zahnarzt. «Dahinter steckt ein Millionengeschäft», so SSO-Sprecher Felix Adank.

Doch genau dies kann laut Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz, Probleme schaffen: «Obwohl auch gut betuchte Schweizer Billigangebote nutzen, könnten solche Gesundheitsdienstleistungen die Gesellschaft spalten.» Barbara Züst, Co-Geschäftsführerin der Stiftung SPO Patientenschutz, appelliert zudem an die Vernunft: «Die Qualität der Materialien und Ärzte kann vermindert sein. Patienten sollten sich zuvor gut informieren.»

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