Ermittlungen gegen Horror-Zahnarzt dauern an

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Für die Regensburger Staatsanwaltschaft wird es angesichts immer komplexerer Straftaten zusehends schwieriger, geeignete Gutachter zu finden. Wie Oberstaatsanwaltschaft Wolfhard Meindl unserer Zeitung am Freitag sagte, dauern etwa die Ermittlungen gegen einen Regensburger Zahnarzt aus diesem Grund noch an. Auch ein Gutachten wegen des Karussell-Unglücks von Hemau steht noch aus, es ist unklar, ob in dem Fall Anklage erhoben wird und wenn ja, gegen wen.

„Wir haben sehr lange dafür gebraucht, einen geeigneten Gutachter zu finden”, sagte Dr. Meindl im Hinblick auf den aufsehen erregenden Fall eines Regensburger Zahnarztes. Wie das Wochenblatt als bayernweit erstes Medium berichtet hatte, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Zahnmediziner wegen des Verdachts des Betrugs und eventueller Körperverletzungs-Delikte. Wie das Wochenblatt berichtete, soll der Zahnarzt Alexander N. (Name geändert, der Redaktion bekannt) teilweise haarsträubende Honorar-Rechnungen gefordert haben. Der Zahnarzt, der auf Angst-Patienten spezialisiert war, die sich nur unter Narkose behandeln ließen, soll etwa einem Mann einen Kostenvoranschlag von 7.000 Euro unterbreitet haben. Als dieser aufwachte, kostete die Behandlung plötzlich 23.000 Euro. Zudem soll es Patienten geben, die nach einer Behandlung bei dem Regensburger Zahnarzt massive gesundheitliche Probleme erlitten haben, teilweise waren die Zähne nach dem Zahnärzte-Pfusch unrettbar verloren.
Meindl sagte dieser Zeitung, „die Staatsanwaltschaft Regensburg stand vor der Schwierigkeit, einen Gutachter zu finden, der sowohl die honorarrechtlichen Belange als auch die medizinischen Fragen gutachterlich bewerten kann.” Man wollte zudem keinen Gutachter aus der Region und auch keinen, der bereits Gutachten für Krankenkassen erstellt hat – die gutachterliche Neutralität war der Staatsanwaltschaft in der Sache extrem wichtig.

„Das ist der Grund, warum die Ermittlungen noch andauern.” Die Opferzahl habe sich laut Meindl nicht erhöht, es seien 30 Patienten, deren Fälle nun geprüft werden.
Auch der Fall des Karussell-Unglücks am Hemauer Volksfest dauerte an, weil ein Gutachter gefunden werden musste, der das komplexe Unfall-Geschehen beurteilen kann. Ein Mädchen war schwer verletzt worden, als sich beim Hemauer Volksfest im September 2011 eine Gondel aus der Halterung löste.

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