„Schönsten und erfüllendsten Beruf“

by

Sie haben unzählige Kronen angefertigt und Klammern gebogen. Sich gegenseitig Betäubungsspritzen gegeben und zuletzt durch die Abschlussprüfungen geholfen. Mit dem Ergebnis, dass alle bestanden haben, zwölf sogar mit der Note „Sehr gut“ und acht mit „Gut“. Der Erhalt der Examenszeugnisse markierte jetzt für 20 frischgebackene Zahnärztinnen und Zahnärzte den Abschluss ihres mindestens fünfjährigen Studiums an der Justus-Liebig-Universität (JLU). Mit der altehrwürdigen Uniaula hatte man sich für die Examensfeier einen würdigen Rahmen ausgesucht.

In ihrem humorvollen Rückblick auf die gemeinsamen Studienjahre riefen die beiden Absolventinnen Eva Maria Broicher und Ann-Katrin Glöß wichtige Ereignisse aus dieser Zeit in Erinnerung und präsentierten viele Bilder. Semester für Semester schilderten sie, wie aus unerfahrenen Studienanfängern allmählich angehende Zahnärzte wurden, die dann auch endlich Patienten behandeln durften. Die zahlreich zur Feier erschienenen Eltern, Verwandten und Lebenspartner bekamen so einen Eindruck, was ihre Liebsten alles erlebt haben. Gleichzeitigt dankten die Rednerinnen im Namen ihrer Kommilitonen den Angehörigen für die in all den Jahren erwiesene Unterstützung.

„Sie haben einen sehr vielseitigen und den aus meiner Sicht schönsten und erfüllendsten Beruf gewählt“, sagte Prof. Bernd Wöstmann in seiner Gratulation. Bereitete seine jungen Zuhörer aber auch darauf vor, dass es „nicht immer geregelte Arbeitszeiten“ geben werde und „von Ihnen ein gewisses Mehr erwartet wird, von Patienten, die sich in Ihre Obhut begeben“. Wie Prof. Joachim Klimek aus einer Umfrage zu berichten wusste, würden von 85 Prozent der Befragten bei einem Zahnarzt vor allem dessen zwischenmenschliche Fähigkeiten sowie eine ausführliche Erläuterung der bevorstehenden Behandlung geschätzt, während 15 Prozent hier technische Fähigkeiten an erster Stelle nannten. Auch auf gelegentliche Anfeindungen müssten sie sich einstellen, werde doch der Zahnarztberuf in den Medien oft als grausam dargestellt. Gleichzeitig aber werde Zahnärzten ein großes Ansehen zuteil, gehöre er zu den zehn am positivsten bewerteten Berufen und sei mit hohem Prestige verbunden.

Große Selbstständigkeit

In ihrer künftigen Tätigkeit würden sie über eine große Selbstständigkeit verfügen, „Sie tragen aber genauso die Verantwortung für die Mundgesundheit Ihrer Patienten und der Bevölkerung“ und hätten immer auch ökonomische Überlegungen zu berücksichtigen, gab Ziemek den jungen Kollegen mit auf den Weg.

Angesichts des auch in der Zahnheilkunde enorm anwachsenden Wissens prognostizierte Wöstmann, dass es „in Zukunft weniger Zahnärzte als Generalisten geben wird, sondern immer mehr Spezialisten gefragt sein werden“. Den Absolventen empfahl er daher, sich ihren eigenen Schwerpunkt zu suchen, ein Tätigkeitsspektrum, „das Ihren persönlichen Neigungen entspricht und Ihnen am meisten Spaß macht“. Als Lehrer hätten er und seine Kollegen sich bemüht, „ihnen stets Aktuelles nahezubringen“, wobei heute der Stellenwert der Prävention im Vordergrund stehe, so Wöstmann. Ein weiterer Gratulant war Prof. Joachim Kreuder, Dekan des Fachbereichs Medizin, der seine jungen Zuhörer an die ethischen Dimensionen ihres Handelns erinnerte und wie die übrigen Redner hoffte, dass möglichst viele den Kontakt zu ihrer Alma mater halten. Sei man doch auch auf die Erfahrungen im Beruf angewiesen, um die Ausbildung aktuell zu gestalten. Die musikalische Umrahmung der Examensfeier hatte mit Thomas Nord einer der Absolventen übernommen.

Tags:

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s


%d bloggers like this: