machen sich dentale Fachblätter der Beihilfe zur Körperverletzung schuldig?

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Könnte man glatt meinen, folgt man den Ausführungen von Dr. Dr. Rüdiger Osswald, Geschäftsführer des Berufsverbands der Allgemeinzahnärzte (BVAZ), denn, so Osswald weiter in einem Brief an den Herausgeber des Dentalbarometers, sowie an die Verfasser: “der von Ihnen veröffentliche Behandlungsfall im Dental-Barometer 05/12, Seite 62 erfüllt nicht nur in meinen Augen den Tatbestand der Körperverletzung.”Wie Osswald weiter ausführt ist er umso erstaunter, “dass Sie mit einer derartigen, nicht indikationsgerechten Therapie mit Bild und Anschrift öffentlich Reklame laufen. Genau so unbegreiflich ist es, dass eine Zeitschrift, die sich Fachzeitschrift nennt, derartiges veröffentlicht. Gibt es bei Ihnen denn keinen kompetenten Zahnarzt, der sich Ihre Artikel vor der Veröffentlichung wenigstens durchliest?” Harter Tobak, wie wir meinen. Entweder Osswald hat Recht, dann müsste in diesem Fall etwas passieren. Dass sich ein dentales “Fachblatt” mal wieder nicht mit Ruhm bekleckert, ist an sich nichts Neues. Derartiges erwartet man schon gar nicht mehr, seit die Industrie die Inhalte mit der Anzeigenknute diktiert. Um so wichtiger wäre es, wenn sich noch mehr – oder besser, die letzten aus den Reihen der Zahnärzte, die mit Wörtern wie Ethik, Moral oder Verantwortung noch etwas anfangen können bei solchen Veröffentlichungen zur Wehr setzen würden. Von der Standespolitik ist in solchen Fällen nichts zu erwarten. Zum einen sind die “feinen Herren” viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt und zum anderen sind die ganzen Gremien derart von Weichspülern unterwandert, als dass sich irgend einer zu einer eigenen Meinung traut!

Doch Osswald legt noch nach: “Ganz offensichtlich geht es dabei nicht um Zahnmedizin, sondern allein um Geld. Und genau so offensichtlich sind Sie sich nicht einmal im Klaren darüber, was sie da tun. Die von Ihnen bei der Patientin extrahierten Zähne 26 und 27 sind sowohl erhaltungswürdig als auch leicht zu erhalten, wenn man sich ein wenig mit Zahnerhaltung beschäftigt hat. Wenn Sie das nicht können, müssen Sie die Patientin halt an jemanden überweisen, der das kann, wenn Sie sich nicht der Körperverletzung schuldig machen wollen. Ganz abgesehen davon  ist es ja wohl ein Witz, zwei fehlende Zähne durch 4 Implantate zu ersetzen. Was für ein schlechtes Implantatsystem müssen Sie einsetzen, wenn sie ihm nicht einmal zutrauen, dass für einen solchen Fall maximal zwei Implantate ausreichend sind.”

Wir sind sehr gespannt auf die weiteren Reaktionen. Harter Tobak. Die Angeschuldigten können dies wohl kaum auf sich sitzen lassen. Wenn sie es ohne Reaktion hinnehmen, geben sie dem BVAZ-GF automatisch Recht. Von daher können sie es gar nicht auf sich sitzen lassen. Umgekehrt würde sich Osswald strafbar machen, wenn diese Anwürfe ohne Substanz wären. Das würde nämlich nicht nur den Tatbestand der Beleidigung erfüllen, sondern wäre möglicherweise eine regelrecht ehrenrührige Angelegenheit.

Wie heisst doch nochmal diese Kanzlei südlich von Stuttgart, die sich gerne um solche Fälle kümmert? *smile*

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