Auch Olympioniken wollen weisse Zähne

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Heute bricht Dr. Gunter Glaser zu seiner dritten Olympia-Teilnahme auf. Sportliche Höchstleistungen wird der Wermelskirchener Zahnarzt in London nicht erbringen müssen, gleichwohl dafür sorgen, dass deutschen Athleten, Trainern, Funktionären und Personal geholfen wird, wenn es im Gebiss zwickt.

Im Deutschen Haus in den Docklands ist eine kleine Zahnarztpraxis eingerichtet, die im Notfall minimale, schnelle Eingriffe vornimmt. Glaser gehört einem ehrenamtlichen, neunköpfigen Team an. Geleitet wird es von der Zahnärztin Zita Funkenhauser, in den 80er-Jahren zweimalige Olympiasiegerin im Florettfechten wurde.

“Ihr Erkennungswert ist deutlich höher als meiner und außerdem ist sie viel hübscher als ich”, nimmt es der 44-Jährige nicht krumm, dass die Medizinerin aus Tauberbischofsheim zum Aushängeschild des Angebotes erkoren wurde. Dabei stammt die Idee von ihm. “Es ist ein Service, den kein anderes Land bietet”, meint Glaser nicht ohne Stolz. Umgesetzt wurde er erstmals 2004.

Glaser hatte eine Anregung von Ex-Bürgermeister Heinrich Niehaves aufgegriffen, dem in Sydney 2000 aufgefallen war, dass die Sportler in ihrer knapp bemessenen Zeit weite Wege zurücklegen mussten, wenn sie Zahnprobleme plagten.

“Ein Service, den kein anderes Land bietet”

Dr. Gunter Glaser

Glaser nahm Kontakt zur Deutschen Sportmarketing auf, die wiederum fand mit dem Bremer Unternehmen Bego einen Sponsor. Nach Athen, Peking wird nun auch in London kostenlos auf den Zahn gefühlt. Es gibt viel zu tun. “Im Schnitt hatten wir 80 Patienten”, stellt Glaser fest. Auch in London gibt es schon Wartelisten.

Aufwändigere Behandlungen nimmt eine Praxis in der britischen Hauptstadt vor. Das deutsche Team fühlt sich eher für Beratungen und das Reinigen und Bleichen zuständig. “Damit beim Siegerfoto saubere Zähne in die Goldmedaille beißen können”, scherzt Gunter Glaser.

Die Schar der freiwilligen Doktoren hat den Vorteil, dass die einzelnen Zahnärzte Zeit haben, die einzigartige Atmosphäre des größten Sportereignisses der Welt zu genießen. “Ich freue mich wahnsinnig, ein Rädchen im Olympia-Getriebe zu sein”, ist Glaser der Bego dankbar wieder dabei zu sein, aber auch mit seiner Frau Tina Wettbewerbe zu besuchen.

Über den Sponsor hat er welche für das Olympiastadion am Donnerstagabend organisiert. Als ehemaliger Sprinter fiebert Glaser ganz besonders der Leichtathletik entgegen. Viele Bekannte Gesichter wird er wiedertreffen (“Es ist wie eine große Familie”), nur Dirk Nowitzki bestimmt nicht, dessen Team sich nicht qualifizieren konnte. Dem Basketball-Titan war er in Peking auf der Herren-Toilette begegnet. Ein Autogramm für seine Mutter brachte Glaser damals mit nach Hause.

Den deutschen Olympioniken möchte Glaser nicht nur in Ausübung seines Berufes in Erinnerung bleiben. Die Zauberei ist seine Leidenschaft.

Der Hobby-Magier hofft, dass es wie 2008 einen Sportlerabend im Deutschen Haus geben wird, bei dem er seine verblüffenden Tricks zum Besten geben kann. “Damit ich denen, die eine Medaille verpasst haben, ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann.”

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